Formel 1 in Silverstone Webber schnappt Alonso den Sieg weg

Welch ein packendes Finale! Fernando Alonso dominierte das Rennen in Silverstone von Beginn an, doch in der Schlussphase holte Mark Webber auf - und überholte den Ferrari-Piloten kurz vor Rennende. Michael Schumacher enttäuschte. Kamui Kobayashi verletzte drei Mechaniker.

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Hamburg - Mark Webber hat den zweiten Sieg in Serie von Fernando Alonso gerade noch abgewendet und den Großen Preis von Großbritannien gewonnen. Der Red-Bull-Fahrer überholte Alonso in Silverstone erst wenige Runden vor Rennende. Für Webber ist es nach Monaco der zweite Saisonsieg.

"Ein großartiger Tag für uns. Hier wieder zu gewinnen, ist toll", sagte Webber.

Dritter wurde Webbers Teamkollege Sebastian Vettel, gefolgt von Felipe Massa. Die Plätze fünf und sechs belegten die beiden Lotus-Fahrer Kimi Räikkönen und Romain Grosjean. Enttäuschend verlief das Rennen für Michael Schumacher, der nur auf Rang sieben kam, und das Team McLaren. Lewis Hamilton kam nur auf Rang acht, Jenson Button wurde Zehnter.

"Ich bin insgesamt ganz zufrieden. Mark hat den Sieg heute verdient. Ich habe am Start ein bisschen zuviel Boden verloren. Aber nach dem bitteren Ausfall zuletzt in Valencia war es ein gutes Rennen, darauf lässt sich aufbauen", sagte Vettel.

Vettel übernimmt Rang drei in der WM-Wertung

Alonso bleibt dennoch Führender in der WM-Wertung. Der Spanier hat nun 129 Punkte, hinter ihm liegt weiter Red-Bull-Fahrer Webber mit nun 116 Punkten. Vettel übernahm Rang drei (100) von Hamilton (92), der nur noch Vierter ist.

Für Vettel wurde es wieder nichts mit einem Sieg in seinem Geburtsmonat. Fünf Tage nach seinem 25. Ehrentag lief es schon am Start nicht optimal. An Schumacher gab's kein Vorbeikommen. Auch Felipe Massa zog im zweiten Ferrari noch an Vettel vorbei.

Während Massa sofort mächtig Druck auf seinen ehemaligen Ferrari-Mitstreiter Schumacher machte, fuhr der Teamkollege des Brasilianers erst mal ein einsames Rennen. Zwei Wochen nach seinem Sieg beim Heimrennen in Valencia verteidigte Alonso seine erste Pole seit Singapur 2010 und geriet bis kurz vor Schluss des Rennens nie ernsthaft in Gefahr.

Reifenwechsel bringt Vettel nach vorne

Zu Gute kam ihm aber auch, dass die drängelnden Verfolger an Schumacher erst mal nicht vorbeikamen. So wie Vettel. Ein kurzfristiger Strategiewechsel mit einem schnelleren ersten Reifenwechsel half aber. Nachdem auch Massa und Schumacher ihre Reifen getauscht hatten, reihten sie sich hinter dem Titelverteidiger ein, der erst mal freie Fahrt hatte.

Doch eine Aufholjagd blieb zunächst aus, Alonso schien souverän seinem dritten Saisonsieg entgegenzufahren. Schumacher, dessen Mercedes-Team sich bei Regen gute Chancen ausgerechnet hatte, konnte sich bei den unerwartet trockenen Bedingungen der Angriffe von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton nicht mehr erwehren und fiel zurück.

Sein Teamkollege Nico Rosberg war von Beginn an im hinteren Feld und wurde letztlich enttäuschender 15. Schon nur von Platz elf gestartet, war er in seinem Silberpfeil gleich zu Rennbeginn vier Positionen zurückgefallen. Landsmann Nico Hülkenberg verpasste im Force India als 12. ebenso die Punkteränge. Timo Glock wurde 18.

Kobayashi fährt drei Mechaniker an

An der Spitze beim Rennen in Silverstone wurde es erst in den letzten Runden noch mal spannender. Alonso büßte Runde um Runde von seinem Vorsprung auf Webber und Vettel ein. Der Spanier war zum Schluss auf den weicheren Reifen unterwegs, die zunehmend nachließen. Webber drängelte und drängelte, Alonso wehrte sich, in Runde 48 von 52 zog Webber aber auf der Außenseite spektakulär vorbei. Teamkollege Vettel kam nicht mehr nah genug heran.

Für eine Schrecksekunde sorgte Kamui Kobayashi. Der Sauber-Pilot verletzte bei seinem zweiten Boxenstopp drei seiner Mechaniker. "Einer hat eine Blessur am Daumen, der andere hat Schnitte und Prellungen am linken Bein", teilte der Schweizer Rennstall mit. Später hieß es, auch ein dritter Mechaniker habe Prellungen am Fuß erlitten.

Der Japaner war zu schnell an die Box gekommen und hatte die drei Crewmitglieder angefahren. Zwei der verletzten Mechaniker seien im Strecken-Hospital kurz behandelt worden, aber schnell wieder zum Team zurückgekehrt, teilte Sauber mit.

"Es war meine Schuld. Ich habe zu spät gebremst", sagte Kobayashi. Er habe vorher keine Tests unter trockenen Bedingungen machen können, so der 25-Jährige. "Ich war zu schnell, dafür entschuldige ich mich", sagte Kobayashi. Der Zwischenfall kostete ihn einen Punkt. Am Ende kam er knapp hinter Jenson Button als Elfter ins Ziel.

leh/dpa

insgesamt 1032 Beiträge
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Seite 1
ray4912 28.02.2012
1. Herzlichen Dank
Herzlichen Dank! Sind Sie der Neue? ;-) Die Formel 1 Familie wird Ihnen den Einsatz mit vielen guten und immer fairen Postings verdanken. Zunächst zum ersten (Vettel) "ja klar wird er" und zum zweiten (der Altmeister) "leider nein" und nun heisst es: gentlemen start your engines!
ray05 29.02.2012
2.
Zitat von ray4912Herzlichen Dank! Sind Sie der Neue? ;-) Die Formel 1 Familie wird Ihnen den Einsatz mit vielen guten und immer fairen Postings verdanken. Zunächst zum ersten (Vettel) "ja klar wird er" und zum zweiten (der Altmeister) "leider nein" und nun heisst es: gentlemen start your engines!
Schumacher fährt da immernoch mit? Erstaunlich. Der hat doch schon alles gewonnen, hält sämtliche Rekorde, hat zigfach ausgesorgt. Ich sag Dir was: Solche Leute präsentieren über kurz oder lang eine blutjunge Freundin, blond, langbeinig, Krönchen im Haar. "Ja, wir sind schon länger fest zusammen, der Micha und ich", sagt das Krönchen, und Schumi ergänzt: "isch denk, jetzt ist der rischtiche Zeitpunkt, das mal klarzustellen, dass wir ein Paar sind. Isch hoffe, meine Fans und meine Frau können mir das verzeihen." So in etwa. :)
auch noch 29.02.2012
3. Achtung vor Schumi!
Vettel macht weiter wie bisher. Nur vor Schumi sollten die Jungs sich vorsehen. Obwohl er jedesmal, wenn eine Kamera in der Nähe ist, den entspannten Rentner gibt zerfrisst ihn nach wie vor der Ehrgeiz! Wenn dann das Auto oder der noch vorhandene Rentnerspeed nicht reichen ist mit einer speziellen Schumiaktion zu rechnen ...
Dieter58 29.02.2012
4.
Zitat von ray05Schumacher fährt da immernoch mit? Erstaunlich. Der hat doch schon alles gewonnen, hält sämtliche Rekorde, hat zigfach ausgesorgt. Ich sag Dir was: Solche Leute präsentieren über kurz oder lang eine blutjunge Freundin, blond, langbeinig, Krönchen im Haar. "Ja, wir sind schon länger fest zusammen, der Micha und ich", sagt das Krönchen, und Schumi ergänzt: "isch denk, jetzt ist der rischtiche Zeitpunkt, das mal klarzustellen, dass wir ein Paar sind. Isch hoffe, meine Fans und meine Frau können mir das verzeihen." So in etwa. :)
Schumi fährt so lange "mit" wie man ihm ein Cockpit gibt. Und wenn dieses Cockpit endlich auch was taugt, dann sehen wir ihn auch wieder auf dem Treppchen - vielleicht sogar auf der obersten Stufe! Für den Rest des Beitrags nehme ich an, Sie haben den "Siebenfachen" mit einem ganz bestimmten Ex-Fußballer verwechselt...
Dieter58 29.02.2012
5.
Zitat von auch nochVettel macht weiter wie bisher. Nur vor Schumi sollten die Jungs sich vorsehen. Obwohl er jedesmal, wenn eine Kamera in der Nähe ist, den entspannten Rentner gibt zerfrisst ihn nach wie vor der Ehrgeiz! Wenn dann das Auto oder der noch vorhandene Rentnerspeed nicht reichen ist mit einer speziellen Schumiaktion zu rechnen ...
Ob unser aller Sebastian tatsächlich den Hattrick abliefern kann, das wird sich zeigen. Und was meinen Sie denn mit "eine spezielle Schumiaktion"??? Ach ja, ich weiß - kein anderer Fahrer hat in der vergangenen Saison mehr Plätze bereits beim Start gewonnen wie das große Vorbild für die anderen Jungs.... Wenn der auch noch ein siegfähiges Auto gehabt hätte... Ich jedenfalls wünsche ihm - und auch mir - daß der Mercedes endlich so schnell und zuverlässig auf der Strecke ist wie man es beim Einsatz von so viel Geld und Ingenieurswissen eigentlich erwarten müsste. Schade nur, daß für so ein herausragendes Talent wie Adrian Sutil leider kein Cockpit zur Verfügung steht...
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