Formel 1 Das ist der neue Silberpfeil

Ein bisschen dunkler ist er, ansonsten hat sich das Äußere des neuen Mercedes-Boliden für die Formel 1 kaum verändert. Worin sich der W07 im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich unterscheiden soll: Er ist viel lauter.

Daimler

In der vergangenen Saison war der Mercedes von Nico Rosberg und Weltmeister Lewis Hamilton das Maß der Dinge in der Formel 1, mit dem Boliden konnte die Konkurrenz nicht mithalten. So richtig viel hat sich beim neuen Modell im Vergleich zum Vorjahres-Mercedes dann auch nicht geändert - zumindest äußerlich.

Via Twitter präsentierte der Rennstall das neue Modell. "Ladies and Gentlemen! Wir stellen vor... den @MercedesBenz #F1 W07 Hybrid Silberpfeil! #WeAreW07". Ein bisschen mehr Schwarz, dezente Modifizierungen, ansonsten ähnelt der Wagen sehr seinem Vorgänger.

Kurz nach dem Tweet folgte der dazugehörige Pressetext. Darin kommen vor allem der für den Antrieb des Autos zuständige Geschäftsführer Andy Cowell und Technikchef Paddy Lowe zu Wort. "Nach einer insgesamt höchst erfolgreichen Saison 2015 lag unser Hauptaugenmerk darauf, jene Bereiche zu identifizieren, in denen wir am schwächsten waren - in diesen wollten wir uns steigern", wird Lowe unter anderem zitiert.

Weltmeister Hamilton und der WM-Zweite Rosberg hatten bereits am Freitag in Silverstone erste Runden im W07 gedreht. "Es war ein tolles Gefühl da draußen mit unserem neuen Silberpfeil", twitterte Rosberg anschließend. Fast parallel zu den ersten Fahrten des neuen Mercedes hatte Ferrari in einer aufwendigen Internet-Show das neue Auto seiner beiden Weltmeister Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen vorgestellt.

Zum Vergleich: Das Vorgängermodell, in dem Hamilton Weltmeister wurde
DPA

Zum Vergleich: Das Vorgängermodell, in dem Hamilton Weltmeister wurde

Obwohl man im vergangenen Jahr fantastische Ergebnisse erzielt habe, sei an dem neuen Mercedes vieles verbesserungswürdig gewesen, hieß es in dem offiziellen Statement am Sonntag. "Es gab viele Gebiete, in denen wir noch viel besser werden können", so Lowe: "Und wir wollen uns stetig verbessern. 2015 gab es einige Rennen, die nicht nach Plan verlaufen sind, ganz besonders Singapur. Demnach gab es viele Dinge, die wir für 2016 optimieren mussten. Wir streben überall nach dem Optimum."

"Ein schönes, sauberes Rohr"

Auch in Sachen Akustik hat sich bei dem neuen W07 einiges geändert. Seit dem Beginn der Hybrid-Ära 2014 hatte die Lautstärke deutlich abgenommen, was von den Zuschauern vor Ort und auch von denen vor dem Fernseher mehrheitlich kritisiert worden war. Selbst Sebastian Vettel kritisierte vor Kurzem die technische Entwicklung in der Formel 1 und den damit verbundenen Verlust des klassischen Sounds.

Bei Mercedes habe diese Reduzierung der Lautstärke an einer Art Schalldämpfer im Auspuff gelegen, ließ Andy Cowell wissen. Dieses Teil sei entfernt worden, "sodass wir ein schönes, sauberes Rohr ohne schalldämpfende Momente haben. Das sollte die Lautstärke der Power-Unit erhöhen."

Cowell bestätigte auch, dass alle Mercedes-Kundenteams in diesem Jahr mit denselben Motoren ausgerüstet werden. "All unsere Kunden erhalten ein verbessertes Paket, das exakt dieselbe Spezifikation wie die des Werksteams beinhaltet", sagte der 47-jährige Brite: "In Melbourne werden alle acht Autos mit Mercedes-Power exakt die gleiche Hardware und das exakt gleiche Performance-Potenzial besitzen. Das ist ein guter Schritt für alle." Die Mercedes-Kundenteams sind Williams, Force India und Manor.

Auch der langjährige frühere Mercedes-Partner McLaren stellte am Sonntagmorgen via Internet sein neues, sehr kantig wirkendes Auto vor, mit dem die beiden Ex-Weltmeister Fernando Alonso und Jenson Button die Enttäuschungen der letzten Saison endgültig hinter sich lassen sollen.

Von Montag bis Donnerstag versammeln sich die Formel-1-Teams zu den ersten offiziellen Testfahrten der neuen Saison in Barcelona. In der Woche darauf sind vom 1. bis 4. März weitere vier Testtage in Barcelona angesetzt.

luk/sid

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insgesamt 11 Beiträge
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noregrets 21.02.2016
1. Wieder ein Jahr Langeweile
ist angesagt in der Formel 1, die Gewinner stehen schon jetzt fest. Wer schaut sich diesen langweiligen Quatsch eigentlich noch an?
Peter Eckes 21.02.2016
2. .
Lautstärke sollte immer ein Nebeneffekt von Geschwindigkeit sein. Der "Sound" als Selbstzweck ist definitiv der falsche Weg. Damit geht die Formel 1 einen weiteren Schritt Richtung Show und weg vom echten Motorsport.
elwaps 21.02.2016
3. @clown #1
Unter buchstäblich jedem Formel 1 Artikel das selbe: wahlweise guckt man die F1 nicht und stänkert gegen die Umweltverschmutzung. Oder man täuscht Fachkenntnis vor, spricht pauschal von Langeweile, überträgt seine Meinung als Handlungsanweisung auf die Gesamtgesellschaft und offenbart nebenbei, zumindest schon ein Jahr kein Rennen mehr gesehen zu haben. Wieso? Artikel zu einem Thema, das mich nicht interessiert, lese ich doch gar nicht erst, oder?!
Attila2009 21.02.2016
4.
Zitat von Peter EckesLautstärke sollte immer ein Nebeneffekt von Geschwindigkeit sein. Der "Sound" als Selbstzweck ist definitiv der falsche Weg. Damit geht die Formel 1 einen weiteren Schritt Richtung Show und weg vom echten Motorsport.
Ich finde das auch albern künstlich Krawall zu machen. warum nicht einen Lautsprecher einbauen der " Wrräääm.. mercedesmercedes " abgibt wenn die an der Tribüne vorbeifahren. Ist richtig authentisch.. Oder baut eine Luftsirene an wie einst bei Stuka, je schneller desto lauter.. oh ..das geht auch nicht vor allem nicht bei deutsche Autos. Die hätten den Turbo weglassen sollen und die alten 8-Zylinder behalten sollen Wie aufregend war das noch in Hockenheim als Hakkinen und Coulthard mit einem lauten Knallen ( wovon kam dss überhaupt ?) die Nordkurve angesteuert haben.
GegnerallerDummköpfe 21.02.2016
5. Mal schauen
Es spricht zwar einiges dafür dass Ferrari näher gekommen ist, jedoch müssten sie zumindest in Schlagdistanz zu Mercedes sein. Das müsste Vettel reichen um die zwei Versager von Mercedes zu besiegen. Ich erwarte eine spannende Saison, nach den Tests werden wir schon mehr wissen.
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