Formel 1 Monza vor dem Aus

Der Niedergang der Formel 1 in Europa scheint unaufhaltsam: Die Verhandlungen zwischen den Betreibern der Rennstrecke Monza und Bernie Ecclestone sollen gescheitert sein.

Formel-1-Rennen in Monza 2015
REUTERS

Formel-1-Rennen in Monza 2015


Monza, eine der Kultstrecken der Formel 1, das Heimrennen von Ferrari. Nun scheint es, als werde am 4. September das vorerst letzte Formel-1-Rennen auf dem Hochgeschwindigkeitskurs stattfinden.

"Es gibt keinen Spielraum mehr für Verhandlungen", wird Angelo Sticchi Damiani, der Präsident des Italienischen Automobilclubs CSAI in der Zeitung "Il Fatto Quotidiano" zitiert. Die Gespräche zwischen den Streckenbetreibern und Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone seien endgültig gescheitert.

Eine Fortsetzung der Partnerschaft über den diesjährigen Italien-Grand-Prix im September hinaus werde es nicht geben. Es geht nicht mehr um die Formel-1-Tradition, sondern vor allem um viel Geld: Ecclestone fordert angeblich 25 Millionen Euro Antrittsgage.

Zuletzt hatte sich Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi eingeschaltet, um das Heimrennen von Ferrari zu retten. Geholfen hat es offenbar nichts.

Mit Ausnahme von 1980 war Monza seit dem Start der Motorsport-Königsklasse im Jahr 1950 durchgängig Gastgeber des Großen Preises von Italien. Vor 36 Jahren erhielt Imola den Zuschlag, das von 1981 bis 2006 Ausrichter eines als "Großer Preis von San Marino" titulierten zweiten Rennens auf dem Apennin war. Imola gilt auch als erster Anwärter auf die mögliche Nachfolge Monzas.

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1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montréal)
19. Juni: Europa (Baku)
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Großbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Mogyoród)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur (Singapur)
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Japan (Suzuka)
23. Oktober: USA (Austin)
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Interlagos)
27. November: Abu Dhabi (Yas-Insel)
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Polepositions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Polepositions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

jul/sid

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
otto_iii 23.03.2016
1. 637
Solange Rennställe, Medien und Zuschauer der Marke "Formel 1" die Treue halten und neue Rennstreckenbetreiber in Arabien und Ostasien bereit sind, Unsummen an Antrittsgagen zu zahlen wird Bernie Ecclestone das natürlich mitnehmen. Wen interessiert schon Tradition, wenn es in der Kasse klingelt? Wenn sich allerdings die überwiegend in Europa beheimateten Kontrukteure, Rennställe und Medienhäuser zusammensetzen und ernsthaft an der Etablierung einer alternativen Rennserie arbeiten wird Bernie E das Ruder herumreißen, damit er nicht am Ende mit einer Marke ohne Inhalt dasitzt.
usa911 23.03.2016
2. So lange bis es eine Asiatische / Arabische Formel 1 ist.
Ist ja nicht der erste "Traditionskurs" der auf Grund der überzogenen Forderungen aus dem Rennkalender verschwindet. Das wird Eccelstone auch weiterhin machen, da in den Asiatischen und Arabischen Räumen genug Streckenanbieter gibt, die bereit sind seine Summen zu zahlen. Nur ob auf der langen Sicht, nicht der Stamm der Zuschauer sich verabschiedet und die "Neuzuschauer" das ausgleichen können ist fraglich. Aber die Formel 1 begräbt sich ja selbst, durch die ständigen Regeländerungen, die dann wieder zurück genommen werden oder abgeändert. Siehe Qualifikation des ersten Rennens dieser Saison und die ersten ankündigungen Sonntags, das der Modus wieder abgeändert wird...
dr.u. 23.03.2016
3. Die Formel 1 verrät ihre Wurzeln
Immer mehr traditionelle Rennen fallen aus Rennkalender heraus. Statt dessen will man i Länder Fußfassen, die weder eine demokratische- noch eine Motorsporttradition haben. Damit brüskiert man die Fans in den Stammländern der F1. Da ist es nur eine Frage der Zeit/Leidensfähigkeit, bis sich Fans und Zuschauer für andere Formate erwärmen. Ralley-Cross z.B.. Das ist noch Motorsport zu Anfassen. Mit viel Aktion und Abwechslung...
brilliwand 23.03.2016
4.
Auch Ecclestone wird bald der Vergangenheit angehören. Wie Blatter!
Nonvaio01 23.03.2016
5. tradition
Zitat von otto_iiiSolange Rennställe, Medien und Zuschauer der Marke "Formel 1" die Treue halten und neue Rennstreckenbetreiber in Arabien und Ostasien bereit sind, Unsummen an Antrittsgagen zu zahlen wird Bernie Ecclestone das natürlich mitnehmen. Wen interessiert schon Tradition, wenn es in der Kasse klingelt? Wenn sich allerdings die überwiegend in Europa beheimateten Kontrukteure, Rennställe und Medienhäuser zusammensetzen und ernsthaft an der Etablierung einer alternativen Rennserie arbeiten wird Bernie E das Ruder herumreißen, damit er nicht am Ende mit einer Marke ohne Inhalt dasitzt.
ist voellig ueberwertet, das heist im umkehrschluss einfach nur....weil das immer so war. Konkurenz belebt das geschaeft. Wir leben im kapilatismus, und da ist es das ziel den moeglichst groessten gewinn zu erzielen. Eccelstone hat garnicht das recht zu sagen ich verzichte auf X mio nur weilk Monza so toll ist, dafuer koennte er verklagt werden von den shareholdern.
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