Formel-1-Testfahrten Rosberg fährt erstmals die schnellste Runde

Bei den ersten Tests Mitte Februar ging es für Mercedes vor allem um Konstanz. Jetzt stellten die Silberpfeile auch ihre Geschwindigkeit unter Beweis. Ihr wahres Potenzial wollen sie aber wohl gar nicht zeigen.

Mercedes-Pilot Rosberg
REUTERS

Mercedes-Pilot Rosberg


Mercedes hat am ersten Tag der zweiten Tests in Barcelona erstmals bewiesen, dass der neue W07 nicht nur sehr beständig, sondern auch schnell ist: Nico Rosberg fuhr im Silberpfeil die schnellste Runde. Er absolvierte den Circuit de Catalunya in 1:23,022 Minuten. Damit kam er auf zwei Zehntel an Vettels Bestwert von vor zwei Wochen heran - allerdings mit den langsameren Reifen. Vettel war seine schnellste Runde auf ultrasoften Reifen, also der weichsten und schnellsten Mischung, gefahren. Rosberg setzte nur auf Softreifen. Der Unterschied zwischen Ultrasoft und Soft soll bei etwa einer Sekunde liegen.

Zweitschnellster am Dienstag war Williams-Fahrer Valtteri Bottas aus Finnland vor dem Spanier Fernando Alonso im McLaren. Nico Hülkenberg beendete den Tag im Force India mit der achtbesten Runde. Bei den ersten Fahrten Mitte Februar war Ferrari an drei von vier Tagen die schnellste Runde gelungen, während Mercedes viel ausprobierte und vor allem auf Ausdauer ging. Diesmal zeigten die Silberpfeile mehr Geschwindigkeit, ihre Konstanz beeindruckte aber erneut: Rosberg fuhr am Vormittag insgesamt 82 Runden, nachmittags legte Weltmeister Lewis Hamilton 90 Runden nach.

Dabei zeigten beide Mercedes-Piloten verschiedene Test-Strategien: "Wir haben heute mal Qualifying probiert", sagte Rosberg: "Wir haben Sprit herausgenommen, sind auf Attacke gegangen. Das hat gut geklappt." Hamilton hingegen ging mit meist vollem Tank und härteren Reifen auf die Strecke. Dadurch zeigte er wie bereits vor zwei Wochen eher ausdauernd schnelle Longruns als schnelle Einzelrunden. Seine Bestzeit lag bei 1:25,051 Minuten. Es war die sechstschnellste Zeit.

Schlechter Tag für Ferrari

Deutlich schlechter lief es für Ferrari. Kimi Räikkönen blieb mit Getriebeproblemen liegen, der italienische Rennstall war daher zu einer zweistündigen Pause gezwungen und absolvierte insgesamt nur 72 Runden. Räikkönen fuhr mit gut 1,8 Sekunden Rückstand auf Rosberg die viertbeste Runde. Auf härteren Reifen war allerdings auch der Finne im neuen SF16-H nicht auf die Bestzeit aus."

Währenddessen will Mercedes sein wahres Potenzial in Barcelona wohl gar nicht zeigen. Der Rennstall will die weichsten Reifen (Ultrasoft und Supersoft) im Laufe der vier Testtage gar nicht nutzen. "Es geht hier auch um Zeitpläne, und die erlauben uns nicht, Reifen zu nutzen, die eigentlich gar nicht auf diese Strecke passen", sagte Mercedes-Sportchef Toto Wolff englischen Medien.

Vettel greift für Ferrari erst am Mittwoch ins Geschehen ein. Trotz der großen Dominanz von Mercedes warnte Rosberg vor dem Rennstall des viermaligen Weltmeisters: "Ferrari ist trotzdem sehr nah dran, das wissen wir", mahnte der WM-Zweite. Rosberg verwies dabei auf die Ungewissheit in Bezug auf den wahren Leistungsstand: "Man weiß nie, wie viel Sprit der andere an Bord hat und mit wie viel Drehzahl gefahren wird."

Die Formel-1-Teams testen noch bis zum Freitag in Barcelona ihre Form. Die neue Saison beginnt am 20. März mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne.

aev/sid/dpa



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vereinsmeier 01.03.2016
1. Langeweile wie die letzten 2 Jahre
ist doch klar, dass Mercedes alles in Grund und Boden fährt. Aber juckt doch eh keinen mehr oder etwa doch?
Nonvaio01 01.03.2016
2. sagt nichts aus
diese trainings runden sagen garnichts aus. Kein team faehrt voll speed. Das waehre verantwortungslos. Es wird getestet, nicht mehr und nicht weniger. Nach dem Qualifying in Melbourne weiss man mehr. Bis dahin.....
Levator 01.03.2016
3. F 1
hat Freunde und Gegner. Wie jede Sportart übrigens. Freunde sollen sich in einem Forum versammeln, Gegner sich im Keller zum Zählen der Kartoffeln treffen alternativ auf dem Dachboden. Da gibt es auch Nieten wegen der Stabilität.....
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