Großer Preis von Abu Dhabi Rosberg siegt auch zum Saisonfinale

Nico Rosberg vor Lewis Hamilton - ein gewohntes Bild zum Ende der Formel-1-Saison. Auch beim Großen Preis von Abu Dhabi triumphierten die beiden Mercedes-Piloten. Sebastian Vettel rollte das Feld von hinten auf.

Getty Images

Die Formel-1-Saison endet so, wie sie enden musste. Mit der erdrückenden Dominanz der Mercedes-Rennwagen. Nico Rosberg heißt der Sieger des Großen Preises von Abu Dhabi. Rosberg hatte bereits das Qualifying für sich entschieden.

Weltmeister Lewis Hamilton kam hinter Rosberg als Zweiter ins Ziel. Sebastian Vettel sorgte in einem eher ereignisarmen Rennverlauf für die Aufholjagd des Abends, als er von Rang 15 auf Platz nach vorne auf Rang vier fuhr. Dritter wurde Vettels Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen.

Es war der dritte Erfolg für Rosberg nacheinander. Der Deutsche hat in der Schlussphase der Saison noch einmal richtig aufgedreht - nachdem Hamilton bereits als Titelträger feststand.

Die Formel 1 verabschiedet sich nun bis zum März kommenden Jahres. Die Sportart nimmt zahlreiche Baustellen, Probleme und Fragezeichen in die Winterpause von dem Gezänk ums Regelwerk bis hin zum drohenden Ausstieg von Renault. Wie man nach der Mercedes-Überlegenheit mehr Spannung in das Rennjahr bringt, wird zudem eine der offenen Fragen sein.

Schon vom Start weg kontrollierten Rosberg und Hamilton den Rennverlauf. Vettel gelang schon dort der erste Satz nach vorn und verbesserte sich um drei Plätze auf Position zwölf.

In der Folgezeit holte der Ex-Weltmeister mit seinem Ferrari Rang für Rang auf und lag schon nach zwölf Runden auf Platz drei. Davor lieferten sich Rosberg und Hamilton das bekannte Duell an der Spitze, wobei der Brite besonders im Mittelteil des Rennens forcierte und Rosberg gegenüber seinem Teamkollegen regelmäßig Zeit verlor.

Zudem bekam Hamilton gegenüber dem Deutschen den Vorteil zugesprochen, den zweiten Boxenstopp so lang hinauszuzögern wie möglich. Dadurch hatte er zum Ende hin gegenüber Rosberg die besseren Reifen - eine kleine Hommage des Mercedes-Teams an den Weltmeister.

Eine Strategie, die allerdings am Ende für den Titelträger nicht aufging. Hamilton ging erst nach 41 von 55 Runden in die Box, während Rosberg bereits acht Runden früher seine Reifen gewechselt hatte. Hamilton war in der Schlussrunde noch einmal nah an dem Deutschen dran - überholen konnte er ihn nicht mehr. Und sollte er nach Wunsch des Mercedes-Teams auch nicht, das nicht riskieren mochte, dass die beiden Wagen auf der Zielgeraden noch eine Kollision bauten.

So rettete Rosberg den Vorsprung knapp über die Runden und verabschiedete sich als Sieger in die Weihnachtspause.

Formel-1-Saison 2015
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Red Bull
Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Toro Rosso
Max Verstappen und Carlos Sainz jr.
Lotus
Romain Grosjean und Pastor Maldonado
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
Manor Marussia
Will Stevens und Roberto Merhi
Der Rennkalender
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Pole-Positions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Pole-Positions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

aha

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insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
lhr 29.11.2015
1. Stragisch entschieden ...
... in Mercedes Zentrale bevor die Saison begann. Mit Unterstützung der Marketingabteilung stand fest Ziel 1: Teamwertung gewinnen. Ziel 2: Hamiltion gewinnt Titel. Ziel 3: Rosberg wird Zweiter. Gesteuert von den Computern und Stratgen in der Boxengasse und die Belege hörbar im Boxenfunk.
Lügenimperium 29.11.2015
2. Wayne
Ich habe mal 20 Sekunden reingeschaut. 3. und 4. Platz waren da Ferrari. Also Spannung = 0. Saison ist eh aus. Da wird die Formel E spannender. Selbst autonomen Rennautos zuzuschauen wird spannender als die Formel 1 sein. Schade, hab das jahrelang durchgehend geschaut.
banditjarno 29.11.2015
3. Glückwunsch
nee Roßberg hat mal gewonnen,trotzdem wird er nie Weltmeister... Hut ab vor Vettel....... aber bis auf die Anfangsphase bleibt die F1 eher langweilig,wenn man den Vergleich zur MotoGP macht..
ChrisQa 29.11.2015
4. Was im Artikel vergessen wurde
1. Die ebenso grossartige Aufholjagd von Grossjean. 2. Alonsos Frustration 3. Verstappens Leistungstiefpunkte 4. Wiliams Versagen an der Box 5. Die sehenswerten Duelle von Kvyat Liebe Redaktion, eine Rennen findet nicht nur vorne statt, bitte mal etwas mehr aus dem Mittelfeld berichten, damit das Thema nicht langweilig rüber kommt. Das ist die F1 nämlich mit Sicherheit nicht, wenn man sich für Motorsport interessiert.
May 29.11.2015
5.
Es gab in der Formel 1 immer dominierende Teams. Jetzt Mercedes, davor Red Bull, davor Renault, davor Ferrari, davor McLaren, davor Williams, dann kurz Bennetton, wieder Williams, McLaren, etc. Zwischendurch gab es auch mal spannende Weltmeisterschaften, aber die sind eben selten, das ist die Natur der Dinge. In der Formel 1 ist das Talent der Ingenieure eben wichtiger als das der Fahrer und ich finde das auch gut so. Tolle Ingenieurleistungen sind für mich spannender als tolle Reflexe. Daher besorgt mich in der Formel 1 das rigide Reglement mehr als die Dominanz eines Teams. Ingenieure sollten mehr Freiheiten haben, dann fällt auch das Aufholen leichter. Renault hatte z.B. von Anfang an mit den Hybridmotoren verloren, da ihr Konzept schlicht unterlegen war und die erlaubten Änderungen begrenzt sind. Noch was zur Dominanz: Stört das uns irgendwo sonst? Wenn Usain Bolt mal wieder den Wettlauf gewinnt, stöhnen dann die Fans ob der mangelnden Spannung oder erfreuen sie sich daran Höchstleistungen zu sehen bekommen?
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