Formel 1 Rosberg gewinnt, Vettel wird Dritter

Nico Rosberg hat sich im WM-Kampf zurückgemeldet. Erstmals in dieser Saison konnte er sich gegen Lewis Hamilton durchsetzen. Der Deutsche führte souverän, doch ein taktischer Kniff des Weltmeisters sorgte für Spannung.

Mercedes-Pilot Rosberg: Sieg in Spanien
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Mercedes-Pilot Rosberg: Sieg in Spanien

Von Alexander Siebert


Erstes Rennen in Europa, erster Sieg für Nico Rosberg: Der Mercedes-Pilot hat den Großen Preis von Spanien gewonnen. In 1:41.12,555 Stunden konnte er sich erstmals in dieser Saison gegen seinen Teamkollegen Lewis Hamilton (+17,551 Sekunden) durchsetzen. Dritter wurde Sebastian Vettel (+45,300), der seine vierte Podestplatzierung in dieser Saison erreichte.

Rosberg fuhr ein kontrolliertes Rennen, seine Führung schien souverän. Weil Hamiltons Taktik lange undurchsichtig schien, musste er plötzlich um den Sieg zittern. Ein später Stopp des Briten ließ Rosberg aber jubeln.

Einen Vorteil hatte der Deutsche schon vor dem Rennen: den Sieg im Qualifying. Zwölf der letzten 14 Spanien-GPs gewann jeweils der Polefahrer. Wenn Rosberg nach dem Start vorne liege, habe er "beste Chancen", sagte Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda. Die erste Poleposition in dieser Saison - Rosberg hat sie verteidigt. Das war wichtig, denn überholen ist in Spanien äußert schwierig. Mit modernisierter Kupplung startete der Mercedes-Pilot gut, seine Spitzenposition hielt er problemlos.

Teamkollege Hamilton kam dagegen kaum von der Stelle. Auf der vermeintlich schlechteren Seite hatte der Brite direkt mit Vettel zu kämpfen, der von Platz drei hervorragend startete und schon nach wenigen Metern mühelos an Hamilton vorbeizog. Einen Angriff von Felipe Massa konnte der Weltmeister kurz vor der ersten Kurve gerade noch abwehren. Rosberg an der Spitze, Vettel und Hamilton dahinter - daran änderte sich bis zu den ersten Boxenstopps nichts.

Hamilton hing hinter Vettel fest

"Ich habe keine Chance ranzukommen", funkte Hamilton nach den ersten Runden an die Box. Während Rosberg den Vorsprung auf Vettel konsequent ausbaute, kam der Brite nicht vorbei am Ferrari. Stattdessen eröffnete Hamilton die erste Runde an der Box. Sein Ziel: Vettel auf frischen Reifen überholen, während dieser an die Box fährt. Doch Hamiltons Stopp lief nicht optimal, ein Fehler kostete Zeit. Sekunden, die dafür sorgten, dass Vettel nach seinem Stopp wieder vor Hamilton auf die Strecke kam. An der Spitze übernahm Räikkönen die Führung, als Rosberg an die Box fuhr. Nach dem Stopp des Finnen war alles wieder beim Alten.

Das spannendste Duell war das um Platz zwei. "Wie soll ich an Vettel vorbei?", fragte Hamilton auf Position drei. "Du musst ihn auf der Strecke attackieren", hieß es aus der Box. Das schien für Hamilton "so gut wie unmöglich". Der Vorsprung von Rosberg pendelte sich in dieser Phase bei etwa sieben Sekunden ein.

Alles eine Frage der Reifen

Im zweiten Anlauf glückte der Plan des Weltmeisters. Nach seinem Stopp in Runde 33 holte er schnell auf. Als Vettel acht Runden später an die Box fuhr, kam er hinter Hamilton zurück. Dadurch eröffneten sich zwei Duelle: Einmal Hamilton gegen Vettel um Platz zwei, und auch die Führung von Rosberg war nicht mehr unantastbar. Die große Frage: Halten die Reifen des Weltmeisters bis zum Ende?

20 Runden vor dem Ziel wechselte Rosberg ein letztes Mal die Reifen. Hamilton ging an Rosberg vorbei und lag plötzlich in Führung. Sollten seine Reifen bis zum Schluss halten, wäre das der Sieg. Sie hielten nicht. 14 Runden vor Schluss absolvierte Hamilton seinen dritten Stopp. Rosberg war weg, doch Vettel konnte er deutlich hinter sich lassen.

Fernando Alonso, vor zwei Jahren noch Sieger in Spanien, erlebte erneut eine Enttäuschung. Sein Heim-Grand-Prix war nach 28 Runden beendet. Bei der Einfahrt an die Box verpasste er den Bremspunkt, der Grund: Ein technischer Defekt. Sein Teamkollege Jenson Button wurde 16., nur die beiden Marussia waren schlechter. Auch Nico Hülkenberg erlebte einen schlechten Tag, für ihn reichte es nur für Rang 15. Die beiden Williams-Piloten, erste Verfolger von Mercedes und Ferrari, wurden mit Valtteri Bottas und Felipe Massa Vierter und Sechster. Räikkönen beendete das Rennen auf Rang fünf.

Formel-1-Saison 2015
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Red Bull
Daniel Ricciardo und Daniil Kwjat
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Toro Rosso
Max Verstappen und Carlos Sainz jr.
Lotus
Romain Grosjean und Pastor Maldonado
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
Manor Marussia
Will Stevens und Roberto Merhi
Der Rennkalender
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Pole-Positions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Pole-Positions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)



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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
Bueckstueck 10.05.2015
1. Glückwunsch Nico!
Vielleicht läuft es ja jetzt wie letztes Jahr, als Nico seine starke Phase ab den ersten europäischen Rennen hatte. Aber insgesamt war es wieder ein Rückschritt für die Formel eins: der Beste vom Rest, Seb, liegt mit 45s Rückstand auf Rang 3. Das sah vor der 3 wöchigen Pause noch anders aus, als Ferrari noch näher dran war. Schade. Hoffentlich bleibt es nicht so.
retterdernation 10.05.2015
2. Wie langweilig ...
die F1 geworden ist. Man wundert sich schon - das das noch immer übertragen wird - kann bestenfalls als beruhigende Hintergrund-Berieselung benutzt werden, so wie heute geschehen. An nicht ein Überholmanöver kann ich mich deshalb auch erinnern. Da fahren auch nicht mehr sehr viele schnelle Autos im Kreis. Runde um Runde, stumpf immer das Gleiche, puh. So schlimm hatte ich das eigentlich nicht in der Erinnerung. Und diesmal passt es, sich dieser Floskel zu bedienen: "früher war alles besser" in der F1. Da gab es ständige Überholmanöver - Unfälle - die einem den Atem raubten - Fahrer die auf der Strecke durchdrehten usw.. Was einem jetzt geboten wird, ist so überflüssig - wie Kopfschmerzen - halt Hintergrundberieselung - aber dann kann man eigentlich auch Musik hören ...
mikesch0815 10.05.2015
3. Vettel sollte mal mit einem Ferrari fahren...
...dann erst zeigt sich, daß er nur ein mittelprächtiger Fahrer ist. War das nicht der Tenor einiger Experten im Forum? Und waren da nicht einige, die damals Alonso im Roten als das beste nach Schumacher empfanden? Ich mag Ferrari nicht sonderlich, aber was Vettel mit dem Auto macht gefällt mir.
experte1305 10.05.2015
4. Wen interessiert
denn dieser Mist?
exe1310 10.05.2015
5. Guckt doch Arte
Wenn die F1 langweilig ist. Wenn die Taktik so ausgelegt ist, dass 4 Runden zwischen Sieg und "Niederlage" entscheiden , dann ist das spannend! Informieren Sie sich doch mal über die Technik und die Taktik die bei der Formel1 eine Rolle spielen dann wird das alles viel interessanter. Wahrscheinlich haben Sie sogar im Alltag sehr viel mit dieser Technik die früher dort erprobt wurde zu tun und was nun erprobt wird werden Sie in wenigen Jahren selber genießen dürfen. Natürlich haben die zwei erst platzierten jedes Rennen dieselbe Farbe, aber das Duell der beiden untereinander ist höchst spannend. Vergleichbar im Fußball evtl mit Barca und Real..?!
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