Formel-1-Abschluss in Abu Dhabi Was nun, Pascal Wehrlein?

Valtteri Bottas hat das letzte Rennen der Saison gewonnen. Viel Grund zur Freude hatte auch Felipe Massa bei seinem Formel-1-Abschied. Düster sieht die Zukunft für Top-Talent Pascal Wehrlein aus.

Pascal Wehrlein
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Countdown: Noch drei, zwei, eine Runde, vorbei: Feuerwerk über dem Nachthimmel von Abu Dhabi. So sah der Abschluss der Formel-1-Saison 2017 aus. Ein Fahrer ließ sich dabei besonders feiern: Felipe Massa hat sich mit einem zehnten Platz aus der höchsten Motorsportklasse verabschiedet. Dass sich das Ergebnis wie ein Sieg angefühlt haben muss, zeigte Massa, als er seinen Wagen neben denen der Sieger abstellte. Für den 36 Jahre alten Brasilianer ist nach 268 Starts, elf Siegen, einer Vize-WM im Jahr 2008 und insgesamt 15 Jahren Formel 1 nun Schluss.

Das Rennergebnis: Mercedes-Pilot Valtteri Bottas ist der Gewinner des letzten Formel-1-Rennen des Jahres (lesen Sie hier die Meldung). Auf Platz zwei folgte der bereits feststehende Weltmeister Lewis Hamilton. Sebastian Vettel wurde Dritter, der Ferrari-Pilot sicherte sich somit die Vize-Weltmeisterschaft.

Die Startaufstellung (Top Ten): Bottas - Hamilton - Vettel - Ricciardo - Räikkönen - Verstappen - Hülkenberg - Perez - Ocon - Massa.

Die Startphase: Wer auf einen spektakulären letzten Start 2017 gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die Fahrer auf den Positionen eins bis zwölf verteidigten ihre Platzierungen - keine Attacken, keine Veränderungen. Bottas blieb bei seiner vierten Poleposition des Jahres souverän vor Teamkollege Hamilton.

Der Risiko-Vermeider des Jahres: Stellvertretend für den Ohne-Risiko-Start steht eine Bilanz von Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen. Er gilt zwar als einer der Top-Fahrer, aber die ersten Kilometer gehören nicht zu den Stärken des Finnen. In der gesamten Saison gelang es Räikkönen nicht, in der ersten Runde eine Position gutzumachen.

Der Rest des Rennens: ist schnell erzählt. Bottas blieb an der Spitze und Hamilton unternahm keinen Versuch, dem Teamkollegen den Sieg noch wegzunehmen. Mit deutlichem Rückstand folgte Vettel. Es war ein unspektakulärer Jahresabschluss, der für Daniel Ricciardo im Red Bull bitter ausfiel: Mit seinem dritten Ausfall in den letzten vier Saisonrennen verlor er noch seinen vierten Platz in der Fahrerwertung an Räikkönen.

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Vettel zum Formel-1-Abschluss: Immerhin Vize

Wehrleins letzte Ausfahrt? Pascal Wehrlein gehört zu den größten deutschen Motorsporttalenten. In dieser Saison holte der frühere DTM-Fahrer für Sauber (Letzter in der Konstrukteurs-WM) respektable fünf Punkte, sein Teamkollege Marcus Ericsson null. Dennoch könnte der solide Auftritt in Abu Dhabi (Platz 14) sein vorerst letzter in der Formel 1 gewesen sein. Sauber, mit Ferrari eng verbunden, will offenbar Nachwuchsfahrer von der Scuderia befördern. Wehrlein wäre dann ohne Cockpit - und das freiwerdende bei Williams soll offenbar ein Rückkehrer erhalten.

Comeback I: Robert Kubica soll dieser Rückkehrer sein. Nach seinem schweren Rallye-Unfall im Jahr 2011 steht der Pole vor einem Comeback. Kubica ist als Nachfolger für Williams-Pilot Massa im Gespräch. Sein bislang größter Erfolg war WM-Vierter 2008, damals fuhr der mittlerweile 32-Jährige für BMW Sauber.

Comeback II: Formel-1-Fans aus Deutschland sollten sich den 22. Juli merken. Für diesen Termin ist der Grand Prix auf dem Hockenheimring angesetzt, in diesem Jahr hatte es kein Rennen in Deutschland gegeben. Auch Frankreich gehört im Jahr 2018 wieder zum Rennkalender. Nach zehn Jahren Pause findet erstmals wieder ein Rennen in Frankreich statt.

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Der Ripke-Effekt: Am Erfolg eines Weltmeisters haben viele Anteil. Vielleicht auch Fotografen: Paul Ripke, der Deutsche ist unter anderem für seine Sportfotos bekannt. Und wo er fotografiert, werden Titel gefeiert. 2014 begleitete Ripke die deutsche Fußballnationalmannschaft bei der WM in Brasilien - sie wurde Weltmeister. 2016 war er an der Seite von Nico Rosberg unterwegs - er wurde Weltmeister. Dieses Jahr? Begleitete er Weltmeister Hamilton. Vielleicht sollte Vettel diesen Mann für die neue Saison engagieren.

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Formel 1: Von Flügeln und Flossen

Der Weltmeister: Um Lewis Hamilton zu schlagen, dürfte es mehr brauchen. Das verdeutlicht diese Statistik: Der Brite beendete jedes der insgesamt 20 Saisonrennen in den Punkten. Das gelang zuletzt Michael Schumacher in seinem Weltmeisterjahr 2002.



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der-junge-scharwenka 26.11.2017
1. Überschätzt
Pascal Wehrlein gehört zu den am meisten überschätzten Fahrern der Formel 1. Selbstverständlich hätte Mercedes als Motorenlieferant die Möglichkeit, ihn - notfalls mit sanftem Druck - 2018 bei Williams oder bei Force India unterzubringen (Ferrari schafft es bei Sauber mit seinen Schützlingen ja auch). Offenbar ist es so, dass Wehrlein dort nicht gewollt ist. Das wird Gründe haben. Bei Force India liegt es zum Beispiel am eklatanten Fehlverhalten Wehrleins bei Testfahrten, für das er sich öffentlich entschuldigen musste. Das ist belegt. Und inzwischen hat offenbar auch Mercedes jedes Interesse an Wehrlein verloren. Im Oktober 2017 sagte Mercedes-Mann Toto Wolff, für jeden in der Fachpostille Motorsport aktuell nachlesbar: "Mercedes wird nichts mehr für Wehrlein tun. Irgendwann hat jeder den Zeitpunkt erreicht, an dem er auf eigenen Beinen stehen muss. Das ist bei Wehrlein jetzt der Fall." Eine Liebeserklärung geht anders!
k.michael62 26.11.2017
2. Formel Eins?
Ich habe früher diese Rennen gerne gesehen. Heute ist die Technikveranstaltung zu kompliziert um daran noch Spass zu empfinden. Geht in Richtung Superbowl. Die Rennbunnies (was ist da mit den Queer, Trans etc?) werden noch Hüpftänze vor den Autos machen, und der Sieger wird dann von drei Bunnies umkränzt und darf für Heinz Ketchup werben.
mhuz 26.11.2017
3. Mercedes halt
Das hätte sich Wehrlein denken können, dass es mit Mercedes kein gutes Ende nimmt. Ihm ging es genau so wie damals Heidfeld. Weil sie in Heidfeld kein vertrauen hatte, kam Schumacher und Heidfeld wurde Testfahrer und als es mit Schumacher doch nichts wurde, kam Hamilton. Für Mercedes ist es normal große Sprüche zu machen und die nachher nichts werden. Rosberg hat es ohne Probleme geschafft Kubitza bei Williams unterzubringen und Mercedes liefert die Motoren an Williams. Aber es mußte ja Bottas dessen Manager Wolf ist (das war der Fehler von Wehrlein). Man hätte einem jungen Fahrer die Chance geben können . Bei Mercedes ist das aber normal, wie lange versprechen sie ein E Auto, wie lange soll das Wasserstoff angetriebene Auto kommen und wie lange schon, soll der Diesel Euro 5 auf Euro 6 Umgerüstet werden. Da folgt Wolf nur dem Vorbild, seines Namensgeber. Große klappe und nichts dahinter.
uzsjgb 26.11.2017
4.
Zitat von der-junge-scharwenkaPascal Wehrlein gehört zu den am meisten überschätzten Fahrern der Formel 1. Selbstverständlich hätte Mercedes als Motorenlieferant die Möglichkeit, ihn - notfalls mit sanftem Druck - 2018 bei Williams oder bei Force India unterzubringen (Ferrari schafft es bei Sauber mit seinen Schützlingen ja auch). Offenbar ist es so, dass Wehrlein dort nicht gewollt ist. Das wird Gründe haben. Bei Force India liegt es zum Beispiel am eklatanten Fehlverhalten Wehrleins bei Testfahrten, für das er sich öffentlich entschuldigen musste. Das ist belegt. Und inzwischen hat offenbar auch Mercedes jedes Interesse an Wehrlein verloren. Im Oktober 2017 sagte Mercedes-Mann Toto Wolff, für jeden in der Fachpostille Motorsport aktuell nachlesbar: "Mercedes wird nichts mehr für Wehrlein tun. Irgendwann hat jeder den Zeitpunkt erreicht, an dem er auf eigenen Beinen stehen muss. Das ist bei Wehrlein jetzt der Fall." Eine Liebeserklärung geht anders!
Können Sie das belegen? Ich habe immer so etwas vermutet, hatte aber nie konkrete Beweise. Danke.
ekel-alfred 26.11.2017
5. Googlen hilft
Zitat von uzsjgbKönnen Sie das belegen? Ich habe immer so etwas vermutet, hatte aber nie konkrete Beweise. Danke.
Ich google das mal für Sie: http://www.motorsport-total.com/f1/news/2016/12/pascal-wehrlein-vorfall-bei-test-fuehrte-zu-force-india-absage-16122102.html
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