Von Maximilian Rau
Hamburg - Schon seit den ersten Tests im Februar war Ferrari in der Krise. Das neue Auto, von den italienischen Medien als "hässlichster Ferrari der Geschichte" verspottet, war langsam. Beim ersten Rennen in Melbourne fuhr Fernando Alonso auf Rang fünf, das galt schon als kleine Sensation. Jetzt hat der Spanier überraschend den Großen Preis von Malaysia gewonnen.
Der Ferrari-Pilot siegte in 2:44:51,812 Stunden vor Sergio Pérez im Sauber (+2,2 Sekunden) und McLaren-Pilot Lewis Hamilton (+14,6). Das Rennen war wegen starkem Regen und Gewitter zwischenzeitlich für 51 Minuten unterbrochen worden. "Es ist ein unglaubliches Resultat", sagte Alonso: "Der Sieg macht uns glücklich für die nächsten zwei Tage, aber es ändert nichts daran, dass wir das Auto verbessern müssen."
Weltmeister Sebastian Vettel war lange Vierter, fuhr beim Überrunden in der 47. Runde aber Narain Karthikeyan über den Frontflügel und erlitt dabei einen Reifenschaden. "Das ist extrem frustrierend", klagte Vettel und bezeichnete den Inder als "Gurke". Der Red-Bull-Pilot belegte am Ende Platz elf. Karthikeyan kassierte nach dem Rennen eine 20-Sekunden-Zeitstrafe für die Kollision. Bester Deutscher war Nico Hülkenberg im Force India als Neunter. Die Mercedes enttäuschten: Michael Schumacher wurde Zehnter, Nico Rosberg belegte Rang 13.
In der Gesamtwertung übernahm Alonso mit nun 35 Punkten die Führung. Hamilton ist Zweiter (30 Punkte) vor seinem Teamkollegen und Melbourne-Sieger Jenson Button (25). Vettel belegt Rang sechs (18).
Button unterläuft folgenschwerer Fehler
Bereits kurz vor dem Start in Sepang hatte es leicht zu regnen begonnen. Beim Rennbeginn setzten sich die McLaren direkt um einige Wagenlängen ab: Pole-Mann Hamilton ging vor Button in die erste Kurve. Schumacher, der am Samstag mit Rang drei sein bestes Qualifying-Resultat seit seinem Comeback 2010 herausgefahren hatte, verpatzte den Start und wurde von Romain Grosjean überholt. Noch in der ersten Runde gelang es dem Rekord-Weltmeister, wieder am Lotus-Fahrer vorbeizufahren. Dann berührte Grosjean Schumacher am Heck, der 43-Jährige drehte sich und fiel auf Rang 18 zurück.
Der Regen wurde nun immer stärker. In der siebten Runde kam das Safety Car auf die Strecke, zwei Umläufe später wurde die Rote Flagge gezeigt und das Rennen gestoppt. Ein Weiterfahren war aus Sicherheitsgründen unmöglich: Die Strecke stand teilweise unter Wasser, die Sicht war stark eingeschränkt. Zu diesem Zeitpunkt führte Hamilton vor Button und Pérez.
Nach 51 Minuten Unterbrechung wurde das Rennen hinter dem Safety Car wieder aufgenommen. Der Neustart erfolgte in der 14. Runde, Button ging sofort an die Box. Eine Runde später kam auch Hamilton zum Reifenwechsel, allerdings verlor er bei der Ausfahrt aufgrund von Verkehr einige Sekunden. So erbte Alonso unverhofft Rang eins, gefolgt von Pérez.
Pérez jagt Alonso, patzt dann aber
In der Verfolgung unterlief Button ein folgenschwerer Fehler (15. Runde). Der 32-Jährige, eigentlich für seine überlegte Fahrweise bekannt, beschädigte sich seinen Frontflügel bei einer Kollision mit Narain Karthikeyan. Nach einem weiteren Boxenstopp fiel der Brite aus den Punkterängen.
An der Spitze überzeugte Alonso mit starken Zeiten. Eigentlich galten die Ferraris als nicht konkurrenzfähig. Im Qualifying war der Spanier nur Neunter geworden, Teamkollege Felipe Massa Zwölfter.
Alonso baute seinen Vorsprung auf Pérez zunächst auf gut sechs Sekunden aus, Hamilton folgte als Dritter mit rund 15 Sekunden Rückstand. Vettel hatte auf Rang vier bereits 24 Sekunden Rückstand.
Ab der 32. Runde holte Pérez jedoch stark auf. Innerhalb von wenigen Umläufen brachte sich der Mexikaner in Schlagdistanz, fuhr eine schnellste Rennrunde nach der anderen. Alonso zog die Konsequenz und wechselte von Intermediate-Reifen auf Slicks (40.). Kurz darauf kam auch Pérez an die Box. An der Reihenfolge änderte sich dadurch nichts, Alonso konnte sich zunächst aber wieder absetzen.
In der Schlussphase war Pérez deutlich schneller. Es entwickelte sich ein Duell mit Alonso. Der Sauber-Fahrer jagte den zweifachen Weltmeister, der seine Position erfolgreich verteidigte. In der 51. Runde unterlief Pérez der entscheidende Fehler: Der Mexikaner verbremste sich, hielt seinen Wagen gerade so auf der Strecke. Der Rückstand erhöhte sich auf gut fünf Sekunden.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Formel 1 | RSS |
| alles zum Thema Großer Preis von Malaysia | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH