Pressestimmen zur Formel 1 "Ferrari bricht zusammen"

Der Vorsprung schmilzt: Nach Sebastian Vettels siebtem Platz in Silverstone sieht die internationale Presse eine Trendwende in dieser Formel-1-Saison gekommen. Der Überblick.

Sebastian Vettel
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Sebastian Vettel


Hier sind die Pressestimmen zum Großen Preis von Großbritannien.

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Ferrari muss eine schmerzhafte Niederlage hinnehmen, die schlimmste in dieser Saison. Ferrari kehrt mit einer besorgniserregenden Bilanz und einigen Zweifeln nach Hause zurück: Der Grand Prix in Großbritannien könnte eine Kehrtwende zugunsten des Rivalen Mercedes gewesen sein. Schon in den vergangenen drei Rennen hatte man eine Trendwende geahnt, doch Ferrari hatte sich aufraffen können. Jetzt sind die Sorgen größer."

Corriere dello Sport: "Ein Reifen genügt, um Ferraris Vorsprung, den Optimismus des Teams und den Jubel der Tifosi zu löschen. Ferrari durchlebt keine gute Phase. Mercedes erobert die Übermacht der Vergangenheit zurück, während Ferraris Leistungen allmählich schwächer werden. Maranello muss wieder bei null starten."

Tuttosport: "Das Pech verfolgt Vettel. In Silverstone zählt nur Hamilton. Er verspricht Wunder und vollbringt sie auch. Der Kampf um den WM-Titel ist noch offen, doch für Vettel wird das Duell hürdenreicher."

Repubblica: "Hamilton siegt, Ferrari bricht zusammen. Das Gleichgewicht in dieser WM verschwindet. Silverstone ist einfach Hamiltons Reich. Ferrari muss jetzt zittern. Ferrari kehrt mit dem schmerzhaften Eindruck zurück, wieder alles von vorne beginnen zu müssen."

Corriere della Sera: "Wenn Hamilton auf Topniveau fährt, versinkt Vettel im Schatten. Sebastian hat in Silverstone nie geglänzt. Lewis Hamilton ist Englands König. Ferrari ist am Ende explodiert. Nicht einmal die Pessimisten unter den Maranello-Fans hätten mit einer derartigen Serie von Misserfolgen gerechnet. Keine Panik - doch in Maranello ist jetzt vieles zu überdenken."

ENGLAND

Telegraph: "Lewis Hamilton bringt seine Kritiker zum Schweigen. Seine Beziehung zu den britischen Fans war belastet, nachdem er unter der Woche die Formel-1-Show in London für einen Kurzurlaub geschwänzt hatte - doch von nun an darf Hamilton die Zeit vor den Rennen wohl in Disneyland, auf den Malediven oder in den Hängenden Gärten von Babylon verbringen. So lange er Leistungen dieses Kalibers vollbringt, wird ihm das Mercedes-Team vertrauen."

Daily Mail: "Lewis Hamilton ist der Rockstar von Silverstone, nach seinem historischen Sieg in England war kein Lobgesang auf den Briten zu laut. Der Champagner für den Gewinner schmeckte noch süßer durch den späten Reifenschaden seines Rivalen Sebastian Vettel."

The Guardian: "Lewis Hamilton gelingt mit seinem meisterhaften Sieg in vielfacher Hinsicht die Wende. Sein Kurzurlaub in der Rennwoche ist kein Thema mehr, Hamiltons Position wirkt stärker denn je. Zudem ist der WM-Kampf mit Vettel wieder so eng wie zuletzt zu Saisonbeginn. Der Ferrari-Pilot steht vor dem Rennen in Ungarn unter großem Druck."

Sun: "Lewis Hamilton wird vom Sünder zum Heiligen. Unter der Woche hatte er die Londoner Formel-1-Show für einen Urlaub in Griechenland sausen lassen, er wurde dafür heftig kritisiert - doch nach seinem spektakulären Sieg taugt er kaum noch für die Rolle als Bösewicht."

SPANIEN

Marca: "Hamilton ist wieder da, Ferrari versagt in Silverstone. Hamilton gewinnt im Parademarsch, nun liegt er nur einen Punkt hinter einem Vettel, dem die Luft ausging. Das Glück, das Vettel zuletzt begleitet hatte, verließ ihn diesmal."

As: "Hamilton, ein Mythos in Silverstone. In Großbritannien konnte, sollte und wusste nur Hamilton zu gewinnen. Der Engländer hat das beste Fahrzeug, und er konnte sich diese Chance zu Hause nicht entgehen lassen. Ein Wunder, dass Vettel mit seinem Reifenplatzer am Ende noch als Siebter ins Ziel kam. Der Kampf um den WM-Titel wird ganz eng."

Sport: "Hamilton überstrahlt alle, Drama um Ferrari. Bei einem Punkt Abstand zwischen Hamilton und Vettel geht es nun wieder bei null los. Vettel spürt Hamiltons Atem im Nacken."

El Mundo Deportivo: "Hamilton regiert, Ferrari patzt. Hamilton haut mit seinem überlegenen Sieg auf den Tisch, der Engländer dominierte von Anfang bis Ende. Meine Damen und Herren, die WM ist in vollem Gange, und genau das wollen die Fans. Von Langeweile keine Spur."

SCHWEIZ

Neue Zürcher Zeitung: "Halbzeit in der Formel-1-Saison - und alles beginnt wieder von vorne. Vom Start weg fuhr Lewis Hamilton dem Feld davon. Da war sie wieder, die 'Hammer-Time', wenn Mensch und Maschine eins werden. Lässt sich die technische und mentale Form von Silverstone konservieren, steht diese Saison wohl tatsächlich vor der Wende."

FRANKREICH

L'Equipe: "Nichts und niemand konnte Lewis Hamilton beim Heimspiel stoppen, er flog der Konkurrenz davon. Die Reifenschäden bei Vettel und Räikkönen gingen wohl nicht auf das Konto von Ferrari, doch die Roten müssen das Versagen von Pirelli ausbaden."

Zusammengestellt vom sid



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freddygrant 17.07.2017
1. Mal sehen, ...
was den Schraubern in Maranello zum Rest dieser Formel-1-Saison noch einfällt. Die Deutschen haben das bessere Auto, die Italiener haben den besseren Fahrer. Letzteres scheint für den Gewinn der Formel 1 in diesem Jahr nicht auszureichen.
ihawk 17.07.2017
2. Panik auf der Rennpiste
Eines muss man der F1 Saison 2017 lassen, es bleibt spannend. Den Medien sei gesagt: Wenn ich die Zukunft wissen will, dann gehe ich zur Wahrsagerin mit ihrer Glaskugel. Von den Nachrichtenmedien erwarte ich Journalismus.
DMenakker 17.07.2017
3.
Ferrari vor dem Untergang? Mitnichten! Natürlich tut das Schmelzen des Vorsprunges weh. Ganz gewaltig sogar. Aber wie heisst es so schön. Zuerst hat einen das Glück verlassen, und dann kam auch noch Pech dazu. Wer Silverstone und die Streckencharakteristik kennt, dem war von vorn herein klar, dass die Mercedes als die TOP Favouriten ins Rennen gehen. Sie haben nunmal die beste High-Speed Performance. Es hätte wohl auch keiner den Abgesang auf Ferrari angestimmt, wenn es bei 1/2 und 3/4 geblieben wäre. In Silverstone sind die Mercedes besser. Aber so? Was ist denn passiert? Ferrari ist nicht untergegangen. Sie haben sich auch auf dieser Strecke als einziges Wettbewerbsfähige Auto präsentiert. Ansonsten ist denen 1 Runde vor Schluss in einer wohl einmaligen Aktion gleich bei zwei Autos gleichzeitig der Reifen geplatzt. Nicht schön, gar nicht, für die Tabelle eine Katastrophe, aber wie kommt die internationale F(l)achpresse auf die Idee, Ferraris Konkurrenzfähigkeit wäre dahin? Nochmals, da ist ein Reifen geplatzt. Hätte Vettel 3 Runden länger Geduld hinter den bekloppten Holländer gehabt, wäre er mit der letzten Gummischicht als 3. oder 4. ins Ziel gerutscht und allen wäre es normal vorgekommen. Es mag ja sein, dass auch in der F 1 viel Psychologie herrscht. Bei den Kommentaren ist es mir dann aber doch ein bisschen ZU VIEL Küchenphsychologie und viel zu wenig - bei weitem nicht ausreichender Sachverstand.
stollenreiter 17.07.2017
4. Etwas übereifrig
Da kam wohl der Wechsel von supersoften Reifen auf den soften um zwei drei Runden zu früh bei Vettel. Die Strategie Verstappen in der Box zu überholen war die Falsche, aber das kann man eben nur hinterher wissen. Insofern war das eben mehr Pech als alles andere.
GegnerallerDummköpfe 17.07.2017
5. Die Trendwende gab es doch schon in Kanada
Falls man es überhaupt als Trendwende bezeichnen kann, denn Mercedes war eigentlich zu jedem Zeitpunkt dieser Saison das bessere Auto. Rational gesehen, habe ich schon in Baku gesagt dass es bei Vettel mit der WM nichts mehr wird und er wird noch einige Strfverstzungen kassieren, da er viele begrenzte Teile am Auto schon benutzt hat und deren erlaubte Anzahl also überschreiten wird, doch Vettel bleibt Vettel. Und jetzt kommt die zweite Saisonhälfte, traditionell die stärkere von Vettel. Zudem liegen ihm die asiatischen Kurse mehr als die europäischen. Also, es ist noch nicht alles verloren.
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