Formel 1 Räikkönen droht Lotus mit Streik

Die Beziehung zwischen Formel-1-Fahrer Kimi Räikkönen und seinem Rennstall Lotus gilt als zerrüttet, nun hat der Finne seinem Arbeitgeber sogar mit einem Renn-Boykott gedroht. Hintergrund sind offenbar ausstehende Gehaltszahlungen.

Lotus-Pilot Räikkönen: "Irgendwo muss ich einen Strich ziehen"
Getty Images

Lotus-Pilot Räikkönen: "Irgendwo muss ich einen Strich ziehen"


Hamburg - Formel-1-Pilot Kimi Räikkönen hat seinem Team Lotus mit dem Boykott der letzten beiden Saisonrennen in Austin (USA) und São Paulo (Brasilien) gedroht. Offenbar schuldet der Rennstall seinem Star Geld und lässt aus Sicht des Finnen den nötigen Respekt gegenüber seinen Leistungen vermissen.

"Ich bin nur hier, weil ich hoffe, dass wir eine Lösung für gewisse Probleme finden", sagte Räikkönen am Rande des Grand Prix von Abu Dhabi (Sonntag, 14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: Sky und RTL). Der WM-Dritte war bereits verspätet an den Yas Marina Circuit gereist und hatte am Donnerstag die obligatorischen Medientermine geschwänzt - und so für Missstimmung in der Teamleitung gesorgt.

Doch auch Räikkönen ist sauer. Lotus soll dem Ex-Weltmeister, der kommende Saison zu Ferrari zurückkehrt, noch rund 15 Millionen Dollar Gehalt schulden. "Sicher", antwortete Räikkönen auf die Frage, ob er einen Boykott der letzten beiden Saisonrennen in Betracht ziehe: "Irgendwo muss ich einen Strich ziehen. Wenn es darüber hinaus geht, ist es nicht mehr mein Fehler."

"Brüllt mich nicht an"

Die Beziehung zwischen Lotus und Räikkönen gilt als zerrüttet. Schon seinen Wechsel zu Ferrari hatte der eigenwillige Finne mit finanziellen Gründen erklärt. Am Sonntag war es dann beim Rennen in Indien zu einem weiteren Eklat gekommen, als Lotus-Ingenieur Alan Permane Räikkönen recht rüde aufgefordert hatte, für den heranstürmenden Teamkollegen Romain Grosjean Platz zu machen.

Der Funkspruch musste mit einem langen "Piep" im Fernsehen überdeckt werden. Daraufhin hatte Räikkönen beleidigt geantwortet: "Brüllt mich nicht an. Ich lasse ihn dann schon vorbei, aber doch nicht mitten in einer schnellen Kurve."

Lotus soll angeblich Geldprobleme haben. Der angekündigte Einstieg des Investors "Quantum", hinter dem der Sultan von Brunei stehen soll, ist bisher nicht realisiert worden. Teamchef Eric Boullier zeigte sich aber erneut optimistisch, dass er bald Vollzug melden könne: "Die Verhandlungen sind sehr weit fortgeschritten."

bka/sid



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
muffelkopp 01.11.2013
1.
Zitat von sysopGetty ImagesDie Beziehung zwischen Formel-1-Fahrer Kimi Räikkönen und seinem Rennstall Lotus gilt als zerrüttet, nun hat der Finne seinem Arbeitgeber sogar mit einem Renn-Boykott gedroht. Hintergrund sind offenbar ausstehende Gehaltszahlungen. http://www.spiegel.de/sport/formel1/formel-1-raeikkoenen-droht-lotus-mit-streik-a-931362.html
Bevor jetzt pseudo-kluge, belanglose Beiträge zu den völlig überhöhten Gehältern im Profisport kommen (und das werden sie), sollte sich jeder mal vorstellen, ob er bereit wäre, über Monate für einen Arbeitgeber tätig zu sein, der die Gehaltszahlungen nicht leistet. Ich würde das mit Sicherheit nicht, denn der Arbeitgeber würde auch nicht zahlen, wenn ich das Arbeiten einfach einstellte. So macht es Lotus definitiv nicht richtig und ein Boykott Räikkönens wäre ein starkes Signal.
sitiwati 01.11.2013
2. wenn er
weg ist, stehen mindestens 10 andere bereit, seinen Platz einzunehmen, manchmal könnte man meinen, es gäbe nur 3 oder Fahrer, auch die kochen nur mit Wasser und Rai bei Ferrari, ich lach mal kurz, die sollen erst mal ein richtiges Auto bauen !
roki007 01.11.2013
3. wie im richtigen leben...
...oder besser dem normalen. recht hat er. und ich traue ihm das auch zu. und am besten wäre es einfach am Sonntag vor der aufwärmrunde einfach auszusteigen und die karre dort stehen zu lassen.
aurichter 01.11.2013
4. @ siwati
Vermutlich bei Lotus aber nicht, wenn es nur noch Fahrer braucht, die ein ganz dickes Portemonnaie mitbringen müssen, damit die Kiste auch läuft. So einfach wird es für Lotus auch in der nächsten Saison nicht werden.
made1973 01.11.2013
5. Wie überall ...
... Gibt es Leistung für Gegenleistung. Im Fußball gibt es auch Teams, die mit völlig überzogenen Gehältern gute Spieler anlocken und am Ende hat der Spieler bestenfalls die Hälfte erhalten. Ist natürlich deren persönliches Risiko und Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit des Arbeitgebers. Sind halt keine Tarifverträge ...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.