Hamburg - Weltmeister Sebastian Vettel hat beim Saisonauftakt der Formel 1 trotz der besten Ausgangsposition einen Sieg verpasst. Der Deutsche schaffte es beim Großen Preis von Australien nur auf den dritten Rang. Schnellster auf den 58 Runden von Melbourne war Kimi Räikkönen im Lotus in 1:30,03 Stunden vor Fernando Alonso im Ferrari (+12,451). Force-India-Pilot Adrian Sutil fuhr bei seinem Comeback ein starkes Rennen.
"Ich konnte die Reifen schonen, es war einer meiner leichtesten Siege", sagte Räikkönen lapidar. Hier geht es zu allen Ergebnissen im Überblick.
Prognosen nach dem ersten Saisonrennen verbieten sich eigentlich, doch schon jetzt lässt sich festhalten, dass auch in diesem Jahr wieder die alten Bekannten um Siege kämpfen dürften: Ferrari, Lotus und Red Bull, die das Qualifying am Sonntag dominiert hatten.
Vettel, der von der Pole-Position starten durfte, erwischte auch einen guten Start ins Rennen. Ganz anders Teamkollege Mark Webber, der von Rang zwei auf Rang sieben zurückfiel. Lewis Hamilton, der es in seinem Mercedes auf den dritten Platz geschafft hatte, musste sich kurz nach Beginn von den Ferrari-Piloten Felipe Massa und Fernando Alonso und dann auch von Kimi Räikkönen im Lotus überholen lassen. Damit war schnell wieder eine Spitzengruppe hergestellt, die so auch im vergangenen Jahr vorneweg gefahren war.
Sutil hält sich an der Spitze
Bis auf einen: Sutil. Der Deutsche, der nach einem Jahr Pause in der Formel 1 sein Comeback gab, raste ab der 15. Runde vorneweg - im Force India. Als die komplette Spitzengruppe schon in die Box gefahren war, blieb Sutil stur draußen. Auf alten Reifen behauptete der 30-Jährige seinen Vorsprung vor Vettel und Co. Es waren seine ersten Führungsrunden im 91. Grand Prix seiner Karriere.
In der 21. Runde ging Sutil zum ersten Mal in die Box, zeitgleich mit Vettel, der seinen zweiten Service bekam. Am Boxenausgang zog Alonso an beiden vorbei. Für Vettel sollte sich diese Perspektive nicht mehr entscheidend ändern. Der Grund war nicht nur Alonso, sondern vor allem Räikkönen, der ein ähnliches Kunststück vollbrachte wie Sutil.
Rosberg fällt erneut aus
Mit nur einem Stopp und alten Reifen fuhr der Finne, der von Rang sieben ins Rennen gegangen war, bis zur 34. Runde einen Vorsprung heraus. Bei einer klaren Zwei-Stopp-Strategie war der ehemalige Rallye-Pilot nun klar im Vorteil.
Für Mercedes verlief die Saisonpremiere mit der neuen Fahrerpaarung Hamilton/Nico Rosberg zu diesem Zeitpunkt irgendwie seltsam bekannt. Der Deutsche musste in der 27. Runde auf Rang vier liegend seinen Boliden mit einem technischen Defekt abstellen. Es war der vierte Ausfall für ihn in den vergangenen sieben Rennen. Entsprechend sauer stieg Rosberg aus.
Nico Hülkenberg konnte das gut nachvollziehen. Wegen Problemen am Benzinsystem hatte der Sauber-Pilot gar nicht erst starten können. Unmittelbar vor Beginn zog sein Rennstall den Wagen aus dem Verkehr. "Wir haben aus Sicherheitsgründen entschieden, dass wir nicht fahren", sagte Teamchefin Monisha Kaltenborn. Hülkenberg hatte sich den elften Startplatz in der Qualifikation zuvor gesichert und verfolgte das Rennen gefrustet als Zuschauer.
Ganz anders Sutil. Als Alonso in der 40. Runde zum zweiten Mal an die Box fuhr, war es wieder Zeit für den Deutschen, als Führender für ein ungewohntes Bild zu sorgen. Räikkönen allerdings ließ ihm nur kurz die Freude und überholte in der 43. Runde. Danach fuhr der Finne ungefährdet dem ersten Saisonsieg entgegen. Sutil hingegen konnte das hohe Tempo nicht durchhalten und wurde am Ende Siebter, ein mehr als respektables Ergebnis.
chp/dpa
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