Formel 1 Neue Motoren - oder Red Bull steigt aus

In der Formel 1 werden seit 2014 Hybridmotoren eingesetzt - und seitdem fährt Red Bull hinterher. Sollten die Regeln in drei Jahren nicht geändert werden, will der frühere Seriensieger aussteigen.

Red-Bull-Pilot Max Verstappen
AFP

Red-Bull-Pilot Max Verstappen


Der ehemalige Weltmeister-Rennstall Red Bull droht zum wiederholten Male mit dem Ausstieg aus der Formel 1 - sollte das Antriebsreglement ab dem Jahr 2021 nicht entscheidend geändert werden. "Das Reglement ist falsch für die Formel 1", sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko den "Salzburger Nachrichten" und sprach sich erneut für einen Motor aus, "der einfach sein muss, vom Sound her lauter, und die Kosten dürfen zehn Millionen Dollar nicht übersteigen".

Falls die laut Marko "unsinnigen" Motoren-Regeln ab der Saison 2021 beibehalten werde, könnte dies das Ende von Sebastian Vettels Ex-Team in der Königsklasse bedeuten: "Seit dieses Motoren-Reglement in Kraft ist, ist es drastisch bergab gegangen. Seit 2014 sind die Einschaltziffern und Zuschauerzahlen alle zurückgegangen."

Red Bull selber ist auch ein großer Verlierer des geltenden Antriebsreglements mit 1,6-Liter-V6-Hybrideinheiten. Die ehemaligen Seriensieger kämpfen seit der Einführung der Hybrid-Technologie mit Renault-Motoren um den Anschluss an die Spitze. Auch in der laufenden Saison sind die Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo chancenlos gegen die deutlich schnelleren Mercedes und Ferrari.

Im alten Reglement hatte Vettel zwischen 2010 und 2013 vier WM-Titel in Serie mit Red Bull gewonnen.

krä/sid

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insgesamt 18 Beiträge
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N-Zyan 01.06.2017
1. Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ...
... liegt's an der Badehose. Is klar! Zu den rückläufigen Zuschauerzahlen: Vielleicht ist dieser seltsame, teure und laute "Sport" einfach nur noch überflüssig.
Raimunde Krudenbruch 01.06.2017
2. nachvollziehbar für Red Bull
Red Bull hat als "nicht-Werksteam" nicht die Manpower, um den Hybridantrieb bis in alle Feinheiten abzustimmen, wie es nötig wäre. Da helfen auch keine Aerodynamik Gurus. Im Augenblick fahren zwei Teams allen davon, weil sie die meiste Man- und Finanzpower haben. So gesehen sind die Forderungen nachvollziehbar. Blöd ist halt nur, dass Red Bull sich aus so offensichtlichen Gründen gerade jetzt dazu äußert. Es war doch von Anfang an klar, dass komplexe Systeme Unmengen an Entwicklungs- und Abstimmungsarbeit erfordern. Alle Privat-Teams hätten sich sperren können. Soll Daimler halt mit Ferrari alleine fahren.
Attila2009 01.06.2017
3.
Zitat von N-Zyan... liegt's an der Badehose. Is klar! Zu den rückläufigen Zuschauerzahlen: Vielleicht ist dieser seltsame, teure und laute "Sport" einfach nur noch überflüssig.
Was überflüssig auf dieser Welt ist bestimmen Sie nicht , sondern die Konsumenten und Sportfreunde. Due F1 ist Sport und Unterhaltung und auf dem Gebiet gibt es sicher noch viel mehr "Überflüssiges " Die Motorenfrage ist aber tatsächlich eine Schlüsselfrage, auch die Kosten. F1 ist Motorsport, da steckt das Wort Motor schon mal drin.Heute ist es ein Reifensport, ein Aerodynamikerwettbewerb und ein Computerspiel. Man braucht tatsächlich einen Restart. Eine Kostenlimit das nicht nur Motorenentwicklung begrenzt sondern auch Eintrittskarten für Familien wieder erschwinglich macht und Veranstalter nicht in Pleiten stürzen.. Raus mit teuren Hybridplacebo,Batteriefummel und Elektronik. Öko wird das sowieso niemals. Reisekosten minimieren und Fahrergehälter wieder stutzen. Die Teams sollten ein Limit haben an Kosten von ... sagen wir mal 200 Mio im Jahr und was sie damit machen ist denen überlassen. Wer 12 Billigmotoren pro Saison verschleißen will soll es tun und wer denkt dass 3 hochentwickelte aber haltbare Motoren ausreichen, hat dann auch die Wahl.Zurück zum 3 Liter Sauger und 8 -Zylinder, Drehzahllimit aufheben und taktische Tankstopps wieder erlauben. Rechnen können die Teams selber wie sie taktieren.
Referendumm 01.06.2017
4. RBR kann eben nicht verlieren
RBR ist genau so ein Trödelverein, den die F1 garantiert NICHT braucht. Siegen sie am laufenden Band ist alles i.O.. Gehts sportlich mal abwärts, kommt das große Genöle. Motoren sind für RBR zu teuer? Ach ne, aber das zehnfache in der Entwicklung des allerkleinsten Flügelchens für die super Aero stecken. Wie blöd ist das denn? Apropos Aero: Newey hat keine Lust mehr auf F1 (nach den zig Erfolgen sucht er neue Herausforderungen, was ich voll verstehen kann). Er baut nun lieber Yachten und den Supersportler von Aston-Martin mit Namen Valkyrie. Da interessiert ihn die F1 einfach nicht so sehr, zumal jetzt andere Leute eigentlich dafür zuständig sind. Doch genau mit denen, dem aktuellen Personal, hat RBR wohl einen Griff ins Klo gemacht. Ergo, nicht nur der Motor von Renault schwächelt, sondern vor allem auch die Aero und das gesamte Auto von RBR ist Murks. Und weil das so ist, versucht man mit erpresserischen Mitteln den Neben-Kriegsschauplatz aufzumachen. Ne, ne, liebe Red Bulls, ihr habt Mist gebaut und nun wollt ihr eure Schuld auf andere abwälzen. Das ist feige und unfair. Aber was will man von ner Brausetruppe erwarten? Die sind doch nur wegen der Werbung da und wenns Erfolge zu holen gibt, sonst schmollen die. Haut endlich ab, die F1 kann gut ohne euch leben.
Referendumm 01.06.2017
5.
Zitat von N-Zyan... liegt's an der Badehose. Is klar! Zu den rückläufigen Zuschauerzahlen: Vielleicht ist dieser seltsame, teure und laute "Sport" einfach nur noch überflüssig.
Es gibt 100 und eine Begründung warum die F1 aktuell wenig angesagt ist. Ihre ist wohl weniger dabei. Es gibt Millionen Menschen, die diesen teuren und lauten Sport einfach lieben, auch wenn andere damit nix anfangen können. Nur wir leben in einer Welt, wo es NICHT nur die F1, sondern zig andere Rennserien gibt, also Konkurrenz en mass da ist. Viele andere Rennserien bieten besseren, kostengünstigeren (vor allem für die Zuschauer) und spannenderen Motorsport. Und warum soll ich mich dann für die F1 interessieren, wo ein Team über lange, viel zu lange Zeit alles dominiert? In der jüngeren F1-Zeit waren es erst Ferrrai mit Schumi, dann Red Bull, dann Mercedes. Und die räumten fast alles ab, was es zu gewinnen gab. Das Schlimme ist, dass die Konkurrenten oft gar keine Chancen hatten, um die WM überhaupt mitzufahren. Erst am letzten Wochenende gabs z.B. erneut die 24-Stunden vom Nürburgring. Bis zur letzten Minute wurde um den Sieg gekämpft mit einem auf und ab der späteren Sieger. Das war spannend, das war knallharter Wettbewerb etc. Das wollen die Zuschauer sehen. Dito LeMans! Auch dort wurde in den letzten Jahren bis zur letzten Minute um den Sieg gekämpft. Und wenn man als Familie zu den WEC-Rennen (Sportwagen inkl. Prototypen) geht, zahlt man auch nur einen Bruchteil von dem, was ein Wochenende F1 kostet. Dazu kommt man den Autos und den Fahrern sehr viel näher als in der F1. Die F1 ist einfach viel zu elitär, bietet wenig Rennsport, dafür viel zu viel Zirkus und ist für die Zuschauer vor Ort einfach extrem teuer. Und wer will sich sich ständig vorm TV setzen, um in den letzten Jahren auf P1 und P2 die beiden Mercedesse einlaufen zu sehen? Hinzu kommen noch die anderen Sehgewohnheiten der - vor allem - jüngeren Zuschauer. Die haben einfach keine Lust mehr, bei schönstem Wetter zu Hause 90 Minute vor der Glotze zu hocken, während draußen auf der Wiese oder am Strand oder so, nix per Mobilgerät empfangbar ist, nur weil die Verantwortlichen der F1 dazu zu doof sind. Bis dato war ja Bernie E. der Meister ever und der hat das Internet sowie die sogenannten Social Medien rein gar nicht verstanden.
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