Formel 1 Red Bull schafft Teamorder ab

Die Ansage ist klar: "Stallorder wird es bei uns keine mehr geben." Das kündigt Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko in der "Sport Bild" an. Die Maßnahme darf auch als verspätete Entschuldigung des Formel-1-Teams an Sebastian Vettel verstanden werden.

Red-Bull-Pilot Vettel: Ab sofort freie Fahrt
AP/dpa

Red-Bull-Pilot Vettel: Ab sofort freie Fahrt


Hamburg - Der Schnellere darf den Teamkollegen überholen und gewinnen. Was sportlich fair ist, aber nicht bei jedem Formel-1-Team praktiziert wird, gilt ab sofort bei Red Bull. "Stallorder wird es bei uns keine mehr geben", sagte Motorsportchef Helmut Marko der "Sport Bild".

Der Rennstall zog damit die Lehren aus dem Sieg-Zoff in Malaysia. Dort hatte der dreimalige Weltmeister Sebastian Vettel entgegen der Anordnung durch den Kommandostand seinen in Führung liegenden Teamkollegen Mark Webber mehrfach attackiert, schließlich überholt und ihm so den Sieg weggeschnappt.

Vettel wurde anschließend heftig kritisiert, sowohl öffentlich als auch intern. Der Deutsche musste sogar in der Fabrik im englischen Milton Keynes erscheinen, um sich beim kompletten Team zu entschuldigen. Zu viel des Guten, wie nicht wenige bei Red Bull befanden. Teamchef Christian Horner räumte im Nachhinein sogar ein: "Auch Webber hat sich schon mehrmals nicht an Weisungen des Teams gehalten." Daher ist die Rücknahme der Teamorder auch indirekt eine Entschuldigung des Teams an Vettel, der erst eingebremst und dann öffentlich gebrandmarkt wurde.

Damit gilt für den Großen Preis von China am Sonntag (9 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) und die folgenden 16 Saisonrennen: Freie Fahrt für Vettel und Webber, unabhängig von der Position des Teamkollegen.

ham/dpa

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insgesamt 30 Beiträge
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hansi99 10.04.2013
1. Richtig!
Fairplay ist angesagt und der beste gewinnt!
birnstein 10.04.2013
2. sportlich
Eine gute Entscheidung. Ohne diese wäre Vettel wohl aber auch nicht mehr lange bei Red Bull zu halten gewesen.
williamb. 10.04.2013
3. Lächerlich ...
Komm zu Ferrari Seb! Wir brauchen noch einen guten 2. Pilot hinter Fernando! Die ital. Sprache hast du ja bereits gelernt. #Scuderia
Stelzi 10.04.2013
4. Höchste Zeit!
Ich dachte zwar bis zum letzten Rennen, dass es sowas bei RR sowieso nicht gäbe aber nun sind die Verhältnisse wenigstens glasklar. Verloren hat in dieser Angelegenheit aber vorallem Red Bull - bei einem geeigneten Angebot wird Vettel wohl eher gfrüher als später (zu Ferrari?) wechseln nachdem man ihn auf diese Weise gedemütigt hat.
hefe21 10.04.2013
5. Bahn frei für den Samurai
Alonso zwitschert ja immer einschlägige Weisheiten aber Vettel ist ein Samurai. Er hat die Samuraiempfehlung "du sollst innerhalb sieben Atemzügen eine Entscheidung treffen um dann auf die andere Seite durchzubrechen" in Malaysia eindrucksvoll umgesetzt. Und Webber biss mit seinem Losungswort "Mulit21" beim auf Granit. Wenn die Vettelcrew ihm nicht seit einiger Zeit immer zur falschen Zeit die falschen Reifen vermittelt hätte, wäre die Frage einer Teamorder zugunsten eines Führenden Webber aber ohnehin kein Thema gewesen.
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