Force India: Sutil kehrt in die Formel 1 zurück

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Formel-1-Pilot Sutil: Die zweite Chance bei Force India

Das Warten hat ein Ende: Adrian Sutil feiert zur neuen Saison sein Comeback in der Formel 1. Der Deutsche kehrt zu seinem alten Force-India-Rennstall zurück. Bei den Testfahrten in Barcelona hatte der 30-Jährige überzeugt.

Hamburg - Adrian Sutil hat das letzte freie Cockpit für die neue Formel-1-Saison ergattert. Das Force-India-Team bestätigte am Donnerstag die Verpflichtung des 30 Jahre alten Deutschen als zweiten Stammfahrer neben dem Briten Paul di Resta. Sutil kehrt damit nach einjähriger Zwangspause zu dem indischen Rennstall zurück und wird Nachfolger seines Landsmanns Nico Hülkenberg, der zu Sauber gewechselt ist.

Damit starten in diesem Jahr vier Deutsche in der Formel 1: Weltmeister Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Hülkenberg und Sutil. Force India gab Sutil nach langer Bedenkzeit den Vorzug vor dem Franzosen Jules Bianchi, der von Ferrari gefördert wird. "Es war ganz eng, aber am Ende haben seine Erfahrung und seine frühere Verbindung zum Team den Ausschlag für Adrian gegeben", sagte Teamchef Vijay Mallya.

Sutil war vor einem Jahr bei Force India ausgemustert worden und hatte in der vergangenen Saison pausieren müssen. Zuletzt erhielt er von dem indischen Rennstall bei den Testfahrten in Barcelona eine neue Bewährungschance und konnte dabei überzeugen.

Das vorläufige Ende einer Leidenszeit

Für Sutil ist es das Ende einer Leidenszeit, die in einer Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung ihren Tiefpunkt hatte. Diese Negativ-Schlagzeilen will er nun endlich auf der Strecke vergessen machen. Der Deutsche wird bereits am Freitag und Samstag bei den Abschlusstests wieder im Force-India-Rennwagen sitzen. Die Saison beginnt am 17. März in Australien. "Nach meiner Auszeit will ich meine Ziele in der Formel 1 mehr denn je erreichen", sagte Sutil. "Ich danke Force India für diese zweite Chance."

Immer wieder hatte Force India die Fahrer-Entscheidung verschoben, vor allem wohl aus finanziellen Gründen. Sutil hatte das Team zwar bei seinem Testeinsatz in Barcelona in der vergangenen Woche überzeugen können, aber es ging um mehr als nur die Qualitäten am Steuer. Der Rennstall muss schon jetzt an die Saison 2014 und seinen künftigen Motorenausrüster denken. Der bisherige Partner Mercedes setzte sich hinter den Kulissen angeblich für Sutil ein. Ferrari aber will im kommenden Jahr Force India ebenfalls als Abnehmer seiner Motoren gewinnen und machte Druck für Bianchi.

Am Ende wählte das Team doch den alten Bekannten. Insgesamt 90 Grand Prix hat Sutil bereits für den Rennstall bestritten, der zunächst noch Spyker hieß und 2008 seinen Besitzer wechselte. Siege und Podiumsplätze fehlen zwar in der bisherigen Formel-1-Bilanz des Deutschen. Dennoch gilt Sutil als schneller und zuverlässiger Pilot mit Potenzial.

Aus der Bahn geriet Sutils Karriere durch eine Disco-Schlägerei im April 2011. Nach dem Großen Preis von China war der Rennfahrer in einem Nobelclub in Shanghai mit einem Mitbesitzer des Lotus-Teams aneinandergeraten und verletzte diesen mit einem Glas am Hals. Anfang des Vorjahres wurde Sutil wegen des Vorfalls in München verurteilt, zuvor hatte ihn Force India schon durch Hülkenberg ersetzt.

aha/dpa

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1. Ich gönn's ihm ...
Delago 28.02.2013
von Herzen. Viel Erfolg, Adrian!
2.
rumo246 28.02.2013
Freue mich auch für Adrian. Finde es gut, das er die 2. Chance bekommt. Er ist auch einer der Fahrer, bei denen es mich interessieren würde, was sie leisten können, wenn sie in einem wirklich schnellen Auto sitzen. Ist eigentlich bekannt, ob er mal mit Top-Teams in Verbindung stand und dort getestet hat, und wie die Zeiten im Vergleich waren? RUMO
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