Formel 1 Vasseur soll Sauber aus der Krise führen

Er übernimmt die Nachfolge von Monisha Kaltenborn: Sauber hat mit Frédéric Vasseur einen neuen Teamchef gefunden. Der Franzose könnte auch gut für die Karriere von Pascal Wehrlein sein.

  Ehemaliger Renault- und künftiger Sauber-Teamchef Frédéric Vasseur
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Ehemaliger Renault- und künftiger Sauber-Teamchef Frédéric Vasseur


Formel-1-Pilot Pascal Wehrlein bekommt einen neuen Chef. Der Franzose Frédéric Vasseur wird Nachfolger von Monisha Kaltenborn und übernimmt die Leitung des Schweizer Rennstalls Sauber. Das teilte das Team vor dem Großen Preis von Großbritannien am Sonntag (14.00 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: RTL und Sky) mit.

Vasseur war zuletzt bis Januar Teamchef beim Konkurrenten Renault. Er gilt als erfahrener Motorsport-Experte. In der Nachwuchsserie GP2 führte er die späteren Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg und Lewis Hamilton zu Titelgewinnen.

Zudem pflegt der Funktionär ein freundschaftliches Verhältnis zu Mercedes-Chef Toto Wolff. Das könnte gut für Wehrlein sein. Wolff wünscht sich mehr Förderung für den Deutschen, der bereits im vergangenen Winter im Gespräch für ein Mercedes-Cockpit war. Bislang soll der 22-Jährige aber einen schweren Stand bei Sauber haben. Es heißt, sein Teamkollege Marcus Ericsson wird beim Material bevorteilt. Zuletzt wirkte Wehrlein mehrfach frustriert, dass an seinem Auto immer wieder die gleichen Probleme auftraten. Trotzdem ist Wehrlein mit fünf Punkten (Magnussen: null Punkte) aktuell der erfolgreichere Fahrer.

Mit Vasseur an der Spitze soll es bei Sauber insgesamt besser laufen. "Ich freue mich sehr darauf, das Team mit meiner Erfahrung und Zielstrebigkeit zu ergänzen und alle in die richtige Richtung zu führen - bei all dem, was sie tun", wurde Vasseur in einer Mitteilung des Teams zitiert. "Die langjährige und erfolgreiche Karriere von Frédéric Vasseur in Spitzenpositionen im internationalen Motorsport spricht für sich. Wir sind begeistert davon, ihn bei Sauber willkommen zu heißen", sagte Pascal Picci, Chef der Sauber Holding AG.

Die Trennung von Kaltenborn, die seit 1998 in verschiedenen Funktionen für die Schweizer tätig war, hatte für gehörige Aufregung in der Szene gesorgt. Aus unterschiedlichen Quellen war zu hören, dass sich die Österreicherin für die Gleichberechtigung beider Piloten eingesetzt habe. Unmittelbar vor dem Großen Preis von Aserbaidschan in Baku Ende Juni war dann die Trennung erfolgt. Mehr über die Hintergründe zur Trennung lesen Sie hier.

Sauber hat seit Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen und geht in der laufenden Saison mit den günstigeren Vorjahresmotoren von Ferrari an den Start. In der aktuellen Teamwertung ist die Mannschaft mit bislang fünf Punkten Vorletzter.

jan/sid



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