Formel 1 Sauber trennt sich von Teamchefin Kaltenborn

Sie war die erste Frau an der Spitze eines Formel-1-Rennstalls. Jetzt verlässt Monisha Kaltenborn Sauber. Das bestätigte der Teammanager kurz vor dem Großen Preis von Aserbaidschan.

Monisha Kaltenborn (links) mit Pascal Wehrlein
AFP

Monisha Kaltenborn (links) mit Pascal Wehrlein


Monisha Kaltenborn ist offenbar nicht mehr Teamchefin des Formel-1-Teams Sauber. Wie unterschiedliche internationale Medien übereinstimmend berichten, gehen die Österreicherin und der Schweizer Rennstall mit sofortiger Wirkung getrennte Wege.

Teammanager Beat Zehnder bestätigte, dass er und Technikdirektor Jörg Zander für den bevorstehenden Großen Preis von Aserbaidschan in Baku am Sonntag (15 Uhr; TV: RTL / Sky; Liveticker SPIEGEL ONLINE) die Führung des Teams übernehmen werden.

Kaltenborn war seit 1998 in verschiedenen Funktionen für das Sauber-Team tätig und leitete die Geschäfte, seit sich Gründer Peter Sauber 2012 zurückgezogen hatte. Damit war sie die erste Frau an der Spitze eines Formel-1-Rennstalls.

Sauber konnte in dieser Saison erst vier Punkte sammeln, nachdem Pascal Wehrlein beim Großen Preis von Spanien in Barcelona auf den achten Platz gefahren war. Sein schwedischer Teamkollege Marcus Ericsson schaffte es bislang nicht in die Punkte.

mmm/sid/dpa



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der-junge-scharwenka 21.06.2017
1. Unvermeidlich
Das war wohl unvermeidlich. Frau K. hat in den letzten Jahren einige fatale Fehlentscheidungen getroffen, die das Team an den Rand des Ruins gebracht haben. Exemplarisch war der Winter 2014/15, als Sauber mit Ericsson, Nasr, van der Garde und Sutil nicht weniger als vier Fahrer unter Vertrag genommen hatte. Van der Garde musste mit einem zweistelligen Millionenbetrag abgefunden werden, der den Rennstall fast in die Knie gezwungen hätte. Ihre einsame Entscheidung, ab 2018 mit Honda-Motoren weiterzumachen, die nicht einmal bei McLaren funktionieren, dürfte die Bereitschaft der neuen Teameigner, mit Frau K. weiterzumachen, zusätzlich gebremst haben. Das hat nichts mit Frauen-Bashing zu tun. Es gibt in der Branche auch Männer, die Blödsinn anstellen, und umgekehrt gibt es Frauen, die einen guten Job machen. Claire Williams beispielsweise hat derartige Fehler noch nicht gemacht.
cristobalwue 21.06.2017
2. Großer Preis von Europa
Baku ist in Europa? Wieder etwas dazu gelernt ...
uzsjgb 21.06.2017
3.
Zitat von der-junge-scharwenkaDas war wohl unvermeidlich. Frau K. hat in den letzten Jahren einige fatale Fehlentscheidungen getroffen, die das Team an den Rand des Ruins gebracht haben. Exemplarisch war der Winter 2014/15, als Sauber mit Ericsson, Nasr, van der Garde und Sutil nicht weniger als vier Fahrer unter Vertrag genommen hatte. Van der Garde musste mit einem zweistelligen Millionenbetrag abgefunden werden, der den Rennstall fast in die Knie gezwungen hätte. Ihre einsame Entscheidung, ab 2018 mit Honda-Motoren weiterzumachen, die nicht einmal bei McLaren funktionieren, dürfte die Bereitschaft der neuen Teameigner, mit Frau K. weiterzumachen, zusätzlich gebremst haben. Das hat nichts mit Frauen-Bashing zu tun. Es gibt in der Branche auch Männer, die Blödsinn anstellen, und umgekehrt gibt es Frauen, die einen guten Job machen. Claire Williams beispielsweise hat derartige Fehler noch nicht gemacht.
Ganz im Gegenteil. Dieses Verhalten hat den Rennstall überhaupt gerettet. Nach dem Unfall von Bianchi musste man auf die Schnelle Ersatz bekommen und das bedeutete den Ersatz mit dem meisten Geld. Das war ganz eindeutig Nasr, dessen Sponsoren dürften auch die Zahlungen an van der Garde übernommen haben. Ausversehen stellt niemand zu viele Rennfahrer ein, das ist ganz bewusst geschehen. Zum Glück hat sich van der Garde nicht zurück ins Cockpit klagen können, denn dann wäre Sauber Pleite gegangen. Nebenbei war die Entscheidung Ericsson anzuheuern goldrichtig, denn es waren Ericssons Sponsoren, welche den Rennstall am Leben gehalten haben und die ihn auch übernommen haben. Es ist auch naiv zu glauben Kaltenborn wäre alleine dafür verantwortlich, bis zum Schluss hatte sie immer die Rückendeckung von Peter Sauber. Woher wissen Sie, dass es die "einsame Entscheidung" von Kaltenborn war, den Vertrag mit Honda einzugehen? Ich halte es für eine gute Entscheidung, denn die Honda-Motoren dürften viel weniger kosten, als die von Ferrari. Vermutlich wird Honda eher Geld an Sauber zahlen, vor allem wenn Sauber 2018 das einzige Team ist, welches mit Honda-Motoren fährt. Davon würde Sauber enorm profitieren.
der-junge-scharwenka 21.06.2017
4.
Zitat von uzsjgbGanz im Gegenteil. Dieses Verhalten hat den Rennstall überhaupt gerettet. Nach dem Unfall von Bianchi musste man auf die Schnelle Ersatz bekommen und das bedeutete den Ersatz mit dem meisten Geld. Das war ganz eindeutig Nasr, dessen Sponsoren dürften auch die Zahlungen an van der Garde übernommen haben. Ausversehen stellt niemand zu viele Rennfahrer ein, das ist ganz bewusst geschehen. Zum Glück hat sich van der Garde nicht zurück ins Cockpit klagen können, denn dann wäre Sauber Pleite gegangen. Nebenbei war die Entscheidung Ericsson anzuheuern goldrichtig, denn es waren Ericssons Sponsoren, welche den Rennstall am Leben gehalten haben und die ihn auch übernommen haben. Es ist auch naiv zu glauben Kaltenborn wäre alleine dafür verantwortlich, bis zum Schluss hatte sie immer die Rückendeckung von Peter Sauber. Woher wissen Sie, dass es die "einsame Entscheidung" von Kaltenborn war, den Vertrag mit Honda einzugehen? Ich halte es für eine gute Entscheidung, denn die Honda-Motoren dürften viel weniger kosten, als die von Ferrari. Vermutlich wird Honda eher Geld an Sauber zahlen, vor allem wenn Sauber 2018 das einzige Team ist, welches mit Honda-Motoren fährt. Davon würde Sauber enorm profitieren.
Das ist nur aus wirtschaftlicher Sicht richtig, und selbst das nur bei kurzfristiger Betrachtung. Aber mittelfristig kann man sich mit so einem Verhalten sein eigenes Grab schaufeln. Die F1-Geschichte ist voll von Teams, die sich keinen guten Motor (mehr) leisten konnten und aufgrund von Finanzzwängen eine kostenlose Gurke genommen haben. Zakspeed ist 1989 daran zugrunde gegangen, Brabham 1991/92, und Tyrrell 1997/98 letztlich auch (alle drei übrigens mit Yamaha). Weitere Beispiele? Pacific, Coloni, und, und, und. Honda - oder besser: Hondas Geld - ist für Sauber wahrscheinlich im Augenblick überlebenswichtig (was auch schon bemerkenswert ist, weil sie ja seit 2016 angeblich neue Investoren haben). Die entscheidende Frage für Sauber wird sein, ob es Honda gelingt, aufzuholen. Schlimmer als 2017 kann es sicher kaum noch werden, aber wie es weiter geht, weiß keiner. Allerdings wird man sich fragen dürfen, was für einen Hersteller sprechen könnte, der im zweiten Jahr in Folge einen Motor baut, der noch schlechter ist als sein Vorgänger. Und warum sollte Honda ausgerechnet bei einem Team wie Sauber mehr reüssieren als bei McLaren? Mir fallen da keine Gründe ein...
uzsjgb 21.06.2017
5.
Zitat von der-junge-scharwenkaDas ist nur aus wirtschaftlicher Sicht richtig, und selbst das nur bei kurzfristiger Betrachtung. Aber mittelfristig kann man sich mit so einem Verhalten sein eigenes Grab schaufeln. Die F1-Geschichte ist voll von Teams, die sich keinen guten Motor (mehr) leisten konnten und aufgrund von Finanzzwängen eine kostenlose Gurke genommen haben. Zakspeed ist 1989 daran zugrunde gegangen, Brabham 1991/92, und Tyrrell 1997/98 letztlich auch (alle drei übrigens mit Yamaha). Weitere Beispiele? Pacific, Coloni, und, und, und. Honda - oder besser: Hondas Geld - ist für Sauber wahrscheinlich im Augenblick überlebenswichtig (was auch schon bemerkenswert ist, weil sie ja seit 2016 angeblich neue Investoren haben). Die entscheidende Frage für Sauber wird sein, ob es Honda gelingt, aufzuholen. Schlimmer als 2017 kann es sicher kaum noch werden, aber wie es weiter geht, weiß keiner. Allerdings wird man sich fragen dürfen, was für einen Hersteller sprechen könnte, der im zweiten Jahr in Folge einen Motor baut, der noch schlechter ist als sein Vorgänger. Und warum sollte Honda ausgerechnet bei einem Team wie Sauber mehr reüssieren als bei McLaren? Mir fallen da keine Gründe ein...
Was anderes zählt für Sauber nicht. Die leben seit Jahren von der Hand in den Mund. Auch der neue Eigner scheint da nicht sonderlich weitergeholfen zu haben. Dieses Jahr fährt Sauber mit alten Ferrari-Motoren, weil sie sich keine aktuellen leisten konnten. Ich vermute Honda wurde nur genommen, weil es die billigste Alternative ist. Sportlicher Erfolg steht bei Sauber erst an zweiter Stelle, die Sicherung der Arbeitsplätze an erster.
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