"Nicht mehr passend" Formel 1 schafft Grid-Girls ab

Frauen, die Schilder hochhalten und dabei nett lächeln: Das wird es in Zukunft in der Formel 1 nicht mehr geben. Einige Fahrer betrachten die Entwicklung mit Skepsis.

"Grid-Girls" beim GP von Monaco
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"Grid-Girls" beim GP von Monaco


Die Formel 1 verzichtet ab sofort auf die "Grid-Girls". Diese Erwägung hatte es bereits länger gegeben.

"Obwohl die Praxis, 'Grid-Girls' zu beschäftigen, seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Grands Prix ist, glauben wir, dass diese Sitte nicht mit unseren Markenwerten in Einklang und klar im Widerspruch zu modernen gesellschaftlichen Normen steht", sagte Marketingchef Sean Bratches vom Formel-1-Eigner Liberty Media.

Zuletzt hatte es Kritik am Einsatz der "Grid-Girls" gegeben, da diese sexistische Rollenklischees bedienten: Die Frau, die nicht mehr zu tun hat, als nett zu lächeln, während die Männer für sportliche Höchstleistungen verantwortlich sind.

Als "Grid-Girls" werden Frauen bezeichnet, die während eines Grand Prix rund um die Rennstrecke als Hostessen eingesetzt werden. Zu ihren Aufgaben gehört das Halten von Namensschildern und Regenschirmen, meist sind sie dabei leicht bekleidet. Der neue Besitzer der Rennserie sagt, dass "Grid-Girls" nicht mehr "passend" oder "relevant für die Formel 1 und ihre Fans" seien.

Einige Piloten der Rennserie hatten sich zuletzt allerdings für den Verbleib der Frauen in der Startaufstellung stark gemacht. "Die Grid-Girls müssen bleiben", sagte Red-Bull-Fahrer Max Verstappen der "Bild"-Zeitung. Als 2015 beim Großen Preis von Monaco "Grid-Boys" zum Einsatz kamen, sorgte das für Kritik unter den Fahrern. Sebastian Vettel sagte: "Das Auto zu parken und auf den Hintern von einem George oder Dave zu gucken, das hat mir nicht gefallen."

"Grid-Boys" beim GP in Monaco 2015
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"Grid-Boys" beim GP in Monaco 2015

Die neuen Besitzer der Königsklasse hatten in der laufenden Sexismusdebatte bereits angedeutet, den Einsatz der "Grid-Girls" überdenken zu wollen. Die neue Saison startet nun ohne sie am 25. März in Australien.

jan/sid



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