Formel 1 Vettel gewinnt überraschend Saisonauftakt in Melbourne

Lange sah es danach aus, als würde Lewis Hamilton auch beim Start der neuen Formel-1-Saison dominieren. Doch eine Safety-Car-Phase verhalf Sebastian Vettel zum Erfolg.

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Sebastian Vettel hat das erste Rennen des neuen Formel-1-Jahres gewonnen. Der Ferrari-Pilot fuhr beim Saisonauftakt im australischen Melbourne vor Titelverteidiger Lewis Hamilton (Mercedes/+5,036 Sekunden) zum Sieg. Dritter wurde Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (+6,309).

Der erste Start der Saison verlief unspektakulär, und davon profitierte vor allem Hamilton. Der Brite, der sich am Vortag die Poleposition gesichert hatte, begann sein Rennen fehlerlos und verteidigte seine Führung souverän vor Räikkönen und Vettel. Es waren die Piloten des Haas-Teams, die dem Rennen eine Wendung verliehen.

Kevin Magnussen, der sich bereits beim Start von Position fünf auf vier verbessert hatte, und Teamkollege Romain Grosjean waren beide stark unterwegs - bis sie nach fast der Hälfte des Rennens in die Box fuhren. Kurz darauf fielen beide innerhalb von zwei Runden aus. Das war bitter für Haas, weil beide Piloten sogar Chancen aufs Podest hatten. Und es beeinflusste die Spitze des Fahrerfelds.

Denn als anschließend eine virtuelle Safety-Car-Phase ausgerufen wurde, fuhr Vettel in die Box. Ein Manöver, das ihm letztlich den Sieg bringen sollte. Hamilton, der seinen Reifenwechsel bereits hinter sich hatte, musste in dieser Phase mit gedrosseltem Tempo fahren - und sich knapp hinter Vettel einreihen, als dieser aus der Boxengasse herausfuhr (Runde 26). Das lag offenbar auch an einer Softwarepanne, wie Mercedes hinterher angab.

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Formel 1 in Melbourne: Vettel feiert, Haas hadert

Nach dem Restart in Runde 32 startete Hamilton vergeblich Attacken auf Vettel. Ernsthaft gefährden konnte er den Deutschen nicht, im Gegenteil: Auf schnelle Runden folgten immer wieder auch langsamere, weil Hamilton offenbar mit nachlassenden Hinterrädern zu kämpfen hatte.

"Wir hatten natürlich ein bisschen Glück mit dem Safety Car, es hat aber Spaß gemacht. Das war richtig gut", sagte Vettel hinterher. "Sie haben einfach den besseren Job gemacht", sagte Hamilton über seinen Kontrahenten. "Ich weiß aber jetzt immer noch nicht, was da eigentlich schiefgelaufen ist."

Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas landete auf dem achten Rang (+34,339). Was nach einer Enttäuschung klingt, war eigentlich eine erfolgreiche Aufholjagd. Nach einem Unfall im Qualifying und einer Strafversetzung war der Finne nur von Position 15 gestartet. Knapp vor Bottas landete Nico Hülkenberg im Renault auf Platz sieben (+32,671).

Für Max Verstappen verlief das Rennen durchwachsen. Der aggressiv fahrende Niederländer verlor beim Start seinen vierten Platz, später rutschte er nach einem Fahrfehler auf Position acht ab. Zwar beendete der Red-Bull-Pilot das Rennen noch als Sechster, profitierte dabei aber auch vom Ausfall der Haas-Piloten.

Für eine Überraschung sorgte Fernando Alonso im McLaren. Der Spanier, der während der Saisonvorbereitung immer wieder mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, wurde Fünfter - dabei war er von Position zehn ins Rennen gestartet.

mon



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ex_Kamikaze 25.03.2018
1. Wenn die Formel 1
Sport sein will, dann dürfen nicht viele Rennen so ausgehen. Ferrari und Vettel haben nichts aus eigener Kraft geleistet um auf Platz 1 zu kommen. Die Unmöglichkeit zu überholen und der geringe Reifenverschleiß taten ein Übriges das Glücksergebnis zu zementieren. Etwas Geschmäckle bleibt, das just in dem einzigen Zeitfenster wo ein Safety Car etwas bringt beide Hilfs-FIArrari ausfallen, eine SafetyCar Phase provozieren die dann den "richtigen" FIArrari (wohlgemerkt: das "Nr.1" Auto das bis dahin selbst gegen den Teamkollegen chancenlos war) nach vorne bringt. Vielleicht sollte man auch mal über die Strecke nachdenken, die bietet keine Überholmöglichkeiten. Nach mehr als 20 Jahren Pay-TV gab es erstmals keine Gelegenheit eine qualitativ normale Übertragung zu sehen, der "Markt" hat nur die undiskutable Sendung von RTL übrig gelassen.
Herkules67 25.03.2018
2. zu #1
Leider falsche Analyse eines absolut spannenden Auftaktrennens. Um bei der Formel 1 zu gewinnen, reicht es eben nicht (immer), 58 mal die schnellste Runde zu fahren, man muss halt nur in der letzten vorne sein. Das hat auch das Haas-Team erfahren müssen, schnell gefahren, aber in der Box Lehrgeld bezahlt. Das VSC dann Vettel zur Last legen zu wollen, spricht für eine Mercedes-Brille. Hamilton war sich seiner Sache zu sicher, er hat sich ja sogar über Funk fragend an die Box gewendet, woher denn der Ferrari kommt. Vettel/Ferrari waren diesmal einfach cleverer, fahrerisch ist Vettel auf Augenhöhe mit Hamilton, null Fehler, die letzten 15-20 Runden abgespult wie ein Uhrwerk. Hamilton ist auf das Grün gefahren. Dies gibt den Ausblick für die nächsten Rennen, der Zweikampf zwischen Vettel und Hamilton, es wird eine spannende Saison. Vorteil Vettel.
A. Merkel 25.03.2018
3. autonomes Fahren 3.0
Vettel gewinnt. Offenkundig sind dieses Jahr autonomes Fahren und Fernsteuerung wieder zulässig. beides war in der Formel 1 ja zeitweise deutlich eingeschränkt wurde. Mit den neuen Regelungen hätte womöglich selbst Michael Schumacher wieder Chancen auf ein Comeback. Aus meiner Sicht sollte man ehrlich sein und die "Fahrer"ganz weglassen. In der Formel 1 steht nun mal die Ingenieurleistung im Vordergrund und nicht der Mensch.
s.l.bln 25.03.2018
4. Ach Gottchen
Zitat von ex_KamikazeSport sein will, dann dürfen nicht viele Rennen so ausgehen. Ferrari und Vettel haben nichts aus eigener Kraft geleistet um auf Platz 1 zu kommen. Die Unmöglichkeit zu überholen und der geringe Reifenverschleiß taten ein Übriges das Glücksergebnis zu zementieren. Etwas Geschmäckle bleibt, das just in dem einzigen Zeitfenster wo ein Safety Car etwas bringt beide Hilfs-FIArrari ausfallen, eine SafetyCar Phase provozieren die dann den "richtigen" FIArrari (wohlgemerkt: das "Nr.1" Auto das bis dahin selbst gegen den Teamkollegen chancenlos war) nach vorne bringt. Vielleicht sollte man auch mal über die Strecke nachdenken, die bietet keine Überholmöglichkeiten. Nach mehr als 20 Jahren Pay-TV gab es erstmals keine Gelegenheit eine qualitativ normale Übertragung zu sehen, der "Markt" hat nur die undiskutable Sendung von RTL übrig gelassen.
Aluhüte sind wohl nicht umsonst silber. Hinter Haas stecken eine Menge Sponsorengelder und die Ferrari Motoren bezahlen Sie teuer. Sie hatten beide Autos auf aussichtsreichen Positionen auf viele Punkte und damit Geld.Freiwillig geben die gar nichts aus der Hand. Aus eigener Kraft sind die Ferrari in Schlagdistanz geblieben und haben kluges Reifenmanagement betrieben. Daß es auf Stadtkursen öfter Safetycarphasen gibt, ist bekannt. Vettel ist lange genug draußen geblieben ,um eine zu erwischen. Natürlich war das auch glücklich. Der zweitplatzierte Kimi ist früh genug in die Box, um Hamilton dazu zu veranlassen, das Gleiche zu tun. Das war strategisch einfach gut gemacht. Sollte Strategie Sport neuerdings diskreditieren, habe ich was nicht verstanden. Daß Hamilton am Ende erst den Motor und dann die Reifen überfahren mußte, war die Konsequenz. Mal sehen, wie die neue Dreimotorenregel sich auf die Saison auswirkt, wenn Mercedes nicht mehr nach Belieben Zusatzleistung freigeben kann. Vielleicht gewinnt dieses Jahr nicht das schnellste Auto, sondern das mit dem haltbarsten Motor. Haas wird das wohl nicht werden. Wer weiß, vielleicht kann das sogar ein Renault sein, z.B. im Red Bull.
bauigel 25.03.2018
5. @ ex_Kamikaze
Mannomann..... wieder mal so ein Verschwörungstheoretiker. Soso, Vettel und Ferrari haben also nichts geleistet? Und natürlich war die SafetyCar-Phase konstruiert. Selten so einen Schwachsinn gelesen. Und schauen sie mal in anderen Sportarten, wie viel Unterschied das Material ausmacht. Ob es un Bobfahren ist.... oder selbst im Skilanglauf. Wer verwachst hat, hat keine Chance. Ist das also kein Sport? Dann können sie auch sagen dass es kein Sport ist, weil es ja in Afrika keine Skipisten gibt..... no more comment.
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