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Vettels dritter Platz in Australien: "Ja, wir haben das Rennen verloren"

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REUTERS

Sebastian Vettel

Es hätte eine richtige Kampfansage an Mercedes werden können. Doch dann setzten Ferrari und Sebastian Vettel auf die falsche Reifenstrategie. Trotzdem hofft der Verfolger auf die nächsten Rennen.

Was für ein erster Renntag im Jahr 2016 für Sebastian Vettel. Das erste Saisonrennen war eine Achterbahnfahrt der Gefühle für den Ferrari-Star. Es begann mit einem perfekten Start samt unverhoffter Doppelführung für die Scuderia vor dem großen Favoriten Mercedes - und damit mit der berechtigten Hoffnung, den Auftakt-Grand-Prix in Melbourne aus eigener Kraft gewinnen zu können.

"Am Ende waren wir nah dran", zog Vettel nach seinem dritten Platz Bilanz. "Aber hätte, wäre, wenn hilft uns nicht. Wichtig ist, dass unser Speed im Rennen deutlich besser war." Den ersten Rückschlag verzeichnete Ferrari zur Rennmitte, als Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen mit einem Defekt ausfiel. Viel schwerer wog jedoch ein Strategiefehler am Kommandostand des Traditionsrennstalls aus Maranello.

Als das Rennen nach dem schweren Unfall von Fernando Alonso und Esteban Gutiérrez unterbrochen wurde, wechselte Mercedes die Strategie von Vettels erstem Verfolger Nico Rosberg. Statt wie geplant auf zwei Stopps zu setzen, entschied sich das Team um und ließ den späteren Sieger Rosberg mit der härteren Medium-Reifenmischung ohne einen weiteren Stopp durchfahren. Eine Option, die auch Ferrari offengestanden hätte.

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Unfall von Alonso: Ein kleines Wunder
"Mercedes hat im richtigen Moment die richtigen Reifen drauf gehabt", zeigte Ex-Weltmeister Niki Lauda den Fehler auf. "Sie haben die Strategie im richtigen Moment angepasst." Ferrari verpasste diese Gelegenheit beziehungsweise entschied sich bewusst für einen anderen Weg, der sich im weiteren Verlauf als falsch herausstellte. "Sie haben sich ein bisschen verkalkuliert", bestätigte auch RTL-Kommentator Christian Danner. "Aber mein Gott. In solchen Rennen kann so etwas passieren."

Vettel nahm sein Team für die Entscheidung in Schutz. "Vielleicht hätten wir es besser machen können, aber das ist hinterher immer einfach zu sagen", sagte er. Zu diesem Zeitpunkt des Rennens waren die Strategen am Ferrari-Kommandostand alle von ihrer Wahl überzeugt. "Wir haben das Recht, eine aggressive Strategie zu wählen, aber das hat nicht ausreichend funktioniert", gestand Teamchef Maurizio Arrivabene.

Hinzu kam, dass Vettels Reifen früher als erwartet abbauten. Nach einem erneuten Wechsel fuhr der dann wieder viel schnellere Vettel in den Schlussrunden sogar noch einmal auf den Zweitplatzierten Lewis Hamilton auf. "Ich war deutlich schneller", sagt Vettel. Er fand aber keinen Weg am Briten vorbei. "Dann habe ich es mit der Brechstange versucht und es dabei in der vorletzten Kurve übertrieben. Das ging in die Hose." Vettel rutschte in die Auslaufzone und musste sich endgültig mit Platz drei begnügen.

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Großer Preis von Australien: Die Fehler der anderen
Die Chance auf den Auftaktsieg hatte ihn aber schon zuvor die falsche Reifenwahl gekostet. "Wenn man so nah dran ist und schon ein bisschen am Sieg riechen konnte, ist es natürlich schade, wenn es nicht klappt", räumte Vettel nach dem Rennen ein. Teamchef Arrivabene gestand offen und ehrlich: "Ja, wir haben das Rennen verloren." Vettel betonte derweil lieber die positiven Seiten des Rennwochenendes in Australien. "Wir waren sehr dicht dran und werden versuchen, die Lücke Schritt für Schritt zu schließen, um Mercedes ordentlich zu ärgern."

Mit dieser Meinung steht Vettel nicht allein da. Ex-Rennfahrer Danner interpretiert die Erkenntnisse aus dem Grand Prix von Australien ebenfalls als positive Vorzeichen. "Ferrari ist in der Lage, Mercedes unter Druck zu setzen", betonte Danner. Die nächste Chance dazu erhält die Scuderia am 3. April beim Großen Preis von Bahrain (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), bei dem Vettels Teamkollege Räikkönen im Vorjahr als Zweiter auf dem Podium gestanden hat. "Letztes Jahr waren wir dort ziemlich stark", erinnerte sich der Deutsche. "Melbourne zählte 2015 zu unseren schlechtesten Strecken. Dieses Jahr waren wir hier deutlich besser." Gute Vorzeichen also für einen neuerlichen Angriff auf die Silberpfeile.

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Formel-1-Saison 2016
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Red Bull
Daniel Ricciardo und Max Verstappen
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Renault
Kevin Magnussen und Jolyon Palmer
Toro Rosso
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr.
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Manor
Rio Haryanto und Pascal Wehrlein
Haas
Romain Grosjean und Esteban Gutierrez
Der Rennkalender
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (as-Sachir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montréal)
19. Juni: Europa (Baku)
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Großbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Mogyoród)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur (Singapur)
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Japan (Suzuka)
23. Oktober: USA (Austin)
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Interlagos)
27. November: Abu Dhabi (Yas-Insel)
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Polepositions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Polepositions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

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Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
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1. Pfeifen im Walde
Fangio 20.03.2016
oder Klammern an einen Strohhalm? (Zahle freiwillig 2€ ins Phrasenschwein) Hier im Forum dominieren ja wie üblich die Seifenkisten-Experten und Schwarzseher, die Mercedes jetzt schon den Lorbeerkranz umhängen wollen und nur Kiesgrubenrennen für echten Sport halten. Immerhin übernimmt der ehrliche Arrivabene die Verantwortung, das ist bei den Italienern schonmal nicht selbstverständlich. So ein Blitzstart gelingt Vettel aber nicht alle Tage. Der Alonso-Unfall hat den Silberpfeilen zwar in die Karten gespielt, aber dass er zum Schluss Hamilton noch unter Druck setzen konnte, lag sicher nicht nur an dessen abbauenden Reifen. Nunja, erst in Bahrein wird sich zeigen ob der Abstand tatsächlich kleiner geworden ist – ich schätze ja.
2.
May 20.03.2016
Basierend auf dem ersten Rennen kann man durchaus sagen, dass Ferrari deutlich näher an Mercedes dran ist als letztes Jahr und gute Chancen hat mehr Rennen als in der Vorsaison zu gewinnen. Man muss aber auch sehen, dass zumindest Rosberg dem Sieg recht gemütlich entgegen fahren konnte, auch würde ich vermuten, dass Mercedes noch das ein oder andere Upgrade im Köcher hat. Gepaart mit der sich jetzt schon abzeichnenden überragenden Zuverlässigkeit nach den Wintertestfahrten dürfte die Teamweltmeisterschaft in der Tat so gut wie sicher bei Mercedes landen. Bei den Fahrern könnte es dagegen spannend werden, sollte sich Ferrari ganz auf Vettel konzentrieren. Dann könnte uns ein interessanter Dreikampf um die Krone ins Haus stehen.
3. Wenn Reifen wichtiger sind als der Fahrer, dann kann man auch einen Affen ins Cockpit setzen.
Casparo 20.03.2016
Der wiegt nur 20 kg. Oder auch den noch sparen und einen Computer lenken und Gas geben lassen. Der wiegt nur noch 30 Gramm und noch ein paar Gramm für Stellmotoren. Aber wer schaut sich dann solche Carrera-Spielzeugbahn-Rennen noch an? Ich nicht nicht.
4. @casparo #3
black-mamba 20.03.2016
Nach Ihrer Argumentation, müsste dann der bessere Fahrer mit - sagen wir - 5 Liter Diesel und einem 50 PS - Kleinwagen jeden anderen in deren Formel 1- Rennwagen besiegen können. Denn am Material liegt es ja - nach Ihrer Überzeugung - nicht, gell? Bevor Sie zukünftig so "kluge" Beiträge schreiben, empfehle ich Ihnen sich mehr mit Physik zu beschäftigen, statt mit Biologie (von wegen Gewicht eines Affen - wobei, auf welche Rasse beziehen Sie die Gewichtsangabe eigentlich?). Weil wenn Sie sich mit Physik beschäftigt hätten, wüßten Sie, was Haftreibung ist und was sie für eine Wirkung hat und auch warum.
5. Aufgepasst, Niki Lauda analysiert gerade!
Nabob 20.03.2016
Warum die Mercedes am Start so schlecht wegkamen, und wir wissen doch, wenn der erst einmal anfängt zu analysieren, dann wird Bahrain kein Zuckerschlecken am Start. Vettel sollte ruhig auch mal ein bisschen mit Arrivabene (oder wie der sich schreibt) zusammen analysieren, wie das Rennen reifenmäßig besser laufen müsste. Ansonsten nur frohen Mutes, Seb! Das Auto ist doch jetzt schon schnell, das ist zu Anfang der Saison bei Ferrari neu. Und Rosi macht sowieso Platz, "Gary Glitter" kann man wahrscheinlich nur taktisch fangen. Außerdem könnte Kimi ja mal darauf angesetzt werden, nach hinten zu blocken.
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