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Formel-1-Teamrangliste: Silber, Rot - und dann?

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Weltmeister Lewis Hamilton (l.) und Herausforderer Nico Rosberg Zur Großansicht
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Weltmeister Lewis Hamilton (l.) und Herausforderer Nico Rosberg

Die Formel 1 startet und eines ist klar: Mercedes wird erneut dominieren. Doch dahinter wird es spannend, vor allem Red Bull droht durchgereicht zu werden. Die Rangliste der elf Teams.

Niki Lauda sollte genau wissen, wovon er redet. Der Aufsichtsratschef von Mercedes konnte sich in der vergangenen Saison über 16 Siege seines Teams in 19 Formel-1-Rennen freuen, Spannung an der Spitze gab es nur im teaminternen Duell zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Das war Gift für das Zuschauerinteresse, Formel-1-Fans erhoffen sich natürlich packende Kämpfe um den Weltmeistertitel.

Lauda will zumindest vor dem ersten Rennen der Saison 2016 in Australien den Schein wahren, dass es in diesem Jahr anders laufen wird. "Ich sehe deutlich, dass Ferrari auf uns mit großen Schritten aufholt", sagte Lauda in einem Interview mit RTL, dem TV-Sender, für den er weiterhin als Experte tätig sein wird: "Ich vermute, dass die bis auf zwei, drei Zehntel an uns herangerückt sind. Das ist schon ein gefährlich kleiner Vorsprung."

Der Vorsprung sei nur noch sehr gering, bei dem "geringsten Fehler, den Mercedes bei Strategien, Reifen oder Ähnlichem macht, sind die zwei, drei Zehntel dann sehr schnell weg", sagte Lauda. Der neutrale Beobachter hat bisher nur die beiden Testphasen in Barcelona beobachten können und da werden nur bedingt gut interpretierbare Ergebnisse geliefert. An der Dominanz von Mercedes wird sich jedoch wenig ändern.

Vettel will Rennen gewinnen

Für Ferrari wird in der Konstrukteurswertung somit wieder nur der zweite Rang bleiben, auch wenn der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel auf bessere Ergebnisse hofft. "Mein Ziel ist es, ganz klar Weltmeister zu werden und Rennen zu gewinnen", sagte Vettel. "Alles andere ist für mich nicht gut genug."

Hinter Silber und Rot sind dagegen einige Überraschungen zu erwarten. McLaren will nach einem Jahr der Erfolglosigkeit wieder durchstarten, kämpft jedoch erneut mit Problemen. Red Bull kündigt einen Angriff an, muss aber aufpassen, nicht von weiteren Teams überholt zu werden. Und mit Renault und Haas gibt es zwei Neueinsteiger, die Potenzial besitzen.

Am Ende des Feldes will keines der elf Teams landen - neben dem Prestige zählt da auch der finanzielle Aspekt. Nur für die Top Ten der Konstrukteurswertung gibt es Preisgelder, der Elfte bekommt eine Trostprämie von zehn Millionen Euro. SPIEGEL ONLINE gibt in der Teamrangliste einen Ausblick auf den Saisonstart in Australien.

Platz 11: Manor Racing. Seit 2010 fährt das Team in der Formel 1 mit, für Punkte reichte es bisher aber nur in einem von 111 Rennen. Das soll in dieser Saison natürlich anders werden. Das Auto wurde komplett umgebaut, mit Mercedes gibt es einen neuen Motorenpartner, in die Teamleitung wurden erfahrene Leute geholt und mit Pascal Wehrlein sitzt ein großes Talent im Cockpit. Die Testfahrten in Barcelona haben aber gezeigt, dass in den ersten Rennen wenig zu erwarten ist. Das kann sich im Laufe der Saison aber ändern.

Platz 10: Sauber. Der Schweizer Rennstall ließ in der vergangenen Saison McLaren hinter sich - was aber eher an der Krise des Traditionsteams aus England lag. In den ersten Rennen werden Marcus Ericsson und Luiz Felipe Nasr eher mit Manor um den letzten Platz kämpfen. Das liegt auch an den finanziellen Problemen. Der aktuelle Wagen wurde erst zum zweiten Testtermin fertig und in der vergangenen Woche wurden ausstehende Gehälter bezahlt. Zudem verlor Sauber vor wenigen Tagen Technikchef Mark Smitz - auch das spricht gegen eine positive Entwicklung im weiteren Saisonverlauf.

Platz 9: Haas F1. Das Team aus den USA ist kein typischer Neuling. Teambesitzer Gene Haas bringt viel Motorsporterfahrung aus der Nascar-Serie mit. Mit Ferrari wurde ein wichtiger strategischer Partner gefunden und die Piloten Romain Grosjean (l.) und Esteban Gutiérrez haben zusammen schon deutlich mehr als hundert Grand Prix in der Formel 1 bestritten. Aber der Rennwagen ist komplett neu und offenbarte gerade in der zweiten Testwoche zu viele Kinderkrankheiten. Werden diese behoben, kann Haas vereinzelt in die Punkte fahren.

Platz 8: Renault. Nach der Übernahme von Lotus herrschte im Lager der Franzosen eher Pessimismus vor. Der Rennwagen wurde im vergangenen Jahr nicht weiterentwickelt, der eigene Motor machte auch immer wieder Probleme. Daran gemessen liefen die Testfahrten in Barcelona ordentlich - auch wenn Neuling Jolyon Palmer zu häufig in der Box stand. Für Kevin Magnussen lief es etwas besser. Langfristig wird es wichtig sein, ob Renault überhaupt Interesse zeigt, das aktuelle Auto zu entwickeln. Vermutlich wird 2016 zum Übergangsjahr.

Platz 7: McLaren. Vom Selbstverständnis gehört die Kombination McLaren und Honda an die Spitze. Umso desaströser war das vergangene Jahr, als nur das punktlose Marussia hinter dem Traditionsteam lag. Der Frust beim Weltmeisterduo Jenson Button und Fernando Alonso war gewaltig. Nun soll alles besser werden und tatsächlich scheint Honda in Sachen Zuverlässigkeit einige Fortschritte gemacht zu haben. Aber es fehlt an Power, der Rückstand auf die Spitzenteams war in Barcelona gewaltig. Zuletzt gestand Teamchef Eric Boullier, den erhofften Zeitplan in der Vorbereitung nicht eingehalten zu haben.

Platz 6: Red Bull. Das erfolgsverwöhnte Team belegte 2015 nur den vierten Platz in der WM-Wertung. Motorenlieferant Renault wurde früh als Übeltäter ausgemacht, nach öffentlichem Zwist wurde sogar über einen Ausstieg Red Bulls spekuliert. Nun geht es mit Renault doch weiter, auch wenn der Motor offiziell Tag Heuer heißen wird. Auf den Geraden fehlt im Vergleich zu den Top-Teams aber weiterhin die nötige Power. Kann Renault das Problem mit der Arbeit von Mario Illien im Sommer beheben? Daniil Kvyat und Daniel Ricciardo würde es freuen, denn vom Fahrgestell her ist Red Bull ein absolutes Top-Team.

Platz 5: Force India. Nach den bisherigen Eindrücken könnte das Team des deutschen Fahrers Nico Hülkenberg den fünften Platz in der Konstrukteurswertung verteidigen. Der 28-Jährige fuhr in der ersten Testwoche in Barcelona eine Tagesbestzeit, der neue VJM09 spulte fast 4000 Testkilometer ab. Ganz persönlich will Hülkenberg das teaminterne Duell gegen Sergio Pérez gewinnen. Force India hat im Vergleich zum Vorjahr sowohl technisch als auch personell wenig verändert. Das spricht für Kontinuität, kann aber auch bedeuten, dass die Konkurrenz aufholt oder vorbeizieht.

Platz 4: Toro Rosso. Die kleine Schwester liegt zwei Plätze vor Red Bull? Zumindest zu Saisonbeginn könnte dieses, in den vergangenen Jahren undenkbare, Szenario Realität werden. Denn mit neuem Ferrari-Motor sind zwei Probleme ausgemerzt worden: die Leistung und die Zuverlässigkeit. Elfmal fiel Toro Rosso in der vergangenen Saison aus, da wurden viele Punkte verschenkt. Und auch die Fahrerpaarung ist stark. Carlos Sainz fährt sehr solide, Max Verstappen bringt etwas mehr Talent mit und kann mit dem gewonnenen Jahr Erfahrung für Furore sorgen. Allerdings wird der Motor nicht weiterentwickelt, daher die Tendenz im Laufe der Saison fallend sein.

Platz 3: Williams. Der Traditionsrennstall stand zwei Jahre in Folge auf dem Konstrukteurs-Podest. Und mit Kontinuität will Williams den nächsten Schritt gehen. Technisch wurde wenig verändert, die Mercedes-Motoren sind weiterhin ein großer Trumpf und das Fahrerteam Valtteri Bottas und Felipe Massa hat sich bewährt. Doch reicht das wirklich, um noch weiter oben anzugreifen? Vermutlich nicht: Williams wird mit Red Bull, Force India und Toro Rosso das Mittelfeld bilden und im langen Saisonverlauf ist von Rang drei bis sechs alles möglich. In Australien kann Williams aber weit vorne landen.

Platz 2: Ferrari. Die Scuderia war in der vergangenen Saison die klare Nummer 2 im Formel-1-Zirkus, Mercedes war aber erneut deutlich stärker. Das soll 2016 anders werden und die Testfahrten in Barcelona machten Hoffnung. Fünf von acht Tagesbestzeiten klingen verheißungsvoll, allerdings legte der silberne Konkurrent viel mehr Wert auf die Zuverlässigkeit des Autos und mied die schnellen Reifen. Mit verbesserter Aerodynamik hoffen der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen trotzdem auf eine deutliche Verbesserung. Für den WM-Titel wird es aber erneut nicht reichen.

Platz 1: Mercedes. Beide WM-Titel, 703 Punkte, 16 von 19 Rennen gewonnen - so liest sich die Mercedes-Dominanz der vergangenen Saison. Vor dem Großen Preis von Australien gibt sich Teamchef Toto Wolff vorsichtig, von einer erneuten Dominanz will er nichts wissen. Die Ingenieure von Williams erstellten jedoch eine Rangliste, die keine Spannung verspricht: Mercedes liege etwa vier Zehntel pro Runde vor Ferrari. Für Nico Rosberg muss es darum gehen, Weltmeister Lewis Hamilton mit einer geringen Fehlerquote und gestärkter Psyche anzugreifen. Dann könnte es an der Spitze doch spannend werden.

Formel-1-Saison 2016
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Red Bull
Daniel Ricciardo und Max Verstappen
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Renault
Kevin Magnussen und Jolyon Palmer
Toro Rosso
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr.
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Manor
Rio Haryanto und Pascal Wehrlein
Haas
Romain Grosjean und Esteban Gutierrez
Der Rennkalender
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (as-Sachir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montréal)
19. Juni: Europa (Baku)
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Großbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Mogyoród)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur (Singapur)
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Japan (Suzuka)
23. Oktober: USA (Austin)
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Interlagos)
27. November: Abu Dhabi (Yas-Insel)
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Polepositions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Polepositions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

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insgesamt 5 Beiträge
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1.
May 17.03.2016
Ich sehe das aehnlich, ausser dass McLaren auf Platz 7 etwas optimistisch scheint, Red Bull auf Platz 6 etwas pessimistisch.
2. Rennsport Alternative
polemix 17.03.2016
Heute startet die neue Saison in der MotoGP. Auch wenn im Free TV (Eurosport) nur jedes zweite Rennen übertragen wird: immer noch um Welten spannender und ehrlicher als die Formel 1. Unsere österreichischen Nachbarn werden via Servus TV mit dem kompletten MotoGP Programm verwöhnt. Seltsam, dass es für diese großartige Rennserie anscheinend keine richtige Lobby gibt. SPON, fährt kein Sport Redakteur Moped?
3. McLaren
Nonvaio01 17.03.2016
schaetze ich als 3-4 ein, nochmal wird Honda sich nicht vorfuehren lassen, da haben die einfach zuviel stolz, ich bin mir sicher das die ueber den winter 24/7 schichten im werk geschoben haben. Die tests in Bacelona haben nicht viel aussage kraft.
4. Verwegener Anspruch!
dreiimweckla 18.03.2016
Vettels Ziel ist es, "ganz klar Weltmeister zu werden"?!? Ich fürchte, das wird schon mal nicht klappen! Vielleicht sollte er sich darauf beschränken, zu sagen: Mein Ziel ist es ganz klar, Weltmeister zu werden! Merke: Der Realitätssinn steigt oder fällt mit der korrekten Interpunktion!
5. Es
mimija 19.03.2016
droht mal wieder gähnende Langeweile! Nach diesen Qualitraining hab ich von dieser Saison schon genug gesehen. Ich schaue lieber MotoGP, da wird wenigstens Spannung geboten!
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