Formel 1: Vettel holt seinen zweiten Weltmeistertitel 

Was für ein Triumph: Formel-1-Pilot Sebastian Vettel ist erneut Weltmeister - vier Rennen vor Saisonende. Dafür reichte ihm beim Großen Preis von Japan ein dritter Platz hinter Sieger Jenson Button und Fernando Alonso. Nach seinem zweiten Titel flossen beim Deutschen die Tränen.

Vettel Weltmeister 2011: Der lachende Dritte Fotos
Getty Images

Hamburg - Sebastian Vettel hat seinen Weltmeistertitel in der Formel 1 verteidigt. Der Deutsche belegte beim Großen Preis von Japan den dritten Platz und ist in der Gesamtwertung nicht mehr einzuholen. Trotz seines dritten Saisonsiegs kann McLaren-Pilot Jenson Button mit nun 210 Punkten bei noch vier ausstehenden Rennen und maximal 100 zu vergebenden Punkten nicht mehr zu Vettel (324 Zähler) aufschließen.

"Sebastian, du bist Weltmeister 2011 - toll gemacht", funkte Red-Bull-Teamchef Christian Horner seinem Champion bei der Zieldurchfahrt, was Vettel zunächst trocken kommentierte: "Ich hätte es vorgezogen, zu gewinnen." Danach konnte der alte und neue Titelträger seine Tränen nicht mehr zurückhalten. "Dank an alle, wirklich alle", schluchzte Vettel.

Der Red-Bull-Fahrer benötigte nach seinem Erfolg in Singapur nur einen Punkt beim Rennen in Suzuka, um seine Titelverteidigung perfekt zu machen. Dafür hätte schon der zehnte Platz gereicht. Doch damit gab sich Vettel nicht zufrieden, er fuhr auf Sieg. Für den zehnten Erfolg in dieser Saison reichte es aber nicht ganz. Er kam etwa zwei Sekunden hinter Button (1:30:53,427 Stunden), vor dem Rennen Vettels letzter verbliebener Konkurrent um den Titel, und rund eine Sekunde hinter Ferrari-Pilot Fernando Alonso ins Ziel. Es folgten Vettels Teamkollege Mark Webber (+8,071 Sekunden) und Lewis Hamilton im zweiten McLaren (+24,268).

Vettel löst Alonso als jüngster Titelverteidiger der Formel 1 ab

Vettel ist erst der neunte Fahrer in der Geschichte der Formel 1, der seinen Titel verteidigte. Zuletzt gelang das Alonso 2006 im Renault. Nachdem Vettel im vergangenen Jahr bislang jüngster F-1-Champion wurde, ist er nun auch jüngster Titelverteidiger. Mit 24 Jahren und 98 Tagen löst er Alonso in dieser Kategorie ab.

Vettel hat jetzt die Chance, 2012 den Hattrick perfekt zu machen. Das haben bislang lediglich der legendäre Argentinier Juan Manuel Fangio und Rekord-Champion Michael Schumacher geschafft. Fangio holte von 1954 bis 1957 ohne Unterbrechung vier seiner insgesamt fünf Titel. Schumacher triumphierte von 2000 bis 2004 sogar fünfmal in Folge.

Nach dem Rennen sagte Vettel: "Es war so ein langes, so ein fantastisches Jahr. Hier den WM-Titel zu gewinnen, ist unglaublich. In so einem Moment möchte man so viele Dinge sagen. Es ist fantastisch, dieses Ziel zu erreichen, das wir uns vor der Saison gesetzt haben. Es wird Zeit brauchen, das zu verstehen. Wahrscheinlich in einer stillen Stunde, mit Leuten, die mir am Herzen liegen."

Zweitbester Deutscher in Suzuka wurde Schumacher auf Platz sechs (+27,120). Der Mercedes-Pilot hatte das Rennen zwischenzeitlich sogar für ein paar Runden angeführt. Sein Teamkollege Nico Rosberg, der nach einem verkorksten Qualifying aus der letzten Reihe starten musste, kämpfte sich noch bis auf Platz zehn vor (+44,322) und wurde dafür mit einem WM-Punkt belohnt. Adrian Sutil (+54,447) belegte im Force India den elften Rang. Deutsches Schlusslicht war Timo Glock, der in seinem Virgin nicht über den 20. Rang hinauskam und zwei Runden Rückstand hatte.

Button im Reifenpoker cleverer als Vettel

Bereits am Start demonstrierte der von Platz eins startende Vettel seine Entschlossenheit, nicht bloß auf Sicherheit fahren zu wollen und blockte einen Angriff des hinter ihm postierten Button ab. "Dafür bekommt er sicher eine Strafe", schimpfte der ausgebremste Brite via Boxenfunk. Die Rennleitung blieb jedoch milde und Vettel straffrei. In der Folge konnte der 24-Jährige seine Führung zunächst ausbauen.

Im üblichen Reifenpoker musste Vettel jedoch auch seiner forschen Fahrt Tribut zollen. Button kam mit den unterschiedlichen Reifenmischungen aufgrund seiner sanfteren Fahrweise besser zurecht. In Runde 21 - zu diesem frühen Zeitpunkt waren Vettel und Button schon mit dem dritten Reifensatz unterwegs - kam der Brite vor Vettel aus der Boxengasse, verteidigte seine Führung nach einer Safety-Car-Phase und fuhr am Ende den Sieg ein.

ham/dpa/dapd/sid

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Glückwunsch!
Tahouin 09.10.2011
Perfektes Team + gutes Fahrzeug + guter Fahrer = Weltmeister. Alles richtig gemacht.
2. Gz
Shivon 09.10.2011
Tolle Leistung von Seb und Red Bull!
3. Gut gemacht
Hubatz 09.10.2011
Glückwunsch :)
4. Herzlichen Glückwunsch
myoto 09.10.2011
Herzlichen Glückwunsch zur Titelverteidigung.
5. Perfekte Saison
Chefdenker71 09.10.2011
Glückwunsch, aber beim nächsten Mal nicht wieder Button ins Gras beisen lassen...
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Titelverteidigungen in der Formel 1
Fahrer Jahre
Alberto Ascari (1952, 1953)
Juan Manuel Fangio (1954-1957)
Jack Brabham (1959, 1960)
Alain Prost (1985, 1986)
Ayrton Senna (1990, 1991)
Michael Schumacher (1994, 1995, 2000-2004)
Mika Häkkinen (1998, 1999)
Fernando Alonso (2005, 2006)
Sebastian Vettel (2010-2012)

Formel-1-Weltmeister (ab zwei Titeln)
Fahrer Anzahl Titel
Michael Schumacher 7 (1994, 1995, 2000-2004)
Juan Manuel Fangio 5 (1951, 1954-1957)
Alain Prost 4 (1985, 1986, 1989, 1993)
Sebastian Vettel 4 (2010-2013)
Jack Brabham 3 (1959, 1960, 1966)
Jackie Stewart 3 (1969, 1971, 1973)
Niki Lauda 3 (1975, 1977, 1984)
Nelson Piquet 3 (1981, 1983, 1987)
Ayrton Senna 3 (1988, 1990, 1991)
Alberto Ascari 2 (1952, 1953)
Jim Clark 2 (1963, 1965)
Graham Hill 2 (1962, 1968)
Emerson Fittipaldi 2 (1972, 1974)
Mika Häkkinen 2 (1998, 1999)
Fernando Alonso 2 (2005, 2006)
Lewis Hamilton 2 (2008, 2014)
Fotostrecke
Vettels zweiter WM-Titel: Nur Schumi und Mansell waren schneller

Die schnellsten Formel-1-Weltmeister
Jahr Fahrer (Zeitpunkt WM-Titel)
1963 Jim Clark (nach 7 von 10 Rennen)
1965 Jim Clark (nach 7 von 10 Rennen)
1969 Jackie Stewart (nach 8 von 11 Rennen)
1971 Jackie Stewart (nach 8 von 11 Rennen)
1992 Nigel Mansell (nach 11 von 16 Rennen)
2001 M. Schumacher (nach 13 von 17 Rennen)
2002 M. Schumacher (nach 11 von 17 Rennen)
2004 M. Schumacher (nach 14 von 18 Rennen)
2011 Sebastian Vettel (nach 15 von 19 Rennen)