Hamburg - Sebastian Vettel geht von der Pole-Position ins Formel-1-Rennen in Indien am Sonntag (10.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) und hat somit beste Chancen auf seinen vierten Sieg in Serie. Der Red-Bull-Pilot fuhr im Qualifying in 1:25,283 Minuten die schnellste Runde. Der Doppelweltmeister verwies damit seinen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber auf den zweiten Platz.
"Das war eine knappe Session, vor allem am Ende. Ich bin sehr glücklich über die Pole-Position. Es war bislang ein sehr gutes Wochenende für uns. Wir haben noch ein wenig Potential, schneller zu fahren. Es wird aber am Sonntag ein hartes und langes Rennen", sagte Vettel nach dem Qualifying.
Dritter wurde auf dem Buddh International Circuit Lewis Hamilton im McLaren vor Stallrivale Jenson Button. Erst dann folgte als Fünfter Vettels schärfster WM-Kontrahent Fernando Alonso im Ferrari. Vor dem viertletzten Saisonlauf hat der Spanier sechs Punkte Rückstand auf Vettel, der seine fünfte Pole in diesem Jahr und seine 35. insgesamt holte.
Mercedes-Pilot Nico Rosberg startet als Zehnter, er verzichtete in der dritten Qualifikationsphase auf eine gezeitete Runde, um Reifen für das Rennen zu sparen. Nico Hülkenberg verpasste beim Heimrennen seines Teams Force India als 12. ebenso den letzten Durchlauf wie Rekordchampion Michael Schumacher (Mercedes), der als 14. fast eine halbe Sekunde zu langsam war. Marussia-Pilot Timo Glock startet von Platz 21.
Marine-Flaggen sorgen für Diskussionen
Mit einer politischen Aussage, die angeblich keine sein sollte, hatte Ferrari bereits vor dem Qualifying in Indien für Diskussionen gesorgt. Der Rennstall hatte aus Solidarität für zwei in Indien festgehaltene italienische Soldaten Marine-Flaggen auf ihre Boliden geklebt.
Politische Statements verstoßen allerdings nicht nur gegen die Fia-Statuten, Ferrari sorgte damit in Indien für negative Reaktion bis in die höchsten politischen Ebenen. Ein Sportevent für Dinge zu nutzen, die nichts mit Sport zu tun hätten, sei nicht im Sinne des Sports, wurde Außenministeriumssprecher Syed Akbaruddin zitiert.
Die Scuderia veröffentlichte anschließend eine Stellungnahme auf ihrer Homepage, in der es hieß: "Mit allem Respekt vor den indischen Behörden möchte Ferrari klarstellen, dass diese Initiative keinerlei politische Implikation hat oder haben sollte."
Zwei italienische Marinesoldaten hatten am 15. Februar zwei indische Fischer erschossen, weil sie diese versehentlich für Piraten hielten. Aus dem Gefängnis wurden die beiden nach vier Monaten zwar auf Kaution entlassen, sie dürfen Indien aber nicht verlassen, bevor ihnen wegen Mordes der Prozess gemacht wird. Italien argumentiert, dass der Zwischenfall in internationalen Gewässern geschah und die indische Justiz damit nicht zuständig sei.
mib/sid/dpa
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