Hamburg - Sebastian Vettel nimmt Kurs auf seine dritte Weltmeisterschaft. Der Red-Bull-Fahrer gewann den Großen Preis von Indien mit großem Vorsprung. Der Sieg in Greater Noida war nach den Erfolgen in Singapur, Japan und Korea bereits der vierte Grand-Prix-Sieg in Serie für Vettel. "Es ist unglaublich, phantastisch, schon wieder diesen schönen Pokal zu gewinnen", sagte er.
Bis kurz vor dem Ende sah es so aus, als ob Red Bull einen Doppelerfolg würde feiern können. Doch dann fiel bei Mark Webber das KERS aus, und Fernando Alonso überholte ihn. So belegte Vettels ärgster Konkurrent in der WM-Wertung im Ziel Rang zwei (+9,4 Sekunden) vor Webber (+13,2). Es folgten die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton (+13,9) und Jenson Button (+26,2). Alonso sagte: "Wir sind zufrieden. Wir haben Punkte verloren, aber das Maximum geholt."
Michael Schumacher musste schon in der ersten Runde mit einem Reifenschaden in die Box fahren und fiel so auf den letzten Platz zurück. Kurz vor dem Ende fuhr der 43-Jährige erneut in die Box und beendete das Rennen. Nico Hülkenberg fuhr auf Rang acht und war damit drei Plätze besser als Nico Rosberg. Timo Glock belegte Rang 20.
WM-Entscheidung fällt frühestens in Austin
Mit nun 240 Punkten hat Vettel seine Führung in der WM-Wertung weiter ausgebaut. Es folgen Alonso (227 Punkte), Kimi Räikkönen (173), Webber (167) und Hamilton (165). Damit hat der Deutsche drei Rennen vor Saisonende gute Chancen, seinen WM-Titel erneut zu verteidigen. "Es ist nicht ein Faktor, der entscheidet. Wir haben alle Hand in Hand gearbeitet und alle gepusht, das hat den Unterschied ausgemacht."
Weiter geht es am kommenden Sonntag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) beim Großen Preis von Abu Dhabi. Eine Entscheidung könnte damit frühestens beim vorletzten Rennen in diesem Jahr am 18. November in Austin (Texas) fallen.
In Greater Noida fuhr Vettel einmal mehr scheinbar in einer eigenen Rennserie. Auf dem spektakulären Achterbahnkurs mit einigen Auf-und-Ab-Passagen bewies der Deutsche diesmal auch ein gutes Gefühl für seine Reifen. Erst nach der Hälfte der Renndistanz fuhr Vettel deutlich später als die anderen Top-Fahrer zum ersten Boxenstopp. Alonso musste hingegen seinen Attacken am Ende Tribut zollen. Der bis an die Grenze gefahrene Ferrari konnte kaum noch zulegen. Im Ziel hatte der Deutsche mehr als neun Sekunden Vorsprung.
Vettels Teamkollege Webber sorgte derweil auf der Pressekonferenz für einen Aufreger. Als Vettel Alonso auf die Frage, was jeder der beiden WM-Aspiranten am liebsten vom anderen hätte, den Tausch der Baseball-Mützen vorschlug, stand der drittplatzierte Australier auf und verließ kopfschüttelnd das Podium.
leh/dpa
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