Formel 1 Porsche dementiert Gerüchte um Webber-Wechsel

Geht er? Bleibt er? Mark Webber erlebte zuletzt zwei verkorkste Rennen, in China war für ihn vorzeitig Schluss. Gerüchten zufolge steht der Red-Bull-Pilot vor einem Wechsel zu Porsche - doch der Rennwagenbauer dementiert bisher.

Webber beim Großen Preis von China: Rad verloren, frühes Aus
Getty Images

Webber beim Großen Preis von China: Rad verloren, frühes Aus


Hamburg - Wann könnte man sich als Formel-1-Fahrer mit einem Team-Wechsel anfreunden, wenn nicht nach so einem Renn-Wochenende?

Erst bekam der Australier von Sebastian Vettel im Streit über die Stallorder-Affäre eine verbale Ohrfeige verpasst. Es folgte eine peinliche Benzin-Panne im Qualifying mit anschließender Strafversetzung, ein Rennunfall, ein verlorenes Rad und eine Strafe fürs kommende Rennen. Bei Red Bull läuft es für Webber derzeit alles andere als gut - schon bald könnte er in einem Porsche-Cockpit sitzen.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll Webber bereits einen Dreijahresvertrag mit dem deutschen Sportwagenhersteller ausgehandelt haben und soll ab 2014 für die Traditionsmarke in der Langstrecken-Weltmeisterschaft und den 24 Stunden von Le Mans zum Einsatz kommen. Allerdings ist noch nichts unterschrieben. Als möglicher Nachfolger von Webber bei Red Bull ist Lotus-Pilot und Vettel-Kumpel Kimi Räikkönen im Gespräch.

Porsche bezeichnete die Gerüchte als "faktisch falsch", so Sprecher Oliver Hilger. Das Unternehmen betonte hingegen, vorerst mit seinem eigenen Stamm von zehn Fahrern für das neue Sportwagen-Projekt zu planen. Das Fahrerthema sei für Porsche derzeit "kein vordringliches", sagte Hilger. Erst später im Jahr wolle der Autobauer entscheiden, ob noch Fahrer von außen verpflichtet werden.

"Das ist kompletter Müll"

Webbers Abgang bei Red Bull scheint seit der Stallorder-Affäre in Malaysia immer wahrscheinlicher, der 36-Jährige besitzt bei Red Bull nur noch einen Vertrag für diese Saison. Bereits zu Beginn dieses Jahres waren Spekulationen über ein Engagement Webbers bei Porsche aufgetaucht, auch der Australier verzichtete damals auf ein klares Dementi.

Nach dem Serien-Desaster in China wurden zudem Gerüchte laut, Red Bull wolle Webber wegmobben. "Das ist kompletter Müll", sagte Teamchef Christian Horner auf die Frage, ob die Zwischenfälle bei dem 36-Jährigen mit den Vorfällen von Malaysia in Zusammenhang stünden. "Vergessen Sie Verschwörungstheorien. Wir versuchen, beide Autos so gut wie möglich zu platzieren. Jeder, der denkt, es gäbe hier eine Verschwörung gegen irgendeinen Fahrer, weiß nicht, auf was er hier schaut", so Horner weiter.

Webber werde laut Horner über das desaströse Wochenende hinwegkommen. "Mark ist ein harter Wettbewerber, er ist stark gefahren und ist wieder durch das Feld gekommen." Das Team habe ihn dabei nach Kräften unterstützt: "Die Kollision war unglücklich, der Ausfall noch unglücklicher."

luk/dpa/sid

insgesamt 6 Beiträge
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Stelzi 15.04.2013
1. Peinlich, dämlich
Diese Mobbing Gerüchte oszillieren zwischen dämlich und ahnungslos - jeder Punkt für die Teamwertung ist Millionen wert, die schmeisst auch Red Bull nicht einfach so weg, weil sie angeblich den Fahrer "wegmobben" wollen - wenn sie Webber los werden wollen, dann suspendieren oder feuern sie ihn. Das kommt sie auch nicht teurer zu stehen als sich selbst der Punkte zu berauben die er einfahren könnte.
los-don-os 15.04.2013
2.
Es gab Zeiten in der Formel 1, da hatte man mit vollster Absicht seinem Fahrer weniger Sprit mitgegeben, damit dieser das Rennen nicht zu Ende fahren kann, damit er nicht Sieger wird, sondern wie geplant sein Team-Kollege. Das Team sah es sich einmal an, beim zweiten Mal als er die Stall-Regie nicht einhielt gab man ihm weinger Sprit mit. Leider finde ich den Artikel nicht mehr.
glyphstar 15.04.2013
3.
würde Kimi zu rb wechseln würde ich mich echt ärgern. der adjutant vom Vettel zu sein wird seinem fahrerischen können echt nicht gerecht. den webber-deal finde ich allerdings sehr interessant.
Gerdd 16.04.2013
4. Schon wahr - und doch ...
Zitat von StelziDiese Mobbing Gerüchte oszillieren zwischen dämlich und ahnungslos - jeder Punkt für die Teamwertung ist Millionen wert, die schmeisst auch Red Bull nicht einfach so weg, weil sie angeblich den Fahrer "wegmobben" wollen - wenn sie Webber los werden wollen, dann suspendieren oder feuern sie ihn. Das kommt sie auch nicht teurer zu stehen als sich selbst der Punkte zu berauben die er einfahren könnte.
Klar würde RB auch dieses Jahr gerne wieder Konstrukteursweltmeister werden - und dafür brauchen sie alle Punkte von zwei Fahrern. Adäquater Ersatz für Webber steht nicht an der Straßenecke. so wird man sich - nolens, volens - wohl arrangieren. Nach Mobbing sah mir eher die Stallorder-Seifenoper der vorigen Woche aus. Nur - den Seb können (und wollen) sie ja nun wirklich nicht verscheuchen. Also, was sollte das? Vorschlag: Webber hat dem Team "die Pistole auf die Brust gesetzt": "Wenn ihr mir den nicht vom Halse haltet, schmeiß' ich Euch den Bettel hin!" - oder so ähnlich. Das hat aber nicht funktioniert und nach der Debatte in der Öffentlichkeit war allen klar, daß die Sache Gift fürs Markenimage war. Daher die Kehrtwende: "Keine Stallorder mehr! Sieh, wie Du damit zurecht kommst, Webber." Ich erwarte nun eine Phase, wo Webber und das Team vergleichsweise lieblos miteinander umgehen werden. Verhandlungen, sagt man, werden erst in der Jahresmitte geführt - wenn überhaupt (das sagt man - noch - nicht.) Kimi nächstes Jahr, ein Interimsfahrer, wenn nötig, für den Rest dieser Saison, das ist meine Erwartung. Dabei braucht man sich wohl keine Sorgen zu machen, daß Kimi nur als Zweitfahrer hinter Vettel agiert. Zwischen den beiden kan ich mir einen gesunden aber fairen Wettstreit schon vorstellen. Sollten die beiden sich mal irgendwann abschießen, dann gehe ich wirklich von einem Versehen aus. Auch Schumacher und Rosberg haben sich ja nie wirklich bekriegt, ohne daß da der eine oder der andere eine klare Nummer Zwei war.
jakam 16.04.2013
5. Seb & Kimi - ja bitte
Das ewige Geheule und Gejammer von Webber nervt, wir hoffen schon lange auf einen Austausch der australischen Primadonna. Seb und Kimi wären ein Superteam, die Zwei verstehen sich blendend und würden sich sicherlich gegenseitig eher im Niveau noch weiter anheben statt sich diesem kindischen Kleinkrieg zu widmen, den Webber dauernd provoziert. Bei uns heisst Webber nur noch "Pissy" (geez man, stop being so goddamn pissy all the time) und wir sind als RedBull Team Fans froh, wenn er endlich die Fliege macht. Er selbst hat sich in den vergangenen Jahren auch nicht gerade als fairer Teamkollege erwiesen und sollte seine Klappe vielleicht nur halb so weit aufreissen. Die Stallorder bzw der Versuch war ein Riesenfehler und absolut enttäuschend, da wir u.a. gerade deshalb RedBull immer mochten, weil sie eben nicht wie Ferrari einen Fahrer zum Wasserträger degradieren und es eigentlich immer hiess "let them race". Wir hoffen, daß dieser Vorfall einmalig bleibt und wir keinerlei solchen Blödsinn mehr hören müssen. Seb ist Rennfahrer und hat das getan, was man tut, wenn man deutlich schneller ist: Gewinnen. Und wie man ja jetzt gesehen hat, waren diese Punkte eben doch sehr wichtig.
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