Hamburg - Mit dem runderneuerten Ferrari scheint Fernando Alonso wieder ganz vorne mitfahren zu können. Doch auch Sebastian Vettel ist mit seinem Red Bull bereit, auf die Erfolgsspur zurückzukehren. Der Formel-1-Vizeweltmeister musste sich am Freitag im zweiten Training zum Großen Preis von Europa in Valencia am Sonntag (14 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) nur Alonso geschlagen geben.
Mit dem verbesserten F10 will Alonso bei seinem zweiten Heimrennen nach dem Barcelona-Grand-Prix die Wende im Titelrennen schaffen. Er will die Bedeutung des neunten Saisonlaufs allerdings nicht zu hoch hängen. "Nach dem Valencia-Rennen kommen noch zehn weitere Grands Prix", sagte er. "Das ist nicht der letzte Strohhalm, den wir haben." Auch in Silverstone und auf dem Hockenheimring wolle Ferrari technisch noch einmal nachlegen.
Zufriedenheit auch bei Mercedes: Nico Rosberg, in der ersten Übungssession am Vormittag Schnellster, kam im zweiten Abschnitt am Nachmittag immerhin auf Rang vier. Michael Schumacher, der erstmals auf dem 5,419 Kilometer langen Hafenkurs unterwegs war, musste sich allerdings mit den Plätzen acht und elf zufriedengeben. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister war damit in seinem Mercedes sogar nur viertbester Deutscher. Denn neben Teamkollege Rosberg war auch Force-India-Pilot Adrian Sutil als Achter schneller als der 41-Jährige
"Ich war auf den Longruns besser als auf einer schnellen Runde", sagte Schumacher. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug meinte über sein Fahrer-Duo: "Nicht so schlecht für den Anfang - Nico hatte bei seiner besten Zeit keine freie Runde und Michael war unter Rennbedingungen genauso schnell und konstant wie Nico unterwegs."
Für Vettel dagegen begann das Wochenende des Großen Preises von Europa fast planmäßig. Lediglich um 56 Tausendstelsekunden landete er in seinem Red Bull hinter dem von den spanischen Fans gefeierten Alonso. "Wir waren auf einer Strecke, die uns eigentlich nicht so liegt, recht gut unterwegs. Es wird aber eng werden, wie in Kanada", sagte Vettel. Er war weitere 88 Tausendstelsekunden schneller als sein australischer Teamkollege Mark Webber, der mit Platz drei zeigte, dass die "Bullen" auch auf den langen Geraden von Valencia schnell unterwegs sind.
McLaren war dagegen am Freitag noch nicht so rasant wie es nach zuletzt zwei Doppelsiegen erwartet worden war. Der britische WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton wurde Fünfter, Weltmeister Jenson Button Neunter. Obwohl er momentan in der WM-Wertung mit 19 Punkten Rückstand auf Hamilton nur Fünfter ist, sieht sich Vettel noch voll im Titelrennen. "Es sind noch viele Rennen, wir haben noch nicht einmal Halbzeit", sagte der 22-Jährige.
mig/sid/dpa
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