GP von Monaco Alonso feiert Start-Ziel-Sieg in Monte Carlo

Es war wie ein Krimi, bei dem man schon in der ersten Minute weiß, wer am Ende der Täter ist: Fernando Alonso fuhr der Konkurrenz auf dem Stadtkurs von Monte Carlo vom Start weg davon, im Schlepptau lediglich seinen McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton. Ralf Schumacher enttäuschte erneut.

Von Markus Tischler


Alonso beendete das Rennen, bei dem auf dem 3,340 Kilometer langen Kurs durch das Fürstentum 78 Runden absolviert werden mussten, vor Hamilton und verdrängte diesen damit nach dem fünften WM-Lauf auch von der Spitze in der Fahrerwertung. Der Brasilianer Felipe Massa kam im Ferrari mit einem Rückstand von 1:09 Minuten Rückstand auf Alonso auf den dritten Rang. Bester Deutscher war Nick Heidfeld (BWM), der Sechster wurde.

"Ich habe das Rennen so genossen. Ich hatte bei einem Sieg noch nie einen Vorsprung von über einer Minuten auf den Dritten", sagte Alonso, der auch vergangenes Jahr triumphiert hatte. Doch dem Erfolg von heute maß er besondere Bedeutung zu: "Das war der einfachste und auch der schönste Sieg bislang."

Alonso hatte die Pole Position genutzt, um das Rennen vom Start weg zu dominieren - unterstützt von Hamilton, dessen erste Aktion ein Schwenk nach rechts war, um Massa erst einmal jede Möglichkeit eines Überholmanövers zu nehmen. Heidfeld seinerseits nutzte die ersten Meter, um sich vom siebten auf den fünften Rang zu verbessern, gefolgt von Nico Rosberg (Williams).

Nach zehn Runden hatte Alonso seine Verfolger schon weitgehend nicht mehr im Rückspiegel. Mehr als drei Sekunden betrug sein Vorsprung auf Hamilton, der Massa weiterhin vor der Nase herumfuhr - zum Missfallen von Ferrari-Berater Michael Schumacher. Dessen Bruder Ralf Schumacher, im Toyota zu diesem Zeitpunkt Schlusslicht des Feldes, musste nur wenig später dem Weltmeister Platz machen, der den Deutschen schon überrundete.

Hamilton übernahm in der 25. Runde die Führung, nachdem Alonso zu seinem ersten Stopp in die Box abbog. Vier Runden später hatte die alte Reihenfolge jedoch wieder Bestand, als Hamilton seinerseits aus der Boxengasse auf die Strecke zurückkehrte. Massa, der ebenfalls zum Nachtanken draußen war, drehte mit einem Rückstand von rund 30 Sekunden hinter dem Silberpfeil-Duo seine Runden.

Rosberg wiederum fiel zurück auf den zwölften Rang, während Schumacher am Ende des Feldes Boden gutmachte und auf den 17. Platz vorfuhr. Allerdings profitierte der Kerpener von den Ausfällen der Konkurrenten Mark Webber (Red Bull) und Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso) sowie einer Durchfahrtstrafe für Anthony Davidson und einem langen Stopp von dessen Aguri-Teamkollegen Takuma Sato.

Sah es nach zwei Dritteln des Rennens nach einem souveränen Sieg für Alonso aus, hatte der Spitzenreiter 20 Runden vor Schluss dann jedoch wieder Hamilton im Nacken, der den Rückstand kontinuierlich verkürzte. Doch dem jungen Briten blieb bis ins Ziel nur die Rolle des ärgsten Verfolgers. "Die zwei Jungs sind in einer eigenen Liga gefahren. Besser war es noch nie. Wir haben in der Vergangenheit schon dominante Siege gefeiert, aber den kann man sich einrahmen", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Rosberg belegte den zwölften Rang, Schumacher kam als 16. ins Ziel, Adrian Sutil (Spyker) schied nach einem Unfall aus.



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