Grand Prix von Japan: Glock übersteht Unfall glimpflich

Timo Glock hat beim Training zum Großen Preis von Japan einen Unfall erlitten. Der Toyota-Fahrer wurde zum Glück nur leicht verletzt, könnte aber für das Rennen ausfallen. Die Bestzeit erreichte Sebastian Vettel, der designierte Weltmeister Jenson Button fuhr hinterher.

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Glock-Bolide: Technisches Versagen mögliche Unfallursache

Suzuka - Glock kam am Samstag beim offiziellen Training in der Zielkurve von der Strecke ab und schlug heftig in die Reifenstapel ein. Nach minutenlanger Behandlung winkte der Toyota-Pilot noch von der Trage aus und hob den Daumen. Nach Angaben des internationalen Automobilverbands Fia war der Zustand des Deutschen "generell in Ordnung".

Glock, der nach einer ersten Untersuchung im Strecken-Hospital mit einem Hubschrauber zu weiteren Untersuchungen in ein Krankenhaus im nahegelegenen Yokkaichi geflogen wurde, habe jedoch über Rückenschmerzen geklagt und sich eine Wunde am linken Bein zugezogen.

Sollte der 27-Jährige für das Rennen am Sonntag (7 Uhr MESZ, Liveticker SPIEGEL ONLINE) einsatzfähig sein, würde er von Platz 14 starten. Muss Glock verzichten, will Toyota für Ersatzfahrer Kamui Kobayashi kurzfristig eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Ursache für Glocks Unfall war vermutlich ein Defekt an der Lenkung, wie TV-Bilder nahelegen. Toyota-Teamchef John Howett betonte jedoch, es habe kein technisches Problem gegeben. "Man kann in der Zeitlupe sehen, dass er das Lenkrad nicht bewegt hat. Es war nichts defekt am Auto." So sah es auch Chassis-Entwickler Pascal Vasselon: "Es war ein harter Aufprall, aber die Daten zeigen für diese Runde nichts Ungewöhnliches."

Viele Unfälle während der Qualifikation

Glock kämpft derzeit um seinen Platz in der Formel 1. Toyota hat die Option auf eine Vertragsverlängerung verstreichen lassen. Zuletzt hatte Glock mit Platz zwei in Singapur Eigenwerbung betrieben und wollte auch in Japan glänzen. Nach Angaben seines Managers Hans-Bernd Kamps gibt es mehrere Teams, die an einer Verpflichtung Glocks für die kommende Saison interessiert sind.

Neben Glock, der wegen einer Grippe am Freitag nicht am Freien Training teilgenommen hatte, erlitten auch der Spanier Jaime Alguersuari, der Schweizer Sébastien Buemi (beide Toro Rosso) und Finne Heikki Kovalainen (McLaren-Mercedes) Unfälle. Alle blieben aber unverletzt. Wegen der Crashs musste das Training für 30 Minuten unterbrochen werden.

"Es ist Wahnsinn heute", sagte Williams-Fahrer Nico Rosberg, "es ist eine sehr schnelle und sehr, sehr gefährliche Strecke, es geht hart auf die Autos." Schon im Freien Training am Samstag war Sebastian Vettels Teamgefährte Mark Webber in die Reifenstapel gerauscht.

"Das waren teilweise wirklich heftige Unfälle", urteilte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Vor allem Kurve 9 des Suzuka Circuit machte den Piloten zu schaffen, Buemi flog gleich zwei Mal ab. "Dort gibt es keinen Raum für Fehler", sagte Weltmeister Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes).

Vettel holt Pole Position - Button und Barrichello drohen Strafversetzung

Die beste Zeit fuhr Vettel heraus, der sich noch Hoffnungen auf den Gewinn des WM-Titels macht. Der 22-jährige Red-Bull-Fahrer benötigte 1:32,160 Minuten für seine schnellste Runde. "Timos Unfall sah beängstigend aus. Das Wichtigste ist, dass es ihm gut geht", sagte Vettel.

Mit der eigenen Vorstellung war Vettel sehr zufrieden. "Unser Auto lief fantastisch, ich bin sehr glücklich", sagte der derzeit beste deutsche F1-Pilot. "Sebastian hat einen brillanten Job gemacht", lobte Teamchef Christian Horner. Für Vettel war es die fünfte Pole Position seiner Karriere, die vierte in dieser Saison.

WM-Spitzenreiter Jenson Button (+0,802 Sekunden) wurde im Brawn-Mercedes nur Siebter. Der Brite liegt vor dem drittletzten Rennen dieser Saison mit 84 Punkten in Führung. Sollte Button am Sonntag fünf Punkte mehr holen als Brawn-Kollege Rubens Barrichello (69), wäre er Weltmeister. Vettel ist mit 59 Punkten Dritter.

Hinter Trainingssieger Vettel belegte der italienische Toyota-Fahrer Jarno Trulli (+0,060 Sekunden) Platz zwei, Dritter wurde der Brite Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes) mit einem Rückstand von 0,235 Sekunden.

Einen guten vierten Platz erreichte der Deutsche Adrian Sutil im Force India (+0,306 Sekunden), direkt dahinter folgten Barrichello (+0,500) und BMW-Sauber-Fahrer Nick Heidfeld (+0,785). Rosberg belegte den elften Rang.

Die Ergebnisse der Qualifikation sind bislang jedoch nur vorläufig. Die Rennkommissare haben eine Untersuchung gegen mehrere Piloten eingeleitet, weil diese unter gelber Flagge ihre schnellsten Runden gedreht hatten. Auch Button und Barrichello drohte daher eine Strafversetzung. Die gelbe Flagge weist auf Gefahr auf der Strecke hin und fordert die Piloten auf, langsam zu fahren und nicht zu überholen.

ach/sid/dpa

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