Großer Preis von Europa Start-Ziel-Sieg für Michael Schumacher

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher ist auf dem Nürburgring wieder allen davon gerast. Von der Pole Position aus fuhr der Ferrari-Pilot überlegen zu seinem sechsten Sieg im siebten Saisonrennen. Rubens Barrichello machte den Doppelsieg der mit Trauerflor angetretenen Scuderia perfekt.


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Nürburgring - Eine Woche nach dem spektakulären Crash im Tunnel von Monte Carlo deklassierte Schumacher bei seinem Heimrennen auf dem Nürburgring die Konkurrenz. Bei seinem 76. Grand-Prix-Erfolg im 202. Rennen konnte lediglich sein Teamkollege Barrichello mithalten. Der Brasilianer machte mit seinem zweiten Platz den vierten Doppelerfolg der Saison für Ferrari nach den Rennen in Australien, Bahrain und Spanien perfekt. Dritter wurde B.A.R-Honda-Pilot Jenson Button vor Moncao-Sieger Jarno Trulli im Renault. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld belegte im Jordan-Ford Platz zehn.

Den Sieg widmete Schumacher dem zwei Tage zuvor im Alter von 69 Jahren gestorbenen Fiat-Präsidenten Umberto Agnelli. Deshalb gab es auch nicht die übliche Champagner-Dusche auf dem Podest. "Umberto Agnelli war ein großer Förderer von Ferrari, sein Tod hat uns alle schwer geschockt. Aus diesem Grund war unsere Freude auf dem Podium auch gebremst, ich hoffe, die Fans hatten trotzdem Spaß an unserem Rennen", sagte Schumacher. Alle Scuderia-Mitglieder trugen heute Trauerflor.

Frühes Aus für Ralf Schumacher

Mit Vollgas Richtung WM-Titel: Michael Schumacher gewann auch auf dem Nürburgring
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Mit Vollgas Richtung WM-Titel: Michael Schumacher gewann auch auf dem Nürburgring

Für Vorjahressieger Ralf Schumacher endete der Grand Prix unweit der Heimatstadt Kerpen schon in der ersten Kurve. Der BMW-Williams-Pilot kollidierte nur wenige Sekunden nach dem Start ausgerechnet mit seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya und wurde von dem Kolumbianer in den Kies gedrängt. Auch Toyota-Fahrer Cristiano da Matta wurde Opfer von Montoyas unbedachter Aktion und musste seinen Wagen abstellen. Montoya wurde am Ende Achter.

Der Kolumbianer war schon einen Woche zuvor in Monaco auf Michael Schumachers Ferrari aufgefahren und hatte den Champion aus dem Rennen geworfen. Ralf Schumacher gab sich trotz seiner kurzen Dienstfahrt auf dem Nürburgring moderat gegenüber seinem Kollegen: "Juan ist immer sehr aggressiv und nah am Limit. Er hat sich verschätzt. Ihm ist die Straße ausgegangen, aber es war sicherlich keine Absicht", sagte er.

Für McLaren-Mercedes endete das Wochenende erneut mit einem Debakel. 70 Jahre nach der Begründung des Silberpfeil- Mythos in der Eifel schieden Kimi Räikkönen und David Coulthard mit Geplatzten Motoren aus. Bereits zum fünften Mal in dieser Saison musste Vizeweltmeister Räikkönen sein Dienstfahrzeug vorzeitig abstellen. Für den Finnen war das Aus diesmal besonders bitter, da er gestern mit Rang vier die beste Startplatzierung in dieser Saison erkämpft hatte. In der achten Runde führte er sogar das Feld an.

Souveräne Vorstellung des Weltmeisters

Michael Schumacher ließ von alledem nicht beeindrucken. Sein vierter Sieg auf der Traditionsstrecke in der Eifel nach 1995, 2000 und 2001 war nie gefährdet. Nach 60 Runden (308,863 Kilometer) gewann der sechsmalige Weltmeister in 1:32:35,101 Stunden. Barrichello wies einen Rückstand von 22,5 Sekunden. In der WM-Wertung liegt Schumacher mit 60 Punkten vor Barrichello (46) und Button (38). Bei den Konstrukteuren ist Ferrari mit 106 Zählern ebenfalls weit vorn.

Ohne Mühe hatte Schumacher von der Pole Position heraus schnell einen Vorsprung herausgefahren. Bis zu seinem ersten Boxenstopp in der achten Runde hatte er schon 18 Sekunden zwischen sich und die Verfolger gelegt. Nach dem Stopp fiel er auf Platz sieben zurück. Nachdem alle vor ihm fahrenden Piloten ebenfalls an die Box gefahren waren, lag er wieder an der Spitze. Der gewonnene Start sei die halbe Miete für den Sieg gewesen, so Schumacher: "Danach musste ich das Rennen nur noch sicher nach Hause fahren."

Sein Teamkollege Barrichello indes musste sich lange Zeit den Angriffen des B.A.R-Honda-Piloten Takuma Sato erwehren. 13 Runden vor dem Ende überholte Sato den Brasilianer, beschädigte dabei aber den Frontflügel seines Wagens. Wenig später schied der Japaner mit Motorschaden aus.



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