Großer Preis von Silverstone Hattrick für Weltmeister Alonso

Fernando Alonso hat den Abstand auf Verfolger Michael Schumacher auch in England weiter ausbauen können. Der Ferrari-Pilot musste sich mit Rang zwei zufrieden geben. Auf den dritten Platz fuhr ein Mercedes, zwei weitere deutsche Fahrer kamen unter den ersten Zehn ins Ziel.


Silverstone - Schon zum fünften Mal in dieser Saison und zum dritten Mal hintereinander triumphierte Renault-Pilot Alonso und baute damit die Führung in der Gesamtwertung auf 23 Punkte auf Schumacher aus. "Für mich ist ein Traum wahr geworden. Es ist besonders fantastisch, hier in Silverstone gewonnen zu haben, nur 20 Minuten entfernt von meiner Wahlheimat Oxford." Der Spanier weiß, dass er jetzt alle Trümpfe für eine erfolgreiche Titelverteidigung selbst in der Hand hält; und er droht der Konkurrenz: "Wir müssen unseren Vorteil nutzen, denn Angriff ist die beste Verteidigung, wir fahren weiter auf Sieg."

Die Konkurrenz war heute zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Der Finne Kimi Räikkönen verlor das Duell gegen Schumacher beim zweiten Boxenstopp und belegte im McLaren-Mercedes schließlich Rang drei. Die beiden Verfolger hatten bei herrlichem Sommerwetter aber nicht den Hauch einer Chance gegen die Kombination Alonso und Renault, die derzeit in einer eigenen Formel-1-Liga fährt.

"Wir waren nicht schnell genug", gestand der 37-Jährige Schumacher, der die Hoffnung im Kampf um den achten WM-Titel kurz vor der Saisonhälfte schon fast begraben hat: "Nachdem der dritte Startplatz die Ausgangsposition war, muss man zufrieden sein." Über drei WM-Punkte durfte sich das BMW-Sauber-Team freuen. Nick Heidfeld belegte den siebten Platz, direkt vor seinem Teamkollegen Jacques Villeneuve (Kanada). Neuling Nico Rosberg ging auf Rang neun im Williams-Cosworth leer aus.

Pech hatte wieder einmal Ralf Schumacher. Zunächst verschlief der Toyota-Pilot den Start, nur wenige Minuten später wurde er nach einer unverschuldeten Kollision vom Williams des Australiers Mark Webber gerammt. Für beide Fahrer war das Rennen beendet. "Ich hatte einen sehr schlechten Start und schon einige Positionen verloren. Dann ist plötzlich jemand in mich reingerutscht, da war wohl schon die Radaufhängung kaputt. Es ist schade, nach einer tollen Qualifikation hier schon in der ersten Kurve auszuscheiden", sagte Ralf Schumacher.

Nach der Unterbrechung verteidigte der gewohnt zuverlässig fahrende Alonso souverän seine bereits vierte Pole Position in Folge. Michael Schumacher setzte von der dritten Position den vor ihm liegenden Räikkönen unter Druck, der zuletzt am 9. Oktober 2005 in Suzuka ein Rennen gewonnen hatte.

Für Entsetzen bei den britischen Fans sorgte Lokalmatador Jenson Button im Honda. Der 26-Jährige schied wegen eines technischen Defekts bereits in der neunten Runde aus und zerstörte die Hoffnungen auf den ersten Heimsieg in Silverstone nach sechs Jahren. Eine bessere Platzierung verpasste zu diesem Zeitpunkt bereits Heidfeld, der wegen eines Problems über 15 Sekunden beim ersten Reifenwechsel verbrachte.

Überholmanöver in der Spitzengruppe blieben lange Zeit aus. Alonso verteidigte weiterhin konstant seinen Elf-Sekunden-Vorsprung auf Räikkönen, der aber Schumacher ständig im Nacken spürte. Endgültig vorbeiziehen konnte der Rekordchampion in der 42. Runde, als Räikkönen zum zweiten Mal in der Box war.

mig/sid



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