Großer Preis von Silverstone Red-Bull-Fehler bescheren Alonso den Sieg

Weder das Zwischengas-Verbot noch seine Kontrahenten konnten Sebastian Vettel stoppen. Stattdessen war es das eigene Team, das den Red-Bull-Piloten den Sieg kostete. Glücklicher Gewinner beim Formel-1-Rennen in Silverstone war Ferrari-Pilot Fernando Alonso.

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Hamburg - Es war der erste Fehler der Red-Bull-Mechaniker mit Folgen in dieser Formel-1-Saison. Die Boxencrew hatte beim Reifenwechseln viel zu lange gebraucht. Der Blackout hat Weltmeister Sebastian Vettel den siebten Saisonsieg gekostet. "Es kann nicht jedes Mal alles perfekt passen", sagte der 24-Jährige. Beim neunten Saisonrennen, dem Großen Preis von Großbritannien, kam der WM-Führende als Zweiter über die Ziellinie. Nutznießer des Patzers war Ferrari-Pilot Fernando Alonso.

"Ein fantastischer Tag", rief der Spanier nach Rennende über den Boxenfunk. Für Ferrari war es der erste Sieg in diesem Jahr. "Das war ein Privileg für mich. Hier hat vor 60 Jahren die Ferrari-Geschichte angefangen, und heute habe ich auf der gleichen Strecke mit der gleichen Passion eines fantastischen Teams gewonnen", sagte der 29-Jährige.

Beim zweiten Boxenstopp zur Rennhälfte war der Spanier durch den Red-Bull-Patzer an Vettel vorbeigegangen. "Ferrari war sehr stark. Sie haben deutlich gemacht, dass wir hart arbeiten müssen", so der Deutsche. Der Fehler warf den zuvor souverän führenden Vettel entscheidend zurück.

Red Bull patzte zweimal in Folge

Immerhin konnte Vettel trotz des Malheurs die Führung in der Gesamtwertung ausbauen. Mit nun 204 Punkten hat er 80 Zähler Vorsprung auf seinen Teamkollegen Mark Webber, der in Silverstone Dritter wurde. Alonso verbesserte sich auf Rang drei (112 Punkte). Punktgleich dahinter liegen die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button (je 109).

Trotz des Zwischengas-Verbots starteten die beiden Red Bull aus der ersten Startreihe, Webber stand auf der Pole Position. Schon auf den ersten Metern übernahm Vettel die Führung, während der Australier nur mit Mühe Alonso hinter sich halten konnte. Auch Mercedes-Pilot Michael Schumacher hatte einen guten Start und konnte sich schnell von Platz 13 auf die neunte Position vorarbeiten. Doch der siebenmalige Weltmeister machte erneut einen Fehler und kollidierte mit dem Sauber des Japaners Kamui Kobayashi. "Das war zu 100 Prozent meine Schuld", räumte der 42-Jährige ein.

Schumacher musste sich eine neue Nase holen und wurde wenig später von den Rennkommissaren mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Für die meiste Aufregung sorgte in der Anfangsphase aber wieder einmal Hamilton. Der Brite zeigte mehrere spektakuläre Überholmanöver und lieferte sich mit Button und Ferrari-Pilot Felipe Massa packende Duelle.

Teamorder von Red Bull an Webber

In der 25. Runde wurde Hamilton jedoch von Alonso überholt, der damit wieder den dritten Platz übernahm und seine Aufholjagd einleitete. Kurz darauf folgte die doppelte Boxenpanne bei Red Bull. Erst dauerte Webbers Reifenwechsel zu lange, dann passierte das Gleiche bei Vettel. Neben Alonso ging auch Hamilton am Deutschen vorbei.

"Sei geduldig. Es gibt noch eine Menge Boxenstopps", beruhigte die Red-Bull-Teamleitung über Funk den Weltmeister, der nicht an Hamilton vorbeikam, während Alonso seinen Vorsprung ausbauen konnte. Deshalb zog der Deutsche seinen dritten Stopp vor - mit Erfolg. Er ging erst an Hamilton vorbei und überholte wenig später auch Massa. Da auch McLaren ein folgenschwerer Fehler unterlief, erbte Vettel schließlich Rang zwei. Das britische Team hatte in Runde 40 das rechte Vorderrad von Buttons Wagen nicht richtig befestigt, so dass der Weltmeister von 2009 aufgeben musste. Schon beim Herausfahren aus der Box bemerkte Button das Problem und stellte seinen McLaren ab.

Die Zeit reichte Vettel jedoch nicht mehr, um Alonso noch abzufangen. Vielmehr musste sich der 24-Jährige gegen Webber verteidigen, der mehrfach zum Überholen ansetzte. Ein Funkspruch der Red-Bull-Box in der letzten Runde wies Webber jedoch an, hinter Vettel zu bleiben.

Nach Alonso und den Red-Bull-Piloten kam Hamilton als Vierter ins Ziel, Massa wurde Fünfter. Nico Rosberg im Mercedes wurde als zweitbester Deutscher Sechster vor Sergio Pérez im Sauber. Auf Rang acht folgte Lotus-Renault-Pilot Nick Heidfeld vor Schumacher. Den letzten WM-Punkt holte Jaime Alguersuari im Toro Rosso. Force-India-Pilot Adrian Sutil verpasste die Punkteränge als Elfter knapp. Timo Glock im Virgin wurde 16.

max/dpa/sid

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Roßtäuscher 10.07.2011
1. Wenn man sich auf Ferrari-Siege noch freuen kann, weil Red Bull den Reifenwechsel...
Zitat von sysopWeder das Zwischengas-Verbot noch seine Kontrahenten konnten Sebastian Vettel stoppen. Stattdessen war es das eigene Team, das den Red-Bull-Piloten den Sieg kostete. Glücklicher Gewinner beim Formel-1-Rennen in Silverstone war Ferrari-Pilot Fernando Alonso. http://www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,773510,00.html
verhaut, dann sieht es eher nach Hilflosigkeit aus. Sonst fährt doch Fernandel mit Massa hinterher. Ferrari müsste sich Adrian Newey einkaufen, dann hat auch Adrian Sutil eine Spitzenchance auf den Weltmeistertitel. Alonso ist ein Auslaufmodell und zu teuer, sein Geld nicht wert.
sergio56 10.07.2011
2. Ich kann mich noch sehr sehr freuen auf Ferrari Siege
Im Gegenteil zu Rtl-Kommentatoren ich kann mich heute sehr freuen auf dem Sieg von Ferrari , es ist 150% verdient , das Team hat hart gearbeitet und die Geschichte der Drosselklappe-Regelung wird je nach beliebigen verwendet um Ferrari als dunkle Macht darzustellen . Die Lobby antiferrari arbeitet langsam aber stetig , wenn RB gewinnt ist können , wenn Ferrari gewinnt sind dunkle Machenschaften am Werk. Gestern bei Q2 war Ferrari vorn und sofort wurde das Thema aus dem Zauberhut herausgezogen , um später in Q3 als RB wieder vorn war,wieder in das Hut zu stecken , hier wird mit dem Pflicht eine korrekte Information zu liefern ein merkwurdiges Spiel getrieben. Was Silverston betrifft Alonso hätte heute so oder so gewonnen , er war wesentlich schneller als Vettel trotz Fehler an die box . Um nicht den faden zu verlieren möchte ich hiermit erwähnen daß Ferrari ein grosses Problem mit dem Boxstop hatte und immer noch hat , sobald die Fahrer an die Box fahren verlieren sie Positionen , Vettel ist es nur heute passiert , nur um kurz zu überlegen bevor man Luft freimacht .
kindasport, 10.07.2011
3. Typisch
Zitat von sysopWeder das Zwischengas-Verbot noch seine Kontrahenten konnten Sebastian Vettel stoppen. Stattdessen war es das eigene Team, das den Red-Bull-Piloten den Sieg kostete. Glücklicher Gewinner beim Formel-1-Rennen in Silverstone war Ferrari-Pilot Fernando Alonso. http://www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,773510,00.html
Typisch ihr Deutschen. Kommissar Zufall soll es also für Ferrari und Alonso gerichtet haben. Das auch andere Ihr Handwerk verstehen kommt euch nicht mal in den Sinn. Kein Wort davon das Webber ohne Stallorder Vettel geschnappt hätte. Es sind immer nur die anderen Schuld.
Emil Peisker 10.07.2011
4. Bruch des Wagenliftes
Zitat von kindasportTypisch ihr Deutschen. Kommissar Zufall soll es also für Ferrari und Alonso gerichtet haben. Das auch andere Ihr Handwerk verstehen kommt euch nicht mal in den Sinn. Kein Wort davon das Webber ohne Stallorder Vettel geschnappt hätte. Es sind immer nur die anderen Schuld.
Ohne den Bruch des Wagenliftes, wäre Vettel ca. 6 Sekunden vor Alonso auf der Strecke gewesen. Blasen Sie die Backen nicht so dick auf. Hier geht es nicht um "Schuld" sondern um eine Analyse. Alonsofan, ja?:-))
Sapientia 10.07.2011
5. Der Artikel trifft den Punkt nicht
Zitat von sysopWeder das Zwischengas-Verbot noch seine Kontrahenten konnten Sebastian Vettel stoppen. Stattdessen war es das eigene Team, das den Red-Bull-Piloten den Sieg kostete. Glücklicher Gewinner beim Formel-1-Rennen in Silverstone war Ferrari-Pilot Fernando Alonso. http://www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,773510,00.html
Es ist nicht mehr so, daß Vettel immer wieder neu unangefochten vorne weg ist und nur das Boxenmißgeschick von Red Bull verursachte, daß ein unbekannter Fahrer gewann. Zutreffend hingegen ist, daß Ferrari sich stetig herangearbeitet hat und daß sie zuletzt weiter überraschende Fortschritte machten, nämlich ungefähr 1,5 Sekunden fanden, also bereits mit Webber gleichziehen können und daraüber hinaus, daß der entscheidende Boxenstopp von Vettel vergeigt wurde. Bitte immer schön bei den Tatsachen bleiben, auch wenn dann ab und zu mal Vettel nicht die absolute Geige spielt.
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