Großer Preis von Südkorea: Vettel beschert Red Bull die zweite Titel-Party

Er ist nicht zu stoppen: Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat souverän den Großen Preis von Südkorea gewonnen. In Yeongam feierte er seinen zehnten Saisonsieg und sicherte Red Bull den WM-Titel in der Teamwertung. Einen bitteren Tag erlebte Mercedes.

Großer Preis von Südkorea: Vettels zehnter Streich Fotos
AFP

Hamburg - Eigentlich hätte er das Rennen locker nehmen können. Weltmeister war Sebastian Vettel vor dem Großen Preis von Südkorea bereits. Die restlichen Grands Prix dienen daher als Tests für die kommende Saison, um neues Material zu prüfen. Doch von einer Trainingsfahrt war das, was Vettel in Yeongam zeigte, weit entfernt. Der 24-Jährige, von Platz zwei gestartet, fuhr von Beginn an aggressiv, attackierte Spitzenreiter Lewis Hamilton (McLaren) sofort nach dem Start und feierte am Ende einen souveränen Erfolg vor dem Briten und seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber.

Durch seinen zehnten Sieg im 16. Rennen sicherte Vettel gemeinsam mit Webber dem Team den vorzeitigen Gewinn der Konstrukteurs-WM. Red Bull liegt bei noch drei ausstehenden Grands Prix im Gesamtklassement mit 558 Punkten uneinholbar vor McLaren (418 Punkte). "Es ist heute der Tag des Teams. Das ist ziemlich beeindruckend, was die Jungs geleistet haben. Was für eine Zuverlässigkeit: Die lag das ganze Jahr bei 100 Prozent", sagte Webber.

Vettel wahrte mit diesem Erfolg zudem seine Chance, den Rekord von Michael Schumacher von 13 Siegen in einer Saison aus dem Jahr 2004 einzustellen. Dafür müsste er aber die drei verbleibenden Rennen in Indien (30. Oktober), Abu Dhabi (13. November) und Brasilien (23. November) gewinnen.

McLaren-Pilot Hamilton chancenlos gegen Vettel

Dass der Deutsche trotz seines zweiten Titels in Folge weiterhin voll auf Sieg fährt, stellte er am ostchinesischen Meer auf dem Korea International Circuit unter Beweis. Der Grand Prix war eine Demonstration der Stärke Vettels. Von Platz zwei gestartet überholte er den im Qualifying siegreichen Hamilton bereits in der ersten Runde. "Im Rennen hatten wir zu kämpfen. Es war unmöglich, Sebastian zu überholen", gestand der Brite.

Nach seinem Überholmanöver in der dritten Kurve baute Vettel seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Pro Runde war der Red-Bull-Pilot etwa eine halbe Sekunde schneller als Hamilton. Am Ende hatte der Deutsche, der 1:38:01,994 Stunden für seinen ersten Erfolg in Südkorea benötigte, zwölf Sekunden Vorsprung auf den Briten. "Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, das Auto wurde immer schneller", sagte Vettel.

Die Stärke des Red-Bull-Teams unterstrich auch Webber. Der Australier war von Platz vier gestartet, schob sich noch in der ersten Runde auf Rang drei und setzte anschließend den Zweiten Hamilton zusehends unter Druck. Der Australier kam dem Briten immer näher, am McLaren-Piloten aber nicht mehr vorbei. "Ich bin ein bisschen enttäuscht, nicht Zweiter geworden zu sein", sagte Webber, dem 0,4 Sekunden auf Hamilton fehlten.

Der Australier kann aber Jenson Button, der in Südkorea Vierter wurde, noch von Platz zwei im Gesamtklassement verdrängen und damit den Red-Bull-Triumph endgültig perfekt machen. Webber liegt mit 209 Punkten hinter Ferrari-Pilot Fernando Alonso (212) und Button (222) auf Platz vier. Hamilton (196) hat als Fünfter auch noch Chancen auf Rang zwei.

Wenig erfreulich verlief das Rennen für Rekord-Weltmeister Michael Schumacher. Für den Mercedes-Piloten war bereits nach 17 Runden Schluss. Witali Petrow im Renault war dem 42-Jährigen beim Anbremsen vor einer Kurve ins Auto gefahren. Am Mercedes brach der Heckflügel ab, der rechte Hinterreifen wurde aufgeschlitzt. Nach seinem Ausscheiden gab sich Schumacher jedoch milde: "Das sind Rennsituationen, die halt vorkommen." Dennoch wurde der Russe Petrow für den Vorfall bestraft und muss beim kommenden Grand Prix fünf Plätze weiter hinten starten.

Bitter für die Mercedes-Silberpfeile: Neben dem Ausscheiden Schumachers musste sich Teamkollege Nico Rosberg in der letzten Runde zu allem Überfluss auch noch von Toro-Rosso-Pilot Jaime Alguersuari überholen lassen und wurde Achter. "Es ist schade, aber ich hatte am Ende fast kein Gummi mehr auf meinen Reifen", sagte Rosberg. Adrian Sutil im Force India wurde Elfter, Timo Glock im Marussia Virgin fuhr auf Platz 18.

Bevor es am 30. Oktober mit dem Großen Preis von Indien (10.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) weitergeht, steigt am Samstag die große WM-Party von und mit Doppelweltmeister Vettel in dessen Heimatstadt Heppenheim. "Ich freue mich auf jeden Fall, nach Hause zu kommen und hoffe auf viele Fans", sagte Vettel nach seinem Sieg in Südkorea.

ham/dpa/sid/dapd

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Mercedes ist nur noch ein Abklatsch der großen Zeit
mauimeyer 16.10.2011
Zitat von sysopEr ist nicht zu stoppen: Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel hat souverän den Großen Preis von Südkorea gewonnen. In Yeongam feierte er seinen zehnten Saisonsieg und sicherte Red Bull den WM-Titel in der Konstrukteurswertung. Einen bitteren Tag erlebte Mercedes. http://www.spiegel.de/sport/formel1/0,1518,792037,00.html
Diese Diversifizierungs- und später "Shareholder-Value"-Typen haben aus dem einstigen Vorzeige-Unternehmen ein x-beliebiges gemacht. Die Überlegenheit von Mercedes-Benz ist dahin - auf der Rennstrecke als auch im Markt. dafür bauen sie Rostlauben, Motoren, die kollabieren und so dämliche Dinge, wie eine A- und B-Klasse! Warum wohl sind nicht nur BMW sondern auch AUDI am Stern vorbeigezogen? Schade - Mercedes war eine weltweit bekannte Ikone! "Oh Lord buy me a Mercedes-Benz...." würde heute niemand mehr singen! Kauri
2. vor kurzem...
derlabbecker 16.10.2011
.... gab es hier einen Artikel zum grossen Talent von Nico Rosberg etc.... Das überragende Talent hat man heute gesehen, als er von einem zweitklassigen Fahrer namens Jaime Algessuari überholt wurde.
3. o^o
totalmayhem 16.10.2011
Glueckwunsch an RBR fuer eine sensationelle Saison. "Superstar" Rosberg liess sich in der letzten Runde noch von Alguersuari im Toro Rosso die Butter vom Brot nehmen. Mercedes ist wirklich auf dem absteigenden Ast und Norbet Haug entpuppt sich als Totalversager der Formel 1.
4. ..
stevie76 16.10.2011
ich würde ja gern mal schumi in einem red bull sehen
5. ..
stevie76 16.10.2011
und vettel in einem mercedes
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Vom Kart bis zur Formel 1: Vettels Traumkarriere in Bildern
Formel-1-Weltmeister (ab zwei Titeln)
Fahrer Anzahl Titel
Michael Schumacher 7 (1994, 1995, 2000-2004)
Juan Manuel Fangio 5 (1951, 1954-1957)
Alain Prost 4 (1985, 1986, 1989, 1993)
Sebastian Vettel 4 (2010-2013)
Jack Brabham 3 (1959, 1960, 1966)
Jackie Stewart 3 (1969, 1971, 1973)
Niki Lauda 3 (1975, 1977, 1984)
Nelson Piquet 3 (1981, 1983, 1987)
Ayrton Senna 3 (1988, 1990, 1991)
Alberto Ascari 2 (1952, 1953)
Jim Clark 2 (1963, 1965)
Graham Hill 2 (1962, 1968)
Emerson Fittipaldi 2 (1972, 1974)
Mika Häkkinen 2 (1998, 1999)
Fernando Alonso 2 (2005, 2006)

Fotostrecke
Sebastian Vettel: In 15 Rennen zur Titelverteidigung

Formel 1 - Alle Rennen 2011
01 27.03. Australien/Melbourne
02 10.04. Malaysia/Kuala Lumpur
03 17.04. China/Shanghai
04 08.05. Türkei/Istanbul
05 22.05. Spanien/Barcelona
06 29.05. Monaco/Monte Carlo
07 12.06. Kanada/Montreal
08 26.06. Europa/Valencia
09 10.07. England/Silverstone
10 24.07. Deutschland/Nürburgring
11 31.07. Ungarn/Budapest
12 28.08. Belgien/Spa
13 11.09. Italien/Monza
14 25.09. Singapur/Singapur
15 09.10. Japan/Suzuka
16 16.10. Südkorea/Yeongam
17 30.10. Indien/Neu Delhi
18 13.11. VAE/Abu Dhabi
19 27.11. Brasilien/São Paulo