Nach Haug-Abgang Stuck kritisiert Mercedes-Chef Brawn

Harte Worte gegen Mercedes-Teamchef Ross Brawn: Der Präsident des Motor Sport Bundes, Hans-Joachim Stuck, lastet Brawn den sportlichen Misserfolg von Mercedes in der Formel 1 an. Als unschuldig bezeichnet Stuck hingegen Sportchef Norbert Haug, dessen Vertrag aufgelöst worden war.

Motorsport-Legende Stuck: "Misserfolge sind Brawn anzulasten"
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Motorsport-Legende Stuck: "Misserfolge sind Brawn anzulasten"


Hamburg - Hans-Joachim Stuck, Präsident des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB), hat nach der Trennung von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug harte Kritik an Teamchef Ross Brawn geübt. "Die Misserfolge in der Formel 1 sind einzig Brawn anzulasten", sagte der 61-Jährige dem "Focus": "Das Auto war einfach nicht schnell genug. Wie es geht, hat McLaren doch mit seinem Mercedes-Triebwerk eindrucksvoll bewiesen. Selbst ein kleines Team wie Force India hat mit den Mercedes-Motoren tolle Erfolge eingefahren."

Den scheidenden Haug treffe nach Ansicht Stucks keine Schuld, im Gegenteil: "Der Abgang von Norbert Haug ist ein riesiger Verlust für den Motorsport", sagte Stuck: "Er war doch schließlich nicht derjenige, der das Auto konstruiert hat und auch nicht derjenige, der die Schrauben am Wagen anzog. Das machte Teamchef Ross Brawn. Besser gesagt: Er hätte es machen müssen."

Haug habe jedoch als Steuermann den Kopf hinhalten müssen. "Ohne Haug wäre Mercedes nie in die Formel 1, nie in die DTM eingestiegen. Er war derjenige, der bei Mercedes nach Jahrzehnten den Motorsport wieder salonfähig gemacht hat", sagte Stuck.

Am Donnerstag hatte Mercedes verkündet, dass der Vertrag mit Haug nach 22 Jahren in "gegenseitigem Einvernehmen" aufgelöst werde. Nach der Rückkehr in die Formel 1 gab es in den vergangenen drei Jahren statt des angestrebten WM-Titels nur einen Sieg durch Nico Rosberg in China.

psk/sid



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totalmayhem 16.12.2012
1.
Wo der Herr Stuck Recht hat, hat er Recht. Jedoch Norbert Haug musste wirklich weg, er haette niemals mehr als die PR-Abteilung bei Mercedes GP leiten duerfen. Den Job hatte er doch nur wegen seiner Verdienste als langjaehriger Mitarbeiter und nicht wegen seiner Qualifikation zum Formel 1-Teamleiter bekommen. Auch die Federn mit denen sich Ross Brawn schmueckt sind groesstenteils das Resultat der Arbeit Anderer, aber er hat immerhin als Teamchef bewiesen, dass er die richtigen Leute fuer ein Team holen kann.
Stelzi 16.12.2012
2. Betrunken?
Seit wann konstruiert der Teamchef das Auto oder schraubt daran? Stuck sollte sich an die Fakten halten und Leuten wie Bell, Bigois, Costa und Willis vor die Tür kacken - die haben diesen Schrotthaufen auf der technischen Seite verbrochen. Versagt hat aber natürlich im Endeffekt das gesamte Team - inklusive Haug und Brawn.
les2005 16.12.2012
3.
Zitat von totalmayhemWo der Herr Stuck Recht hat, hat er Recht. Jedoch Norbert Haug musste wirklich weg, er haette niemals mehr als die PR-Abteilung bei Mercedes GP leiten duerfen. Den Job hatte er doch nur wegen seiner Verdienste als langjaehriger Mitarbeiter und nicht wegen seiner Qualifikation zum Formel 1-Teamleiter bekommen. Auch die Federn mit denen sich Ross Brawn schmueckt sind groesstenteils das Resultat der Arbeit Anderer, aber er hat immerhin als Teamchef bewiesen, dass er die richtigen Leute fuer ein Team holen kann.
Soweit ich mich erinnere, ist Norbert Haug vom Magazin auto motor und sport weg zu Mercedes als Rennsportleiter gewechselt. Das mit den langjährigen Verdiensten für Mercedes stimmte zu dieser Zeit allerdings auch schon! ;-)
ratz1967 16.12.2012
4. Dass man mit schlechter Qualität.....
auf Dauer keinen Blumentopf gewinnt, muß nicht nur Mercedes lernen, sondern alle deutschen Großbetriebe. Wer Mittelmaß einkauft, muß mit Mittelmaß leben. Das gilt für Fahrer, Boxen-Crew und dem ganzen drumherum. Ein guter Mann in der Crew hat selten so viel geleistet, wie Haug in der Mercedes-Crew. Mal sehen, wie schlecht es ohne ihn weitergeht. Aber von einer Firma, die Mitarbeiter als Kostenstelle anstatt Wertschöpfende Quelle tituliert, kann man nun mal nur Mittelmaß erwarten. Anstatt mal das Geld für einen wirklich guten Fahrer zu investieren, als den Urgesteinen der Formel1 ein fragwürdiges, neues Comeback zu bescheren, wird auch im relevantesten Teil, den Fahrern, eine Menge Geld gespart. Mal sehen, wo Haug sein Furioses Comeback feiern wird.
Nabob 16.12.2012
5. Wer nur rumsteht, ist unschuldig - Schuld: deutsche Hauptkategorie des Beurteilens
Zitat von sysopDPAHarte Worte gegen Mercedes-Teamchef Ross Brawn: Der Präsident des Motor Sport Bundes, Hans-Joachim Stuck, lastet Brawn den sportlichen Misserfolg von Mercedes in der Formel 1 an. Als unschuldig bezeichnet Stuck hingegen Sportchef Norbert Haug, dessen Vertrag aufgelöst worden war. http://www.spiegel.de/sport/formel1/nach-haug-abgang-stuck-kritisiert-mercedes-chef-brawn-a-873198.html
Wie man weiß, war Brawn in kürzester Zeit in der Lage, ein ehemaliges Honda-Chassis mit einem Mercedes-Motor zu verbinden und der Konkurrenz damit sozusagen um die Ohren zu fahren - bei sehr geringem Budget. An Brawn kann es nicht liegen, er weiß wie die Dinge arbeiten. Wie man aber hört, ist der Umgang mit den Leuten bei Mercedes so abgehoben, man versteht sich dort offenbar als Vatikan des Automobilbaus, daß kurze kompetente und effektive Entscheidungswege dort nicht möglich sein sollen (Rumsteher können das natürlich auch nicht ändern), und diese Arbeitsweise passt schlecht mit dem schnellen Geschäft der Entwicklungen in der Formel 1zusammen. Armer Lewis Hamilton, seine Piercing-Freunde werden in 2013 wohl wieder Sonderschichten fahren müssen. Jetzt wurde das Budget noch einmal um ca. 50 Millionen angehoben, als sozusagen letzter Verzweifelungsakt, wenn auch das nichts bringt, wird Mercedes ("Die Silberpfeile!!!!") die F1 verlassen, weil die jahrelangen Misserfolge sich vor den Aufsichtsräten nicht mehr rechtfertigen lassen. Noch hat für 2013 jeder zur Erweiterung des Toleranzspektrums eine S-Klasse als Schmerzensgeld bekommen, aber dann ist endgültig Schluss mit der Nabelschau und so dürfte es auch kommen. Mich wundert allerdings, dass Stuck die Dinge so verpeilen kann. Haug war doch nur ein Schmalspurjournalist, der dann dort nur rumstand, ab und zu bei RTL erschien und immer dieselben Entschuldigungen bereithielt. Erfolge kamen - wenn überhaupt - von Ron Dennis.
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