Großer Preis von Großbritannien Rosbergs Triumph im Chaos-Rennen

Ein rasanter Start, jede Menge Reifenplatzer und ein frustrierter Weltmeister Sebastian Vettel: Der Große Preis von Großbritannien war ein spektakuläres Formel-1-Rennen. Den Sieg in Silverstone sicherte sich Nico Rosberg - der Mercedes-Pilot musste hinterher kurz um seinen Erfolg bangen.

Mercedes-Pilot Rosberg: Zweiter Saisonsieg in Silverstone
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Mercedes-Pilot Rosberg: Zweiter Saisonsieg in Silverstone


Hamburg - Die Formel-1-Weltmeisterschaft eine langweilige One-Man-Show? Von wegen! Bis zehn Runden vor Schluss fuhr Sebastian Vettel beim Großen Preis von Großbritannien einem sicheren Sieg entgegen. Es wäre wohl eine Vorentscheidung im WM-Kampf gewesen. Doch lautes Motorgeheul in Runde 42 machte die Formel 1 wieder spannender: Vettel schied mit einem Getriebeschaden an seinem Red Bull aus.

Mercedes-Pilot Nico Rosberg sicherte sich den Sieg in Silverstone - musste nach dem Rennen aber kurz um seinen Erfolg bangen. Er wurde von den Rennkommissaren vorgeladen, weil er trotz gelber Warnflaggen nicht wie im Reglement gefordert langsamer geworden war. Die Kommissare verwarnten Rosberg aber nur, sie bestraften ihn nicht. Der 28-Jährige durfte seinen Sieg behalten.

Rivale Vettel sagte zu seinem Aus: "Es kam sehr plötzlich, eigentlich war alles in Ordnung. Dann wollte ich vom fünften in den sechsten Gang hochschalten, der fünfte hat sich dabei verabschiedet." Er bleibt mit 132 Punkten an der Spitze des WM-Klassements. Der Spanier Fernando Alonso hat nach Platz drei in Silverstone aber nun 111 Punkte und damit nur noch 21 Zähler Rückstand. Dritter im WM-Kampf bleibt Lotus-Pilot Kimi Räikkönen. Der Finne, kommende Saison womöglich neuer Teamkollege von Vettel, wurde Fünfter und hat nun 98 Punkte.

Vierter im Klassement ist Mercedes-Pilot Lewis Hamilton (89 Punkte), der in Silverstone Vierter wurde. Vettels Teamkollege Mark Webber sicherte sich Platz zwei und ist mit 87 Punkten WM-Fünfter. Sieger Rosberg kommt auf 82 Punkte, bleibt Sechster.

Webber verliert nach dem Start zehn Plätze

"Das Auto war überragend und ist immer schneller und schneller geworden", sagte Rosberg: "Als Sebastian stehengeblieben ist, war ich nicht wirklich enttäuscht, um ehrlich zu sein." Dabei sah es am Start nicht gut aus für den Mercedes-Piloten, der von Platz zwei aus ins Rennen gegangen war, aber noch vor der ersten Kurve von Vettel überholt wurde. Dessen Teamkollegen Webber erwischte es noch bitterer: Der Australier verlor gleich zehn Plätze, fiel auf Rang 14 zurück. Ferrari-Pilot Felipe Massa hingegen schob sich von zwölf auf fünf.

Nach zwei, drei Runden hatte sich das Feld sortiert, Lewis Hamilton lag souverän an der Spitze - und war der Erste, den es am linken Hinterreifen erwischte. In Runde acht platzte der Pneu des Briten, der mit seinem Mercedes noch bis zur Box rollte, sich mit neuen Reifen aber ganz hinten einreihen musste.

Ein Reifenschaden, nun gut, kann vorkommen in der Formel 1. Dachten die Fahrer, dachten die Offiziellen. Bis zwei Runden später Massa an derselben Stelle der Strecke das gleiche Malheur passierte. Wieder ein geplatzter Reifen, wieder hinten links. Und als sich wenig später auch noch beim Toro Rosso von Jean-Eric Vergne der Reifen hinten links verabschiedete, ahnten die Verantwortlichen, dass all das ein wenig zu viel Zufall ist. Sie schickten erst das Safety Car und dann Streckenposten auf die Piste, die den Rundkurs in Silverstone knapp 15 Minuten per Hand reinigten.

Nach dem Re-Start blieben weitere Reifenplatzer aus. Vettel fuhr souverän an der Spitze, hatte einen komfortablen Vorsprung auf Rosberg. Womöglich wäre es ein deutscher Doppelerfolg in Silverstone geworden, wenn Vettels Getriebe nicht den Geist aufgegeben hätte. So fuhr Rosberg seinen zweiten Sieg nach dem Triumph in Monaco ein. Adrian Sutil im Force India wurde Siebter, Sauber-Pilot Nico Hülkenberg sicherte sich als Zehnter noch einen WM-Punkt.

Vor der vierwöchigen Sommerpause stehen noch zwei Rennen auf dem Plan: am kommenden Sonntag (7. Juli) auf dem Nürburgring (7. Juli) und am 28. Juli in Ungarn.

ham



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insgesamt 40 Beiträge
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MartinHa 30.06.2013
1. Perez auch
Der linke Hinterreifen von Perez ist auch kaputt gegangen.
mercadante 30.06.2013
2. An die Box Fahren nach dem den Safety Car auf die Piste ist
mag regelkonform sein , sportlich ist das nicht . Nach SPON , fährt Rosberg 1 Minute später an die Box als die SF auf die Piste gefahren ist . Und als er wieder herauskommt , kann den ersten Platz wieder anfahren , für die dahinter kann diese Regel nicht in Ordnung sein .
awun 30.06.2013
3.
Zitat von mercadantemag regelkonform sein , sportlich ist das nicht . Nach SPON , fährt Rosberg 1 Minute später an die Box als die SF auf die Piste gefahren ist . Und als er wieder herauskommt , kann den ersten Platz wieder anfahren , für die dahinter kann diese Regel nicht in Ordnung sein .
Warum nicht? Die hatten alle die gleiche Möglichkeit zu stoppen. Eine Safty Car Phase schadet eigentlich immer den vorn fahrenden. Ja wenn er nen Boxenstop einlegt, verliert er weniger Plätze. Das gilt aber für alle anderen dahinter auch. Lächerlich, dass sie sich darüber beschweren, denn wie gesagt der 1ste wird in 99% der Fälle am meisten von Safty Car Phasen geschädigt! Sieht man ja auch daran, dass überrundete dann überholen dürfen. Nicht nur, dass der erste seinen Vorsprung verliert, er verliert auch den Vorteil, dass er schon ein paar Leute zwischen sich und den Gegner gebracht hat. Vor der Safty Car Phase hat er noch Zeit verloren die Leute zu überrunden, die hinterherfahrenden müssen dann nicht mal mehr an diesem vorbei ... Übrigens gab es mal ein Verbot in Safty Car Phasen zu stoppen. Es gab dann ein Ereignis, dass sicher mit dazu geführt hat, dass es wieder abgeschafft wurde. Dieses Ereignis war die provozierte Phase von Benetton wobei Alonso genau in der Runde vor dem Unfall in die Box geholt wurde. Wenn sie lieber absichtliche Unfälle sehen wollen ...
hansdererste 30.06.2013
4. Glückwunsch den Testfahrbetrügern
aus dem Schwabenländle. Es wird immer offenkundiger, welch immensen Vorteil die sich erschlichen haben. Pfui
blob123y 30.06.2013
5. Reifenplatzer
dieses Quantum ist nicht normal, da ist was faul. Obendrein sollte man mal diese "cleveren" Englaender fragen warum die keine Besen and die Pistenposten verteilt hatten Dreck kommt da bei jeden Rennen hin und dann sind die Typen gerannt und haben den Abfall einzeln per Hand weggeschafft von Organisation haben die dort wohl noch nie etwas gehoehrt. Ja ja aber kriminelles Abhoehren das koennen die Typen da drueben.
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