Pressestimmen zum Großen Preis von Italien "Monza war eine kalte Dusche für die Italiener"

Von "Ferrari, Kopf hoch" bis "riesige Blamage" - die italienischen Zeitungen kommentieren Vettels dritten Platz in Monza unterschiedlich. In England ist man sich sicher: Nur Mutige würden gegen Hamiltons WM-Triumph wetten.

Sebastian Vettel
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Sebastian Vettel


Pressestimmen zum Großen Preis von Italien in Monza:

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Ferrari, Kopf hoch! Es ist wirklich schade, auf der Heimstrecke besiegt zu werden und zugleich die WM-Führung zu verlieren. Doch am dunkelsten Tag des Jahres hat Ferrari mit Vettels drittem Platz die Schäden in Grenzen gehalten. Es ist, als würde die Meisterschaft für Maranello erst jetzt beginnen. Im Gegensatz zu Spa war Ferrari auf das Rennen in Monza nicht gut vorbereitet. Das ist zum ersten Mal 2017 geschehen. Der SF70-H erschien unzuverlässig und instabil."

Corriere dello Sport: "Lewis Hamilton feiert einen überwältigenden Sieg in Monza. Wenn Ferrari den WM-Titel gewinnen will, müssen sie etwas Neues erfinden. Hamilton ist in Top-Form, und Mercedes fliegt so hoch wie noch nie."

Tuttosport: "Die Leistungen Maranellos bleiben deutlich unter dem erhofften Niveau. Die Enttäuschung im Hause Ferrari ist spürbar. Mercedes feiert mit einem bitteren Doppelpack für Ferrari auf der Heimstrecke von Monza im 70. Gründungsjahr Maranellos."

Corriere della Sera: "Mercedes-Monolog in Monza. Ein Rennen ohne Hoffnungen für Ferrari, das eine bittere Pille schlucken muss. Eine riesige Blamage auf der Heimstrecke. Die Tifosi hatten zwar mit Schwierigkeiten gerechnet, sie hatten jedoch nicht erwartet, so sehr leiden zu müssen. Vettel kann nur hoffen, dass ihm das Glück beim nächsten Rennen in Singapur wieder zur Seite steht."

La Repubblica: "Wenn Lewis Hamilton in diesem außerordentlichen Zustand ist, flößt er allen Rivalen Schrecken ein. Von Freitag bis Sonntag war er einfach perfekt. Wenn er bis Ende der Meisterschaft auf diesem Niveau bleibt, hat Ferrari ernsthaft Probleme. Vettel muss jetzt auf Singapur hoffen."

ENGLAND

The Telegraph: "Für Lewis Hamilton fühlte es sich wie der Moment an, der alles verändert. In Monza, dem Tempel der Geschwindigkeit für die Tifosi, feierte er einen krachenden Sieg, der die Meisterschaft auf den Kopf stellt."

The Guardian: "Hamilton gefiel sich beim italienischen Grand Prix in der Rolle des Bösewichts. Der Engländer fuhr absolut fehlerfrei zu einem dominanten Sieg, sein Mercedes war Sebastian Vettels Ferrari klar überlegen."

Daily Mail: "Krachender Sieg von Lewis Hamilton in der Heimat des Rivalen. In der derzeitigen Form würden nur Mutige gegen Hamiltons WM-Triumph wetten. Es gab Rennen in diesem Jahr, in denen Ferrari dominiert hat, und beim kommenden in Singapur könnte das durchaus wieder so sein. Aber Monza war wahrlich eine kalte Dusche für die Italiener."

SCHWEIZ

Blick: "Hamilton siegt in Monza ohne Vollgas. Mercedes gelingt zum dritten Mal in vier Jahren ein Doppelsieg beim Grand Prix von Italien. Und das mit einem Abstand, der Fragen aufwirft."

Neue Zürcher Zeitung: "Hamilton raubt Vettel die WM-Führung. Der Silberpfeil-Fahrer besiegte den Ferrari-Rivalen Sebastian Vettel nicht nur, er demütigte ihn nahezu. Die Scuderia wusste keine Antwort auf die Probleme."

SPANIEN

Sport: "Hamilton verprügelt Vettel in Monza. Die Mercedes-Boliden waren unendlich besser als ihre Rivalen in Rot. Vettel konnte mit dem dritten Platz den Schaden etwas reduzieren."

Marca: "Hamilton übernimmt die WM-Führung, Spaziergang für den Engländer vor den Augen der Tifosi. Die WM ist noch lang, der WM-Kampf ist lebendiger denn je. Die Chancen für Ferrari sind noch intakt."

AS: "Ein Sieg für Hamilton ohne Wenn und Aber auf feindlichem Gebiet. Wenn es nur um den Motor geht, hat Mercedes keine Rivalen. In Singapur wird alles wieder anders sein."

El Mundo Deportivo: "Der Sieg in Monza ist für Hamilton das perfekte Drehbuch, um Vettel und Ferrari zu demoralisieren. Ein komplizierter Tag für Ferrari im eigenen Haus. Nach der Sommerpause wirkt Hamilton wie ein neuer Mensch."

Zusammengestellt vom sid



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Seite 1
realplayer 04.09.2017
1.
Ferrari wurde ja auch durch Schumacher Weltmeister. Schumi konnte die Ingenieure prima handeln. Vettel kann das nicht.,
ExigeCup260 04.09.2017
2.
Zitat von realplayerFerrari wurde ja auch durch Schumacher Weltmeister. Schumi konnte die Ingenieure prima handeln. Vettel kann das nicht.,
Immerhin hat Vettel dafür gesorgt, dass Ferrari, ebenso wie Mercedes, den Verbrennungsprozess deutlich verbessert hat. Meines Wissens nach, war die Anwendung der Vokammerzündung eigentlich Vettels Idee, ein Insider hat es dann Mercedes verraten, und erst seit Vettel bei Ferrari ist, konnte Ferrari so einen großen Sprung in der Motorenentwicklung machen. Die Fahrer haben so ein enormen Know-How, dass sie inbsesondere bei der Porgrammierung der Antriebseinheit einen entscheidenden Anteil haben. Man hört, dass Mercedes deswegen so überlegen ist, weil Hamilton die Motosteuersoftware zum großen Teil selbst programmiert.
karl-wanninger 04.09.2017
3.
Zitat von realplayerFerrari wurde ja auch durch Schumacher Weltmeister. Schumi konnte die Ingenieure prima handeln. Vettel kann das nicht.,
Keine Panik, Michael Schumacher hat fünf Jahre gebraucht, bis er mit Ferrari Weltmeister wurde. Vettel hat also noch mindestens zwei Jahre Zeit.
kahabe 04.09.2017
4.
Zitat von ExigeCup260Immerhin hat Vettel dafür gesorgt, dass Ferrari, ebenso wie Mercedes, den Verbrennungsprozess deutlich verbessert hat. Meines Wissens nach, war die Anwendung der Vokammerzündung eigentlich Vettels Idee, ein Insider hat es dann Mercedes verraten, und erst seit Vettel bei Ferrari ist, konnte Ferrari so einen großen Sprung in der Motorenentwicklung machen. Die Fahrer haben so ein enormen Know-How, dass sie inbsesondere bei der Porgrammierung der Antriebseinheit einen entscheidenden Anteil haben. Man hört, dass Mercedes deswegen so überlegen ist, weil Hamilton die Motosteuersoftware zum großen Teil selbst programmiert.
Das einzige, was da in Monza (mal wieder) verbrannt ist, war Fiat... Und nun munkelt man gar, die mit dem springenden Pferd im Wappen wollen auch wieder Formel 1. Arme Ferraristi!
bhang 05.09.2017
5. Ja ja, die Fahrer als Superentwickler...
[Zitat] Immerhin hat Vettel dafür gesorgt, dass Ferrari, ebenso wie Mercedes, den Verbrennungsprozess deutlich verbessert hat. Meines Wissens nach, war die Anwendung der Vokammerzündung eigentlich Vettels Idee [...] [/Zitat] Nicht zu vergessen die unnachahmliche Reifenentwicklung von Vettel. Voll die Limits ausgelotet. Manchmal wohl ein bisschen drüber (siehe Reifenplatzer in Silverstone), aber wahrscheinlich haben nur die Pirelli-Handlanger die Vorgaben von Vettel falsch notiert...
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