"Absurde Idee" Ecclestone wollte Qualifying-Sieger von Platz zehn starten lassen

Die Kritik am Qualifying in der Formel 1 ebbt nicht ab. Nun hat Niki Lauda erzählt, wie die neuen Regeln entstanden sind. Bernie Ecclestone hatte offenbar einen noch groteskeren Vorschlag.

Bernie Ecclestone
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Sebastian Vettel steht dem neuen Qualifying-Modus in der Formel 1 kritisch gegenüber, Fernando Alonso nennt die Idee "verrückt" und Felipe Massa prophezeit Chaos. Trotzdem werden die Regeln schon zum Saisonauftakt in Australien am 20. März (7 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in die Tat umgesetzt.

Niki Lauda, Aufsichtsratsvorsitzender im Mercedes-Team, ordnet den neuen Modus etwas anders ein. "Da muss man die Vorgeschichte kennen", sagte Lauda dem TV-Sender Sky. Aus Sorge um die Zuschauerzahlen soll Promoter Bernie Ecclestone mit einem völlig anderen Vorschlag in die Strategiegruppe der Formel 1 gekommen sein:

"Derjenige, der die Pole Position holt, soll vom zehnten Startplatz starten, damit er durch das Feld muss." Wer dagegen im Qualifying den zehnten Rang belegt hätte, sollte nach Ecclestone als Führender ins Rennen gehen. Um diese laut Lauda "absurde Idee" abwehren zu können, hätten die Strategen der Formel 1 dann zusammen mit Ecclestone den aktuellen Kompromiss erarbeitet.

Dabei werden alle drei Qualifying-Abschnitte im bekannten Ausscheidungsmodus gefahren. Nach einer Einrollphase scheidet dann aber jeweils im 90-Sekunden-Takt der schwächste Pilot aus. Das soll für mehr Verkehr auf der Strecke sorgen und die Spannung für die Zuschauer fördern.

Formel-1-Saison 2016
Die Teams und Fahrer
Mercedes
Lewis Hamilton und Nico Rosberg
Ferrari
Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen
Williams
Felipe Massa und Valtteri Bottas
Red Bull
Daniel Ricciardo und Max Verstappen
Force India
Nico Hülkenberg und Sergio Pérez
Renault
Kevin Magnussen und Jolyon Palmer
Toro Rosso
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr.
Sauber
Marcus Ericsson und Felipe Nasr
McLaren Honda
Fernando Alonso und Jenson Button
Manor
Rio Haryanto und Pascal Wehrlein
Haas
Romain Grosjean und Esteban Gutierrez
Der Rennkalender
20. März: Australien (Melbourne)
3. April: Bahrain (as-Sachir)
17. April: China (Shanghai)
1. Mai: Russland (Sotschi)
15. Mai: Spanien (Barcelona)
29. Mai: Monaco (Monte Carlo)
12. Juni: Kanada (Montréal)
19. Juni: Europa (Baku)
3. Juli: Österreich (Spielberg)
10. Juli: Großbritannien (Silverstone)
24. Juli: Ungarn (Mogyoród)
31. Juli: Deutschland (Hockenheim)
28. August: Belgien (Spa-Francorchamps)
4. September: Italien (Monza)
18. September: Singapur (Singapur)
2. Oktober: Malaysia (Sepang)
9. Oktober: Japan (Suzuka)
23. Oktober: USA (Austin)
30. Oktober: Mexiko (Mexiko-Stadt)
13. November: Brasilien (Interlagos)
27. November: Abu Dhabi (Yas-Insel)
Die Rekorde
Die meisten WM-Titel
Michael Schumacher (7)
Die meisten Grand-Prix-Siege
Michael Schumacher (91)
Die meisten Siege in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 13)
Die meisten Start-Ziel-Siege
Ayrton Senna (19)
Die meisten Podestplätze
Michael Schumacher (155)
Die meisten Podestplätze in einer Saison
Michael Schumacher und Sebastian Vettel (je 17)
Die meisten Polepositions
Michael Schumacher (68)
Die meisten Polepositions in einer Saison
Sebastian Vettel (15)
Die schnellsten Rennrunden
Michael Schumacher (77)
Die meisten Grand-Prix-Starts
Rubens Barrichello (323)

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insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
stefan kaitschick 10.03.2016
1.
"Derjenige, der die Pole Position holt, soll vom zehnten Startplatz starten, damit er durch das Feld muss." Wer dagegen im Qualifying den zehnten Rang belegt hätte, sollte nach Ecclestone als Führender ins Rennen gehen. Unglaublich. War das der komplette Vorschlag? Oder gab es Zeitgutschriften? Vielleicht wäre es ja ganz amüsant gewesen zu beobachten mit welchen ausgefallenen Mitteln um Platz 10 gekämpft wird. Schade eigentlich, dass es nicht dazu gekommen ist, wenn ich es mir so recht überlege.
ctv24 10.03.2016
2. Finde,
dass sich die neue Qualifying-Regel gut anhört, kann sicher für Überraschungen sorgen. Was ich nicht verstehe: Warum schreibt SPIEGEL ONLINE eigentlich immer nur negative Artikel über die F1? Warum z.B. nicht, dass die Formel 1 auch 2016 in den USA fahren wird...?
laxness 10.03.2016
3. die Idee
find ich klasse. Dann wird jeder im Qualifying versuchen so langsam wie möglich zu fahren, bis alles zum Stillstand kommt. Gut für die Umwelt :-))
uzsjgb 10.03.2016
4.
So grotesk ist die Idee von Ecclestone nicht. Denn wenn man das Feld nach der Rundenzeit aufstellt gibt es naturgemäß langweiligere Rennen, als wenn man die schnelleren Autos nach hinten stellt. Aus Sicht des Promoters also eine durchaus nachvollziehbare Idee. Eigentlich sind solche Rennen meistens spannend, wo einem der Toppiloten im Qualifying ein Missgeschick passiert ist und er von hinten starten muss. Das neue Qualifying wird aber dazu führen, dass weniger Autos auf der Strecke fahren werden. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Reifen nur für eine schnelle Runde gut sind. In 7 Minuten kann man keine zwei schnellen Runden fahren, weswegen die langsamen Teams auch nur einen Versuch haben werden in Q1, anstatt wie früher zwei. Die Topteams werden genau so wie früher in Q1 einmal rausfahren und eine schnelle Runde setzen. In dem spannendsten Abschnitt, Q3, treten dieses Jahr nur 8 Autos an, anstatt wie früher 10. In den letzten Minuten von Q1 fahren dann nicht mehr wie früher alle Autos raus und kämpfen um die Pole, sondern nur noch zwei Fahrer. Wenn überhaupt. Denn wenn man mit seinem ersten Versuch nicht sicher unter den schnellsten zwei war, muss man vor dem letzten Showdown nochmal versuchen seine Zeit zu verbessern. Dann bleiben weder Zeit noch Reifen übrig, um an dem Showdown teilzunehmen. Kann sein, dass bei diesem Showdown keiner mehr fährt. Das ganze System wurde völlig amateurhaft eingeführt. Vor allem mussten die Fahrer sich auf ihre Reifenwahl festlegen, bevor überhaupt die Rede von einem neuen Qualifying war. Ich bin mir sicher, dass während der Saison weiter an dem Qualifyingformat herumgebastelt wird.
danido 10.03.2016
5. Ein richtiges Cleverle!
Wer zu schnell fährt wird bestraft, das freut die Öko-Fans (die es in der F1 garnicht gibt). Und wenn nur noch 5 Autos im Q übrig wären, würden sie einfach an die Box fahren, um ihre Positionen zu halten, und Nr. 1 hat den schwarzen Peter.
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