Hamburg - Kimi Räikkönen hat in der verrückten Formel-1-Saison 2012 die größte Konstanz gezeigt. Der Finne erreichte als einziger Pilot bei allen Rennen das Ziel. Doch mehr noch als mit seiner starken sportlichen Leistung und dem dritten WM-Platz in seinem Comeback-Jahr hinter Sebastian Vettel und Fernando Alonso machte Räikkönen in São Paulo mit einem Ausritt der besonderen Art auf sich aufmerksam.
"Ich wusste, was ich mache, weil ich das Gleiche 2001 schon mal getan habe", schilderte Räikkönen die Szene in der 52. Runde, die weltweit für große Erheiterung sorgte. Er war auf der nassen Strecke mit seinem Lotus vom Kurs abgekommen und hatte einen asphaltierten Weg als Ausfahrt genommen. Problem nur: Dort, wo es wieder zurück auf die Strecke gehen sollte, ging es nicht weiter. "Vor elf Jahren war das Tor noch offen gewesen", sagte Räikkönen: "Diesmal hat es jemand zugemacht." Der Finne wendete kurzerhand und fuhr über ein Rasenstück zurück auf die Piste.
Letztlich rettete Räikkönen beim Großen Preis von Brasilien als Zehnter noch einen Zähler und damit seinen 19. Punkterang in 20 Rennen. Nur in China war der 33-Jährige als 14. nicht in die Top Ten gekommen. Sportlich krönte der "Iceman" seine Rückkehr in die Formel 1 nach zwei Jahren mit dem Sieg in Abu Dhabi. Von sich reden machte der Champion von 2007 aber vor allem, als er auf dem Weg zu seinem Triumph in der Wüste genervt auf die Anweisungen seines Teams reagierte: "Lasst mich in Ruhe. Ich weiß, was ich tue."
Damit das so bleibt, will er auch dafür sorgen, dass im kommenden Jahr das Tor in São Paulo wieder geöffnet ist - für alle Fälle.
mib/dpa
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