Rennkalender Formel 1 fährt 2010 wieder in Kanada

Rückkehr auf eine Traditionsstrecke: In der kommenden Saison wird die Formel 1 wieder im kanadischen Montreal gastieren. Das bestätigte Vermarkter Bernie Ecclestone, der zudem weiter auf den Hockenheimring hofft. Indien dagegen muss noch bis 2011 auf einen Grand Prix warten.


Hamburg - Der Große Preis von Kanada kehrt nach einjähriger Pause in den Formel-1-Kalender zurück. "2010 fahren wir wieder in Montréal", kündigte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone in der "Motorsport aktuell" an. Dagegen wird es vorerst kein Rennen in den USA geben. Einen Start speziell in Indianapolis schloss Ecclestone definitiv aus: "Vergiss Indianapolis. Dort gehen wir nicht mehr hin."

Formel-1-Start (Budapest 2009): 2010 auch wieder in Montréal
dpa

Formel-1-Start (Budapest 2009): 2010 auch wieder in Montréal

Der Internationale Automobilverband Fia hatte Kanada nach Finanzstreitereien als Formel-1-Austragungsort für 2009 gestrichen. Zuvor waren die Piloten dort mit Ausnahme von 1987 seit 1978 in jeder Saison gefahren. Der Große Preis der USA fand zuletzt 2007 statt. Für einen USA-Grand-Prix schwebt Ecclestone offenbar ein Stadtrennen in Las Vegas oder New York vor. Diese Pläne lassen sich derzeit aber nicht realisieren.

Ecclestone betonte zudem, dass er sich für eine Formel-1-Zukunft auf dem Hockenheimring einsetze. "Ich versuche, Hockenheim zurückzukriegen und dann im Kalender zu behalten", so der Formel-1-Rechtemitinhaber. Er schlug vor, die Rennen auf dem Nürburgring und im belgischen Spa alternierend auszutragen: "Die zwei sind ja praktisch Nachbarn." Bisher wechseln sich die beiden deutschen Strecken Nürburgring und Hockenheimring mit der Austragung des Großen Preises von Deutschland ab. Ob die Formel 1 im kommenden Jahr in Hockenheim gastiert, ist wegen des finanziellen Risikos für die Streckenbetreiber noch ungewiss.

Für England schloss Ecclestone ein jährliches Wechselspiel aus. Wenn Donington einen Grand Prix zustande bringe, werde man dort fahren und auch dort bleiben. "Und wenn nicht gehen wir wieder nach Silverstone zurück und bleiben dort", sagte der Formel-1-Boss.

Neu in das Programm für 2010 könnte nach Worten von Ecclestone auch Korea kommen. Die Premiere eines indischen WM-Laufs verschiebt sich dagegen um ein Jahr auf 2011, sagte der 78-Jährige: "Wir wollen daraus ein Super-Rennen machen, alles perfekt. Aber das dauert noch ein wenig."

Ein erster provisorischer Entwurf des WM-Kalenders soll innerhalb der nächsten vier Wochen vom Automobil-Weltverband Fia veröffentlicht werden.

Ecclestone äußerte sich erneut begeistert über das geplante Comeback von Michael Schumacher Schumacher, der am 23. August in Valencia den schwer verunglückten Ferrari-Piloten Felipe Massa ersetzen soll. Die Rückkehr des Rekordweltmeisters sei eine "riesige Überraschung" und "fantastisch für die ganze Formel 1". "Aber ich bin sicher, er würde dieses Comeback nicht machen, wenn er nicht überzeugt wäre, dass er die Leistung bringen kann. Einmal Rennfahrer, immer Rennfahrer", sagte Ecclestone.

Dem Ausstieg BMWs trauert der Brite dagegen nicht nach: "Wie viel haben sie schon gewonnen - ein Rennen in fünf Jahren. Also sind sie nicht der ganz große Verlust für die Formel 1."

fsc/dpa/sid



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