Vettels 51. Grand-Prix-Sieg Prost!

Starker Start und noch stärkeres Finish: Sebastian Vettel hat die Mercedes-Dominanz in Silverstone durchbrochen - und zum dritterfolgreichsten Fahrer der Formel-1-Geschichte aufgeschlossen.

Sebastian Vettel
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Sebastian Vettel


Das Siegmanöver: Zehn Runden vor Schluss führte Valtteri Bottas das Feld an. Sebastian Vettel hing dem Finnen mit frischen Reifen im Heck, doch Bottas wehrte immer wieder Überholversuche ab. Motorsport vom Feinsten. In der 47. Runde war es dann soweit: Vettel nutzte Windschatten und DRS, scherte aus und zog innen vorbei. Zum Sieg.

Prost! Durch den Erfolg hat sich Vettel nicht nur acht Punkte Vorsprung in der WM-Gesamtwertung verschafft. Er ist zudem mit 51 Grand-Prix-Siegen mit Alain Prost gleichgezogen. Nur Michael Schumacher (91) und Lewis Hamilton (65) haben mehr Formel-1-Rennen gewonnen. Wenn nichts ganz Außergewöhnliches passiert, wird entweder Vettel oder Hamilton am Ende dieser Saison zum fünften Mal Weltmeister und überholt damit wen? Genau: Prost!

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Vierfach-Weltmeister Prost: Der Formel-1-Professor

Das Ergebnis: Hinter Vettel landeten Hamilton und Kimi Räikkönen auf den Plätzen zwei und drei. Hier geht es zur Meldung.

Hitzeschlacht: England meldet in diesem Jahr den heißesten Sommer seit 1976. Das merkte man auch in Silverstone: Strahlender Sonnenschein erhitzte den Asphalt auf mehr als 50 Grad. Da schmeckt der gekühlte Sieges-Champagner gleich doppelt gut.

Serie gerissen: Mercedes war in Silverstone fünf Jahre lang nicht zu schlagen, Hamilton allein gewann vier Rennen am Stück. Mit einem weiteren Sieg hätte der Weltmeister zum ersten Fahrer der Formel-1-Geschichte werden können, der den Großen Preis von Großbritannien sechs Mal für sich entscheidet. Zu den fünffachen Siegern gehört - Sie ahnen es - Alain Prost. Dass es für Hamilton nicht zum neuen Rekord reichte, lag vor allem an seinem schlechten Start.

Die Startaufstellung: Hamilton - Vettel - Räikkönen - Bottas - Verstappen - Ricciardo - Magnussen - Grosjean - Leclerc - Ocon

Hamilton vs. Räikkönen I: Als die roten Ampeln ausgingen, kam Hamilton nicht von der Stelle. Vettel zog sofort vorbei, auch Bottas überholte seinen Teamkollegen ohne Probleme. In Kurve drei wollte sich dann auch Räikkönen innen vorbeidrängeln, touchierte Hamilton dabei aber mit seinem linken Vorderrad. Hamilton drehte sich und fiel ans Ende des Feldes zurück. Vettels Ferrari-Teamkollege schießt den größten Konkurrenten des Deutschen im Kampf um die WM von der Strecke. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Geisterfahrer: In Folge der Räikkönen-Hamilton-Kollision flog im hinteren Teil des Feldes Sergio Pérez von der Strecke. Dabei überquerte er entgegen der Fahrtrichtung die Boxengasse, aus der just in dem Moment die beiden Williams-Piloten Sergey Sirotkin und Lance Stroll starteten. Kurz standen sich die Boliden frontal gegenüber. Zum Glück blieben alle Beteiligten unverletzt.

Kurzarbeit: Brendon Hartley hatte im Qualifying mit viel Glück einen schweren Crash heil überstanden. Sein Auto nicht. Die Mechaniker bei Toro Rosso schraubten bis zum Start, um den Wagen auf die Strecke zu bringen. Tatsächlich konnte Hartley aus der Boxengasse starten, wurde aber schon in der dritten Runde wieder zurückgerufen und hatte sehr früh Feierabend.

Die Aufholjagd: In der ersten Runde lag Hamilton auf Position 19 und funkte an die Box, dass sein Auto vermutlich beschädigt sei. Nichts deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass der Weltmeister bei seinem Heim-Grand-Prix aufs Podium fahren und sogar noch Siegchancen haben würde. Doch dann pflügte Hamilton durchs Feld. Sieben Runden später war der Brite schon auf Platz acht vorgefahren. Nach den ersten Boxenstopps der Führungsgruppe arbeitete er sich sogar auf Rang zwei vor.

Ein Unfall zur richtigen Zeit: Für einen Platz ganz vorn hätte es für Hamilton vermutlich trotzdem nicht gereicht. Der Weltmeister war auf frischen Reifen zwar der mit Abstand Schnellste auf der Strecke, der Rückstand auf die Spitze betrug aber mehr als 20 Sekunden. Doch Marcus Ericssons Pech wurde zu Hamiltons Glück. Der Schwede fuhr in der 32. Runde frontal in einen Stapel Reifen. Die Ferraris und Red Bulls nutzten die folgende Safety-Car-Phase für ihre zweiten Reifenwechsel. Bottas und Hamilton blieben auf der Strecke, übernahmen die Plätze eins und drei und wurden schließlich Zweiter und Vierter.

Sebastian Vettel (l.) und Lewis Hamilton
AP

Sebastian Vettel (l.) und Lewis Hamilton

Hamilton vs. Räikkönen II: Hamilton verabschiedete sich sofort nach dem Rennen aus dem Parc fermé. Nicht mal für das obligatorische Interview stand der Zweitplatzierte zur Verfügung. Auch später auf dem Podium schien es so, als wollte der Brite jeden weiteren Kontakt mit Räikkönen vermeiden, um nicht noch einen Crash zu produzieren. Seinen Champagner teilte Hamilton ausschließlich mit Vettel. "Ice Man" Räikkönen ließ das trotz der hohen Außentemperaturen kalt.

insgesamt 9 Beiträge
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spon_2294391 08.07.2018
1. headmiller
Einfach nicht ansehen und die Probleme der Welt lösen. Ich schaue zwischenzeitlich Formel 1, Fußball und Familie Feuerstein.
Nachtsegler 08.07.2018
2. Lieber Headmiller,
was das leben schön macht, sind nicht echte (z.B. Überbevölkerung) oder eingebildete (z.B. menschgemachte Erderwärmung) Probleme, sondern Sachen, die Spaß machen. Schnelle Autos, z.B.. Die F1 macht auch gewaltig Spaß, mir zumindest!
opagila 08.07.2018
3.
Hamilton ist ohne Frage ein hervorragender Rennfahrer. Aber er ist ein ungezogenes Kind, wenn es nicht nach seiner Nase geht. Vor zwei Jahren hat er die Siegerehrung in Monaco gewissermaßen sabotiert. Letztes Jahr nach Baku fordert er von Vettel mehr Respekt. Er ist ein Baby und ein linker Hund. Hat sogar Walter Röhrl in einem Interview gesagt . Das ist grob unsportlich. Ich hoffe er fällt noch ein paar mal aus und Vettel wird Weltmeister.
brummkreissel 08.07.2018
4. Eingebildet?
der menschengemachte Klimawandel ist nicht eingebildet. Das ist eine Tatsache. Einfach mal informieren.
hansulrich47 08.07.2018
5. Hamilton ist verwöhnt!
Das Gejammer, sein Auto sei nach der Kollision mit Raikönnen defekt, hat er selbst widerlegt, indem er sehr schnelle Runden fahren konnte. Hamilton scheint zu glauben, siegen sei selbstverständlich und wenn es nicht ganz glatt geht, sei das Majestätsbeleidung. Das erinnert schwer an die "Mannschaft" nach dem Mexico-Spiel ......
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