Vettel vs. Hamilton Fünf Titel de luxe

Lewis Hamilton ist der Top-Favorit. Doch Sebastian Vettel will kämpfen, der Gewinn der fünften Weltmeisterschaft treibt den Ferrari-Star an. Formel-1-Chef Brawn vergleicht ihn mit Michael Schumacher.

Sebastian Vettel mit der Startnummer fünf
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Sebastian Vettel mit der Startnummer fünf

Von Karin Sturm


Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 kämpfen zwei Fahrer im direkten Duell um diese magische Zahl: "5". Der fünfte WM-Titel. Sebastian Vettel, der passenderweise mit der Startnummer fünf auf seinem Ferrari unterwegs ist, oder Lewis Hamilton? Weltmeisterschaft Nummer fünf - ein Erfolg, der sie auf eine Stufe mit Juan-Manuel Fangio heben würde. Dann läge nur noch Michael Schumacher mit seinen sieben Titeln davor.

Und auch wenn es für die meisten Experten so aussieht, als hätte der Brite auch 2018 die besseren Chancen: Zumindest nach außen verbreitet Vettel vor dem Saisonbeginn am Sonntag (7.10 Uhr Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: RTL) in Melbourne Zuversicht (hier finden Sie alle wichtigen Infos zur Saison 2018). "Wir starten mit unserem SF71H von einer guten Basis", sagte Vettel in Australien, wo er seinen Boliden auf den Namen "Loria" taufte. "Jetzt müssen wir nur weiter an der Entwicklung arbeiten, um das Potenzial weiter auszubauen und das Auto zu verbessern." Er habe großes Vertrauen in sein Team und er wisse, "wie gut die Jungs in Maranello arbeiten und auch, wie engagiert sie sind".

Vor einem Jahr lieferten er und Ferrari beim Saisonstart in Australien die große Überraschung: Nach den Testfahrten in Barcelona hätte auch damals kaum jemand auf einen Sieger Vettel gesetzt. Mercedes galt als Favorit - so wie auch in dieser Saison. Wobei der Vorsprung der Silberpfeile in diesem Jahr noch größer zu sein scheint. Vettel selbst bescheinigte seinem Auto viel Potenzial, gab in Barcelona aber zu, dass es auch noch einige Rätsel in sich berge.

Ferrari musste wegen des Rückstands auf Mercedes bei der Weiterentwicklung des Autos ins Risiko gehen. Dabei wurde der Radstand verlängert, was zu Veränderungen in der mechanischen und aerodynamischen Abstimmung geführt hat. Und noch haben Vettels Ingenieure nicht alle daraus folgenden Veränderungen verstanden. Was erklären könnte, warum das Mercedes-Paket bei den Testfahrten auf Anhieb ziemlich perfekt funktionierte, während man bei Ferrari mit vielen Problemen zu kämpfen hatte.

Immerhin: Vettels "Loria" lief sehr zuverlässig, mit Defekten hatte Ferrari bei den Testfahrten nichts zu tun. Anders als der zweite große Konkurrent im Feld: Red Bull. Bei der Scuderia hofft man, dass das Auto im Verlauf der Saison noch um einiges schneller wird, wenn man erst einmal alle Eigenheiten wirklich verstanden hat.

Zudem könnten die großen Abstände in Barcelona über Renndistanzen auch den kühlen Streckenbedingungen und den hauptsächlich gefahrenen Medium-Reifen, mit denen gerade Mercedes erfahrungsgemäß besonders gut zurechtkommt, geschuldet sein. Im Melbourne etwa kommt der Medium-Reifen überhaupt nicht zum Einsatz, nur die weicheren Mischungen soft, supersoft und ultrasoft. In der vergangenen Saison galt die Regel: Je weicher der Reifen, desto besser kam Ferrari mit seinem Auto zurecht.

Lewis Hamilton (l.) und Sebastian Vettel
DPA

Lewis Hamilton (l.) und Sebastian Vettel

Die Tatsache, dass jetzt, in seiner vierten Saison bei Ferrari, ganz Italien von Vettel den Titel erwartet, sieht der 30-Jährige nicht als zusätzlichen Druck von außen, sondern eher als Motivation an. Druck mache er sich selbst genug. "Wichtig ist, dass wir als Team zusammenhalten und einen Plan haben. Bei Ferrari gibt jeder alles für den Erfolg. Jeder ist extrem motiviert, man spürt bei jedem die Passion, die er für Ferrari als Marke hat. Und jeder ordnet seine eigenen Interessen dem Erfolg unter." Man könne dabei auf die Erfahrungen von 2017 aufbauen: "Wir glauben zu wissen, an welchen Stellschrauben wir noch mal nachjustieren müssen, um noch besser zu werden." Wichtig sei, von Australien an konkurrenzfähig zu sein.

Formel-1-Chef Ross Brawn macht Vettel Mut. Das Superhirn hinter den Erfolgen Michael Schumachers in dessen Ferrari-Zeit von 1996 bis 2006 fühlt sich in diese Zeit zurückversetzt, wenn er Vettels Arbeit bei Ferrari beobachtet: "Die Art, wie Sebastian bei Ferrari integriert ist, wie er Ingenieure und Mechaniker motiviert, sie bei Problemen schützt und bei Siegen lobt, das erinnert mich an Michael."

Brawn findet auch: "Eigentlich war Vettel in seinem dritten Jahr bei Ferrari schon weiter als wir damals mit Michael 1998. Unser Abstand zu McLaren-Mercedes war noch größer." Trotzdem hätte Schumacher wohl 1999 schon seinen ersten Titel für Ferrari geholt, wäre nicht der Unfall mit dem Beinbruch in Silverstone dazwischengekommen. "Spinnt man die Geschichte weiter, könnte Sebastian 2018 seinen ersten Titel mit Ferrari schaffen", sagt Brawn. Und damit der "5" auf dem Auto die passende Anzahl der Titel hinzufügen.

Im Video: Am Anfang war die Kartbahn

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insgesamt 3 Beiträge
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schindelschwinger 22.03.2018
1. Haben die beiden jeweils bei einer Wette verloren....
...oder warum sind beide nicht bis zum Schluss bei ihren Leibfrisören sitzen geblieben? Selten so unvorteilhafte Haarschnitte gesehen.
Hatha 22.03.2018
2. Farce
Jaja, wenn man soviel verdient dass die Konkurrenz zur Farce wird. Man muss guter Schauspieler sein um den Leuten Konkurrenz vorzugaukeln.
MrSnoot 22.03.2018
3.
---Zitat--- Sebastian Vettel will kämpfen ---Zitatende--- Was eine Überraschung, ich dachte er gibt gleich auf ;-)
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