Verunglückte Rennfahrerin Flörsch "Ich werde wiederkommen"

Sie krachte mit mehr als 250 Stundenkilometern in die Schutzplanken und musste elf Stunden operiert werden: Nun hat sich die deutsche Rennfahrerin Sophia Flörsch zu Wort gemeldet - und ihr Comeback angekündigt.

Verunglückte Flörsch, Helfer
REUTERS

Verunglückte Flörsch, Helfer


Sophia Flörsch hat sich auf Facebook zu ihren Comeback-Plänen geäußert. Die 17 Jahre alte deutsche Rennfahrerin, die am Sonntag einen schweren Unfall hatte, schrieb: "Ich werde wiederkommen." Die elfstündige Operation an ihrer Wirbelsäule habe sie "gut" verkraftet, jetzt hoffe sie, dass es "von nun an nur noch besser wird".

Die Formel-3-Fahrerin Flörsch war am Sonntag auf dem engen Stadtkurs von Macao beim Weltfinale der Formel 3 spektakulär verunglückt und hatte sich bei dem Unfall den siebten Halswirbel gebrochen. Nun bedankte sie sich für die Genesungswünsche. "Das motiviert mich wirklich und gibt mir Mut."

Flörsch hatte auf der Geraden vor der Lisboa-Kurve die Kontrolle über ihren Rennwagen vom niederländischen Van-Amersfoort-Team verloren, nachdem sie mit einem Konkurrenten kollidiert war. Ihr Auto hob mit mehr als 250 Stundenkilometern ab und krachte ungebremst durch die Fangzäune in mehreren Metern Höhe gegen Schutzplanken.

Unfall von Flörsch
DPA

Unfall von Flörsch

Knochensplitter "gefährlich nah am Rückenmark"

Vier weitere Personen, darunter der japanische Fahrer Sho Tsuboi, der mit Flörsch kollidiert war, erlitten Verletzungen. Sie denke an alle, "die an dem Unfall beteiligt waren. Ich hoffe, dass alle gesund sind", schrieb Flörsch.

Flörsch soll nach ihrer Operation ein bis zwei Wochen zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben, teilten ihre Ärzte im Conde de S. Januário General Hospital in Macao mit. "Ich hoffe, von nun an wird es nur noch besser. Ich muss noch ein paar Tage mehr in Macao bleiben, bis ich transportfähig bin", schrieb Flörsch.

Zuvor hatte Klinikdirektor Lei Wai Seng erklärt, dass Flörsch ihre Arme und Beine frei bewegen könne und ihre Vitalzeichen stabil seien. Die Ärzte entnahmen ihr während der OP Knochensubstanz aus der Hüfte und setzten diese im Wirbel ein, um ihn zu stützen. Flörschs Rennstall teilte mit, dass ein Knochensplitter nach dem Unfall "gefährlich nah an ihrem Rückenmark" gesessen habe. Erste Anzeichen geben nun "einen positiven Ausblick auf ihre Genesung".

Bisher steht noch nicht fest, in welcher Rennserie Flörsch im kommenden Jahr fahren wird. Die Formel 3 wechselt 2019 ins Rahmenprogramm der Formel 1 und erhält mehr Aufmerksamkeit. Die Saison beginnt vermutlich im Mai, ein genauer Rennkalender steht noch nicht fest.

bka/sid/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Außenbetrachter 20.11.2018
1. Glück im Unglück
Das war knapp! GUTE BESSERUNG!
Nonvaio01 20.11.2018
2. man sollte Stadt rennen verbieten
eine Stadt ist keine Rennstrecke. Wenn es da richtig kracht wie jetzt ist es viel schlimmer. Auf einer echten Rennstrecke waehre nichts passiert, Der wagen waehre im Kiesbett stecken geblieben.
dachhase 20.11.2018
3.
Wenn jemandem so etwas passiert, hat er mein uneingeschränktes Mitgefühl. Also gute Besserung! Ronny Ziesmer, Christina Vogel usw. hatten keinen Schutzengel. Also vielleicht übers Comeback nochmal nachdenken- manchmal schläft das Glück zum falschen Zeitpunkt.
birdie 20.11.2018
4. Dass Fräulein Flörsch, der ich eine schnelle und erfolgreiche
Genesung wünsche, an ihren Sportambitionen festhängt, ist verständlich. Doch ob ihre Zielsetzung vernünftig ist, bleibt für mich eine offene Frage,
hup 20.11.2018
5. Ja und Nein
Zitat von Nonvaio01eine Stadt ist keine Rennstrecke. Wenn es da richtig kracht wie jetzt ist es viel schlimmer. Auf einer echten Rennstrecke waehre nichts passiert, Der wagen waehre im Kiesbett stecken geblieben.
Ja, Stadtrennstrecken sind zu gefaehrlich, nein, da waere auch an einer Rennstrecke nichts im Kiesbett stecken geblieben - haben sie denn die Aufnahmen nicht gesehen? Flörsch ist mindestens 50m weit und mehr als 5m hoch geflogen. Auf einer Rennstrecke in einer Kurve wäre sie entweder genau wie in Macao mit dem Kopf zuerst in einen Reifenstapel hinter dem Kiesbett gekracht , oder schlimmer hätten diesen überflogen und eventuelle Fangzäune durchschlagen und wäre frei dahinter in den Boden gekracht, oder sie wäre, wenn sie in der Range des Kiesbettes runtergekommen wäre mit etwas Pech auf dem Kopf gelandet, der Rennwagen über ihr. Das wäre auch auf einer Rennstrecke kein einfacher Unfall gewesen, sie wäre so oder so schwer verletzt worden. Das ist mit 270 km/h einfach so, dass ist auch in einem speziell geschützten Rennwagen oft tödlich, die g-Kräfte sind zu stark bei einem Aufprall. Man denkt man kann Physik mit Hi-Tech wegzaubern, aber auch das hat Grenzen, die der menschliche Körper setzt. Eigentlich sollte man darüber nachdenken die Rennen virtuell zu machen. Die Fahrer sitzen in der Box und steuern die realen Rennwagen sensorisch, quasi mit angepassten Lenkrobotern aus der FPV - so wie Sport-Drohnenpiloten das heute bereits tun, nur natürlich mehr aufgebrezelt, wie ein Flugsimulator für Kampfjets, haptisches Feedback und alles. Dann wäre der Sport safe, denn dann wären die Fahrer/innen nicht mehr selbst der potenziell tödlichen Geschwindigkeit ausgesetzt, der Wettkampf gegeneinander der selbe, und auch die autos könnten weiter real bleiben (das Design könnte sich natürlich ändern, wenn man keinen Fahrer im Auto unterbringen und beschützen muss). Die Zuschauer hätten trotzdem was reales zum live gucken.
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