Stuttgart - Die Klage am obersten britischen Zivilgericht richtet sich gegen die in Großbritannien und Malaysia registrierte Lotus-Mutterfirma 1Malaysia Racing Team. Zudem klagt Force India gegen den derzeitigen Lotus- und früheren Force-India-Technikchef Michael Gascoyne und die italienische Windkanalfirma Aerolab, mit der das in Silverstone beheimatete indische Team bis Herbst 2009 selbst zusammengearbeitet hatte.
Force India, bei dem auch der deutsche Fahrer Adrian Sutil unter Vertrag steht, wirft dem Rivalen vor, seinen aktuellen Boliden auf der Basis eines Windkanalmodells von Force India entwickelt zu haben, heißt es in einer Mitteilung.
Lotus Racing habe "durch seine Nutzung der Einrichtungen und Daten von Aerolab und Fondtech intellektuelles Eigentum des Force-India-F1-Teams zu seinem Vorteil für das Design seines Windkanalmodells des aktuellen Lotus-T127-Chassis benutzt", heißt es in dem Statement weiter. Dabei gehe es unter anderem auch um Reifen, die von Hersteller Bridgestone exklusiv für Force India lizenziert worden seien.
Es handle sich um sehr ernsthafte Vorwürfe. Das Team hätte nicht den Rechtsweg gewählt, ohne "unterstützende Beweise" liefern zu können. Laut "Motorsporttotal.com" weist Lotus die Vorwürfe von sich. Das Verfahren unterstelle kein Fehlverhalten von Lotus. Der Vorgang spiele sich lediglich zwischen Force India und der Windkanalfirma Aerolab ab.
Erst 2007 hatte ein großer Spionageskandal die Formel 1 erschüttert. Damals verurteilte der Weltautomobilverband Fia das McLaren-Team wegen des Besitzes von Ferrari-Plänen zu einer Rekordstrafe in Höhe von 100 Millionen Dollar.
hut/dpa
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