Vettel-Teamkollege Webber soll Vertrag verlängern

Red Bull setzt weiter auf Mark Webber. Der Australier soll seinen Vertrag um eine weitere Saison verlängern. Das berichtet eine österreichische Zeitung. Demnach fährt Webber auch 2012 an der Seite von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel. Webbers Nachfolger steht aber schon bereit.

Red-Bull-Piloten Vettel und Webber (r.): Wohl auch 2012 Teamkollegen
AFP

Red-Bull-Piloten Vettel und Webber (r.): Wohl auch 2012 Teamkollegen


Hamburg - Beim Großen Preis von Silverstone am Sonntag hatte Mark Webber einen Streit beim Red-Bull-Rennstall ausgelöst. Der Australier hatte versucht, Sebastian Vettel zu überholen, obwohl die Teamorder lautete, hinter dem Weltmeister und WM-Führenden zu bleiben. Danach wurde er von Teamchef Christian Horner kritisiert. Es wurde über seinen Abschied zum Saisonende spekuliert.

Jetzt hat Geldgeber Dieter Mateschitz Konsequenzen ausgeschlossen: "Die Vertragsverlängerung mit Mark steht doch außer Zweifel", sagte der Unternehmer den "Salzburger Nachrichten". Zudem zeigte er Verständnis für die Angriffe Webbers: "Er wäre ein schlechter Rennfahrer, hätte er es nicht versucht."

Red-Bull-Motosportchef Dr. Helmut Marko sagte: "Wir haben unsere Junioren, von denen einer Mark Webber bei Red Bull ersetzen soll, wenn er soweit ist."

Drei dieser Talente fahren im Moment in der Formel 1. Alle machen sich Hoffnung, in Zukunft bei Red Bull zu fahren. Beim Schwesterteam Toro Rosso fahren im Moment der Spanier Jaime Alguersuari (21 Jahre) und der Schweizer Sebastian Buemi (23). Alguersuari steigerte sich nach Anfangsschwierigkeiten in den letzten beiden Rennen, holte zweimal hintereinander Punkte. Er liegt derzeit mit neun Zählern auf Rang 13 der WM-Tabelle. Buemi hatte nach starkem Saisonbeginn in letzter Zeit Pech, indem er in unverschuldete Kollisionen verwickelt war. Er rangiert derzeit mit acht Punkten auf Platz 15 des Gesamtklassements.

Ricciardo wahrscheinlichster Webber-Nachfolger

Heißester Kandidat auf den Sitz neben Vettel ist aber der Australier Daniel Ricciardo (22). Ricciardo wurde zu Lernzwecken bis zum Rennen in Silverstone als Freitagspilot bei Toro Rosso eingesetzt und ab dem britischen GP als Stammfahrer beim Hispania Racing Team (HRT) platziert. Ein Hinweis, wie wichtig es für Red Bull ist, dass der Australier Erfahrungen sammeln soll: Red Bull gab HRT Geld dafür, dass Ricciardo dort den Inder Narain Kartikeyan ersetzen kann. Ricciardo wird alle Rennen für HRT bestreiten - mit Ausnahme des Debütrennens in Indien am 30. Oktober. Dort wird aus PR-Gründen der Inder für einen Grand Prix ins HRT-Cockpit zurückkehren.

Marko schaut auf jeden Fall genau hin, wie sich Ricciardo entwickelt: "Sein Debütrennen in Silverstone war gut, zumindest was das Qualifying betrifft. Im Rennen hat er noch zu viel Zeit bei Überrundungen und bei den Boxenstopps verloren. Aber genau deshalb fährt er ja jetzt, um Erfahrungen zu sammeln."

Die wahrscheinlichste Variante für 2012 ist immer noch: Über den "Stallorderstreit" von Silverstone lässt Red Bull Gras wachsen und verlängert mit Webber noch einmal für ein Jahr. Und setzt 2013 dann Ricciardo nach einem weiteren Lehrjahr 2012 bei Toro Rosso in den Red Bull.

Mitarbeit: Maximilian Rau

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