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Formel 1: Vettel verlässt Red Bull

Vettel, Alonso und Co.: Das Personalkarussell der Formel 1 Fotos
AFP

Vier Mal wurde er mit Red Bull Weltmeister, jetzt steht fest: Formel-1-Star Sebastian Vettel verlässt seinen Rennstall zum Saisonende. Erst gestern hatte Vettel Gerüchte dementiert, er würde zu Ferrari wechseln.

Hamburg - Die Formel 1 steht vor dem spektakulärsten Fahrerwechsel seit knapp 20 Jahren: Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel wird nur noch fünf Rennen für Red Bull fahren und das Team dann nach sechs gemeinsamen Jahren zum Saisonende verlassen. Das gab der Rennstall vor dem Training zum Großen Preis von Suzuka bekannt: "Wir möchten uns bei Sebastian für seine unglaubliche Rolle, die er bei Infiniti Red Bull Racing in den vergangenen sechs Jahren gespielt hat, bedanken", heißt es in einer Pressemitteilung.

"Es ist ein großer Schritt und natürlich fällt es einem nicht leicht, eine solche Entscheidung zu treffen", schrieb Vettel wenig später selbst in einer eigenen Stellungnahme. Er kündigte an, sich "in Kürze" zu seinen Zukunftsplänen zu äußern.

Eine Bestätigung, dass der 27-Jährige zu Ferrari wechselt, gab es zunächst nicht, doch Red Bulls Teamchef Christian Horner sagte: "Sie haben ihm wohl ein sehr lukratives Angebot gemacht." Bei der Scuderia könnte Vettel den Spanier Fernando Alonso beerben, der voraussichtlich ab der kommenden Saison für McLaren fahren wird. 1996 hatte der Wechsel des damals zweifachen Champions Michael Schumacher von Benetton zu Ferrari für ähnlich viel Aufregung gesorgt, der letzte Titel des italienischen Traditionsrennstalls liegt nun sieben Jahre zurück.

"Man braucht etwas Neues"

Vettels Platz bei Red Bull neben dem Australier Daniel Ricciardo wird im kommenden Jahr Daniil Kwjat vom B-Team Toro Rosso einnehmen. Vettel war zur Saison 2009 ebenfalls von Toro Rosso zu Red Bull aufgestiegen. Er gewann mit dem Team 38 seiner 39 Grand-Prix-Siege, in diesem Jahr gelang ihm aber noch kein Erfolg. Nach vier gewonnenen Weltmeisterschaften in Folge fuhr er dieses Jahr bislang nur hinterher, eine Chance auf die Titelverteidigung hat Vettel nicht mehr. Mehr als einmal äußerte sich Vettel kritisch zu seinem aktuellen Auto.

Eigentlich lief sein Vertrag bis zum Ende des kommenden Jahres, auf diesen hatte er in den vergangenen Wochen immer verwiesen, wenn wieder einmal Gerüchte um einen Wechsel laut wurden. Auch in Suzuka hatte er am Freitag bei der offiziellen Pressekonferenz auf die direkte Frage nach einer Zukunft bei Ferrari noch ausweichend geantwortet. Einen entsprechenden Bericht der "Auto-Bild-Motorsport" hatte Vettel als falsch bezeichnet.

Nun sagte er: "Ich laufe nicht vor irgendetwas davon. Aber manchmal braucht man im Leben eben etwas Neues. Und wenn sich die Gelegenheit bietet, muss man zugreifen. Wir gehen in Freundschaft auseinander. Es hat auch nichts mit den Ergebnissen zu tun, auch wenn sie nicht dem entsprachen, was ich mir erwartet habe."

Horner erklärte, Vettel habe ihn am Freitagabend informiert. Dem Vernehmen nach soll Vettel zuvor bereits diverse PR-Aktivitäten im Winter für Red Bull abgesegnet haben, die Verhandlungen hinter den Kulissen laufen angeblich schon seit Wochen. Eine Ausstiegsklausel soll den Weggang nun endgültig möglich gemacht haben.

psk/dpa/sid

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insgesamt 71 Beiträge
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1. Vorsprung durch Technik
c218605 04.10.2014
macht doch schon immer aus den meisten Mitfahrern, egal ob einmal Champion oder nicht, nur schmuckes Beiwerk der F1. Gebt allen das gleiche Auto, oder wechselt wie beim Pferdspringen auch in den Wagen des Gegners - dann haben wir die wahren Weltmeister.. Bin aber sicher Schuhmacher, Vettel und Prost waeren es trotzdem.
2. und das ist gut so ...
f-rust 04.10.2014
abwechslung ... und ist es nur zufall, dass vettels auto mehr probleme macht als das des sehr sympathischen ricciardo? allerdings: die regeltricksereien det f1/fia etc. gegen red bull waren und sind ein brechmittel. f1 finanziell und "ökologisch" (benzinverbrauchvorgaben) am gängelband zu führen ist eh albern und dient nur interessen der autogrosskonzerne, nicht den zuschauern ...
3. Vettel bei Ferrari
ratxi 04.10.2014
Vettel bei Ferrari, das setzt seiner Karriere die Krone auf. Weltmeister werden ist etwas ganz Großes. Das hat er nun ja schon 4 mal geschafft. Aber das mit Ferrari zu schaffen, ist das Größte...
4. Bernie ist schuld!
ekel-alfred 04.10.2014
Irgendwie werde ich ja das Gefühl nicht los, dass Bernie Ecclestone die Verträge hinter den Kulissen klar macht. Der spricht doch schon seit Jahren davon, dass Vettel zu Ferrari gehen soll. Ferrari sollte mal lieber mehr Geld für gescheite Ingenieure ausgeben (z.B. Adrian Newey), anstatt immer nur in teure Fahrer zu investieren. Dann wirds auch wieder was mit dem Titel.....
5. der Junge ist....
andreasm.bn 04.10.2014
satt! Nochmal richtig fett Kohle abgreifen, es sei ihm gegönnt! Weltmeister wird er mit Ferrari jedenfalls nicht....
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Fotostrecke
Formel-1-Fahrer 2014: Fünf Weltmeister, drei Neue und "Disco Dan"
Formel 1: Rennkalender 2014
Rennen Datum Großer Preis von (Ort)
1 16.03. Australien (Melbourne)
2 30.03. Malaysia (Sepang)
3 06.04. Bahrain (Manama)
4 20.04. China (Shanghai)
5 11.05. Spanien (Barcelona)
6 25.05. Monaco (Monte Carlo)
7 08.06. Kanada (Montreal)
8 22.06. Österreich (Spielberg)
9 06.07. Großbritannien (Silverstone)
10 20.07. Deutschland (Hockenheimring)
11 27.07. Ungarn (Budapest)
12 24.08. Belgien (Spa-Francorchamps)
13 07.09. Italien (Monza)
14 21.09. Singapur (Singapur)
15 05.10. Japan (Suzuka)
16 12.10. Russland (Sotschi)
17 02.11. USA (Austin)
18 09.11. Brasilien (São Paulo)
19 23.11. Abu Dhabi (Abu Dhabi)

Formel-1-Saison 2014: Die wichtigsten Änderungen
Motor
Die Ära der Saugmotoren ist vorbei. Statt der 2,4-Liter-Triebwerke mit acht Zylindern stecken nun 1,6-Liter-Turbomaschinen mit sechs Zylindern unter der Fahrzeugabdeckung. Pro Saison darf ein Fahrer nur fünf Motoren einsetzen, bisher waren es acht. Ab dem sechsten Motor muss er aus der Boxengasse starten.
Hybridsystem
Das Hybridsystem ERS (Energy Recovery System) liefert pro Runde zusätzlich 160 PS für 33,3 Sekunden. Die beiden Elektromotoren speisen sich aus der Wärmeenergie des Abgasstrahls sowie kinetischer Energie des Bremsvorgangs.
Spritlimit
Erlaubt sind für jedes Rennen nur noch 100 statt bislang 150 Kilogramm Sprit. Die Folge ist, dass die Fahrer verbrauchsschonender fahren müssen. Wer nur auf dem Gaspedal steht, wird das Ziel nicht erreichen.
Fahrzeugnase
Sie wurde drastisch abgesenkt. Zuletzt war eine Maximalhöhe von 55 Zentimetern erlaubt. Nun sind es nur noch 18,5 Zentimeter von der Spitze der Rennwagen zum Boden. Die Nasen liegen damit unwesentlich höher als der Frontflügel. Der Grund für die Änderung: Durch die noch tiefer liegende Wagenspitze soll bei Kollisionen die Gefahr weiter gemindert werden, dass andere Piloten von ihr getroffen werden.
Frontflügel
Er ist schmaler geworden. Statt 1,80 Metern beträgt die erlaubte Maximalbreite 1,65 Meter. Auswirkung hat das auf die sogenannten Endplatten, die für die Luftführung vor den Vorderreifen wichtig sind.
Heckflügel
Das untere Heckflügel-Element, der sogenannte Beamwing, ist nicht mehr erlaubt. Für die Ingenieure besteht auch hier die Herausforderung darin, den dadurch verlorenen Abtrieb zu kompensieren.
Auspuff
Nur noch ein Endrohr ist erlaubt. Bislang wurden die Abgase über zwei seitliche Kanäle abgeleitet und so auf das Heck geführt, dass auch dadurch weiterer Abtrieb erreicht wurde, sprich: eine bessere Straßenlage. Das neue Endrohr muss mittig angebracht sein.
Startnummern
Erstmals tragen die Piloten nicht mehr die Startnummern nach der Abschlussrangliste der vorhergehenden Saison. Nur die 1 ist weiter dem Titelverteidiger vorbehalten, ansonsten durften sich die Piloten ihre Startnummer aussuchen. Zur Wahl standen Zahlen von 2 bis 99.
Strafen
Es gibt nun Strafpunkte für bestimmte Vergehen. Diese werden in einem Jahr zusammengerechnet, ähnlich wie bei der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Kommt ein Fahrer auf zwölf Punkte, muss er ein Rennen pausieren. Eine Verwarnung, beispielsweise wegen des Überfahrens einer durchgezogenen Linie, hat einen Punkt zur Folge. Eine Durchfahrtsstrafe zieht zwei Punkte nach sich. Wird ein Pilot beim Qualifying von einem Gegner extrem behindert, muss der Übeltäter nicht nur fünf Plätze in der Startaufstellung nach hinten, sondern bekommt auch drei Punkte. Eine Rückstufung von zehn Startplätzen (zum Beispiel als Schuldiger einer Kollision) bedeutet fünf Strafpunkte. Zudem können die Rennkommissare 2014 schon für kleinere Vergehen wie Verlassen der Fahrlinie Fünf-Sekunden-Strafen aussprechen.
WM-Punkte
Wie in den vergangenen Jahren bekommen die zehn besten Fahrer des Rennens Punkte, der Sieger erhält 25. Neu ist, dass es beim letzten der 19 Rennen in Abu Dhabi die doppelte Punktzahl gibt. Der Sieger erhält dann 50 Zähler, der Zweite 36 statt 18, und für Platz zehn gibt es anstatt eines Punktes dann zwei Zähler.
Die neue "Power Unit"

Fotostrecke
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Formel 1: Teams und Fahrer 2014
Team Fahrer 1 Fahrer 2
Red Bull Sebastian Vettel Daniel Ricciardo
Ferrari Kimi Räikkönen Fernando Alonso
Mercedes Nico Rosberg Lewis Hamilton
Lotus Romain Grosjean Pastor Maldonado
McLaren Jenson Button Kevin Magnussen
Sauber Adrian Sutil Esteban Gutiérrez
Force India Nico Hülkenberg Sergio Pérez
Toro Rosso Jean-Eric Vergne Daniil Kwjat
Williams Felipe Massa Valtteri Bottas
Caterham Marcus Ericsson Kamui Kobayashi
Marussia Max Chilton Jules Bianchi

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