Werksspionage in der Formel 1: Razzia im Toyota-Werk in Köln

Ein ehemaliger Ferrari-Mitarbeiter, der inzwischen im Formel-1-Team von Toyota angestellt ist, wurde in der vergangenen Woche von der Polizei verhört. Ferrari wirft dem Mann Werksspionage vor, weil er angeblich Datenmaterial zu seinem neuen Arbeitgeber mitgenommen hat. Toyota weist die Beteiligung an der Affäre zurück.

Toyota in der Formel 1: "Wir haben nichts falsch gemacht"
REUTERS

Toyota in der Formel 1: "Wir haben nichts falsch gemacht"

Köln - Toyota hat am Donnerstag in seiner Kölner Fabrik Besuch von der Polizei erhalten, die einen Toyota-Mitarbeiter, der früher für Ferrari gearbeitet hat, unter dem Verdacht der Werksspionage vorübergehend in Gewahrsam nahm. "Die Polizei ist am Donnerstag in unsere Fabrik gekommen und hat das Büro und den Arbeitsplatz eines unserer Mitarbeiter durchsucht", erklärte Toyota-Pressesprecher Andrea Ficarelli am Samstag.

Der Mann, dessen Namen Toyota aus rechtlichen Gründen nicht nennt, sei von der Polizei verhört, aber am gleichen Nachmittag schon wieder entlassen worden. Am Freitag habe er wieder ganz normal seine Arbeit verrichtet, für das Team gebe es im Moment während der laufenden Untersuchung keinen Grund für irgendwelche Aktionen.

"Die deutsche Polizei hat Kollegen aus Italien unterstützt. Die Aktion war von einem Gericht in Modena angeordnet worden", sagte Ficarelli und bestätigte damit Aussagen des Kölner Express (Samstags-Ausgabe). Nach Informationen der Zeitung erfolgte die Durchsuchung auf Anweisung des Bundeskriminalamtes, das seinerseits der Staatsanwaltschaft in Modena Amtshilfe leistete. Die Ermittler in Modena verdächtigen den heutigen Toyota-Mitarbeiter der Werksspionage gegen Kontrukteurs-Weltmeister Ferrari, den Arbeitgeber der sechsmaligen Formel-1-Champions Michael Schumacher.

Toyota weist eine Beteiligung an dieser Affäre zurück. "Unsere einzige Verbindung dazu ist, dass dieser Mann jetzt bei uns arbeitet. Wir haben nichts falsch gemacht", sagte Ficarelli. Einige Toyota-Mitarbeiter sind im Zuge der Polizeiaktion von den Beamten als Zeugen vernommen worden.

Der verdächtige frühere Ferrari-Mitarbeiter soll geheimes Datenmaterial seines ehemaligen Arbeitgebers mitgenommen haben. Die Staatsanwaltschaft Modena soll den angeblichen Spion enttarnt und Ferrari anschließend Anzeige erstattet haben.

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