Kontinent, auf dem erstmals eine WM gespielt wurde, allerdings ziemlich schnell ohne afrikanische Teilnehmer. Dafür brachte Gastgebernation Südafrika alle Mahner und Warner zum Schweigen, weil "Gun Points" und "Hijack Zones" klar ausgeschildert und schusssichere Westen daher unnötig waren. Bewohner des Landes gewannen außerdem alle Freundlichkeitspreise.
"Wir müssen immer gewinnen. Und wenn wir gewinnen, dann sind wir nicht zufrieden, weil wir ein Spektakel hätten zeigen müssen. Und wenn wir ein Spektakel zeigen, sind wir auch nicht zufrieden, weil wir sieben oder acht Tore hätten machen müssen. Und wenn wir das getan haben, dann heißt es: Der Gegner war schwach." Brasiliens (inzwischen bereits ehemaliger) Nationaltrainer Carlos Dunga
Mutterland des Fußballs, in dem allerdings einige Weiterentwicklungen seit Erfindung des Spiels nicht angekommen sind.
Angebliche Grande Nation, aus der Nicolas Anelka und Trainer Raymond Domenech stammen, die in der Halbzeitpause gewisse Sexualpraktiken diskutierten, was zu einem Trainingsstreik als Mittel der Spionageabwehr führte. Es wurden auch Pamphlete verlesen. Insgesamt bestätigte Frankreich alle Vorurteile, die man gegenüber afrikanischen Nationalteams hatte. Die Mannschaft wurde von einem kleinwüchsigen Despoten an der Staatsspitze, der mit einer schönen Sängerin verheiratet ist, umgehend aufgelöst.
Wurde bei der Weltmeisterschaft in Südafrika bei 64 Gelegenheiten gespielt, von denen die allermeisten bereits vergessen sind. Als Gelegenheit zu einer vierwöchigen Weltparty funktionierte die WM weiterhin wunderbar, aber richtiger Fußball wird inzwischen in der Champions League gespielt. Oder so gefragt: Wer ist eigentlich besser? Nordkorea oder Energie Cottbus? Der 1.FC Köln oder Honduras? Borussia Mönchengladbach oder Slowenien? Der Hamburger SV oder die USA? Der FC Bayern oder Holland? Wobei es bei der letztgenannten Paarung eigentlich kaum Unterschiede gibt.
Schickte das schlechteste Team seit der Völkerwanderung, was auch damit zu tun hatte, das die meisten Spieler noch aus jener Zeit stammten. Heldenhaft übernahm Kaiser Marcello Lippi die ganze Verantwortung, stürzte sich dann aber nicht in sein Schwert, sondern fuhr in den Urlaub.
Versuchte sich als Che Guevara zu verkleiden, wurde aber durch sein absolut unrevolutionäres Knuddeln, Busseln und Knutschen seiner Spieler sofort als Ex-Profi und erster Fan der argentinischen Nationalmannschaft erkannt. War außerdem größter Star der WM und hatte den schönsten Bart.
Staatsideologie aus Nordkorea, wobei Juche auch eine eigene Zeitrechnung ist, nach der die WM 2010 dort auch WM Juche 99 heißt. "Unser Führer Kim Jong Il steht an der Spitze des großen revolutionären Aufschwungs, der sich mit der Kraft der Geschlossenheit vollzieht, und lenkt den grandiosen Kampf für den Aufbau einer großen aufblühenden Macht zum glänzenden Sieg", hieß es in Nordkorea zum neuen Jahr, leider ohne Berücksichtigung des Fußballs.
Warum ist eigentlich niemand auf die Idee gekommen, den badischen Schalträger mal "der Stählerne" zu nennen? Er musste damit klarkommen, dass sich sein erster Torwart (Adler) kurz vor der WM verletzte. Sein Kapitän und einziger Weltstar (Ballack) konnte in Südafrika ebenfalls nicht mitspielen, von Spielern wie Rolfes, Westermann oder Träsch ganz zu schweigen. Ließ sich weder Frings noch Kuranyi aufschwatzen, und überstand den hässlichen Streit um seine Vertragsverlängerung. Und? Nichts! Löw machte einfach weiter, hat Nerven wie Drahtseile, dieser Stählerne.
Südafrikanischer Nationalheiliger, der von der Fifa ständig zur Segnung der WM genötigt wurde, die er zum Abschluss auch erteilte.
"Ca, c'est une equipe", schrieb nach dem deutschen Sieg über Argentinien die französische Sportzeitung "L'Equipe", ein Leser des englischen "Guardian" meinte lakonisch, "seems like football is a team sport", und in geschätzt 53 weiteren Sprachen gab es ähnliche Feststellungen. Die Deutschen hätten gezeigt, dass es im heutigen Fußball nicht um große Namen, sondern homogene Teams geht, die entschlossen eine Spielidee erarbeiten. Universeller Trost für alle Teams ohne Stars.
Eine Erfindung des DFB-Wortschöpfers Thomas Müller, nebenbei bester Torschütze und bester Nachwuchsspieler der WM. Er erfand "Mexitinien", als er gefragt wurde: "Wollen Sie lieber gegen Mexiko oder Argentinien spielen?" Müller schuf ebenfalls den Begriff "Louis-van-Löw-Fußball", und das dürfte erst der Anfang einer ganzen Serie von Neologismen sein, der Mann ist schließlich erst 20 Jahre alt.
Westeuropäische Fußballnation mit drei WM-Finalteilnahmen ohne Titelgewinn. Verwandelten ihren "Voetbal Totaal" erst in das, was mal deutsche Effizienz war und schließlich in das, was mal uruguayische Härte war.
Männlicher Paris Hilton, bei dem man bei dieser WM eigentlich nicht so richtig wusste, wofür er berühmt ist - außer dafür, berühmt zu sein.
Südafrikanische Stadt und Heimat des WM-Stadions mit der lautesten Lautsprecheranlage, die nur mit Ohrstöpseln ohne Gesundheitsschäden überstanden werden konnte.
Von einer Hannoveraner Sängerin inspirierte Nation aus dem Paralleluniversum, die sich alle zwei Jahre zu großen Fußballturnieren bildet, von einem Bundestrainer regiert wird und sich von Fußballspielern inspiriert vor Fernsehbildschirmen versammelt. Wird nach Abschluss der Turniere wieder Deut.
Früher ein Bereich der DDR, in dem kein Westfernsehen empfangen werden konnte. Heute Bereich der Fifa-Welt, in dem man nicht wissen darf, was man im Fernseher sehen kann. Also, dass Schiedsrichter nicht erkannten, wann abseits war und wann der Ball im Tor. Fifa-Boss Blatter stellt jedoch Reformen in Aussicht.
Hiermit machen wir darauf aufmerksam, dass das Mitbringen und Betätigen von Vuvuzelas in Bundesligastadien verboten ist!
Heilige Dreifaltigkeit des spanischen Passspiels aus Xavi, Iniesta und Xabi Alonso. Kombinierten die Gegner ins Tiki-Taka-Nirvana, gewannen verdient den Titel und sorgten für Freude in der Schweiz, wo es seit heute "Weltmeisterbesieger"-T-Shirts gibt.
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Gracias tja, Italien könnte man denen mal schicken, was sie schreiben. und der Hand Gottes auch womöglich ist sie ja doch verflucht oder hat der Mann Humor? Ich fürchte: nicht und lieber Schweizer und liebe Schweizer [...] mehr...
Ich fand den Artikel schon recht amüsant. Ich frage mich nur, warum der Herr Maradona zwischen "Italien" und "Jauche" aufgeführt wird. Thematisch passt das ganz gut(!), aber ich dachte das Lexikon wäre [...] mehr...
Irgendwie nicht so, stimmt. Dass wir Schweizer allerdings tatsächlich im gleichen Jahr den Europa- und den Weltmeister besiegt haben, das, und hier folgt eine kleine Lektion in schweizerischen Redensarten, das schleckt keine [...] mehr...
Jaa, das war jetzt irgendwie wieder mal ganz schwer lustig ! mehr...
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