Pelé lässt sich feiern
Rio de Janeiro - Der sonst immer so tolerante und ruhige Brasilianer Pelé ging am Freitag mit einer ihm fremden Schärfe erstmals in die Offensive. "Bevor Maradona sich mit mir vergleicht, muss er andere Brasilianer wie Socrates, Tostao, Rivelino, Zico und Romario höflich um Vortritt bitten", sagte der 60-Jährige. Allein in Brasilien habe es zehn Spieler gegeben, die mindestens so gut wie Maradona seien.
Der Streit war vor einer Woche von Zeitungen in Spanien ausgelöst worden, die über eine angebliche Wahl des 40-jährigen Argentiniers Maradona berichtet hatten. Der Disput füllt seitdem täglich ganze Sportseiten und -programme in Argentinien und Brasilien. Pelé nahe stehende Kreise versicherten inzwischen, "O Rei" (der König), habe sich vor der Annahme der Einladung zum Fifa-Gala-Abend am Montag in Rom beim Weltverband vergewissert, dass er die Wahl zum Jahrhundertfußballer gewonnen habe.
Die Diskussion " Pelé oder Maradona?" erhitzt die Gemüter in Südamerika. "Maradona hatte nur einen linken Fuß, konnte weder mit dem Kopf noch mit rechts spielen", sagte in Brasilien der neue Nationalelf-Koordinator Antonio Lopes. "Ganz Brasilien heult wegen der Niederlage Pelés", schrieb jüngst die argentinische Zeitung "Ole". Maradona tönte derweil: "Ich habe zwölf Jahre in Europa gespielt, und Pelé hat bei zwei Weltmeisterschaften frühzeitig aufgegeben. Hört doch auf mit der Diskussion, ich bin der Beste."
Offiziell hat die Fifa den Sieger der Wahl, an der auch Fußball-Fans weltweit per Internet teilnehmen durften, nicht bekannt gegeben. Das soll erst am Montag in Rom geschehen.
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