Ein feuchter Termin für Schalkes altgedienten Holländer Youri Mulder: Im Zoo von Gelsenkirchen sollte ein noch namenloser Flußpferd-Jungbulle getauft werden und nach dem Schalker Offensivakteur auf den Namen "Youri" hören. Mulder stand also eines Morgens mit der örtlichen Prominenz am Zooteich und sah gespannt zu, wie die Wärter das Vieh mit kleinen Aufmerksamkeiten in eine taufgerechte Position lockten. Doch kaum hatte Mulder die Schöpfkelle mit Taufwasser erhoben, hüpfte der Jungbulle kommentarlos zurück ins Wasser und machte sich eilig davon. Wohin Freund Hippopotamus schwamm? Wahrscheinlich in die heimische Höhle, um dort die WM-Auslosung zu schauen. Und da hätte sich Youri Mulder ohnehin nur gelangweilt. Als Holländer.
Nebenverdienst: Snacks an der Mittellinie
Wenn wir in diesen Tagen durch die Innenstädte schlendern und uns Obdachlose
demütig um ein Almosen bitten, schauen wir ganz genau hin. Könnten ja
schließlich die Herren Strampe, Merk und Krug sein, die uns da ihre Hand
entgegenstrecken, denn Schiedsrichter werden nach wie vor mit lausigen
Aufwandsentschädigungen für den Wochenenddienst abgefunden. Doch mit der Hungerleiderei ist nun Schluss. Laut Fifa-Beschluss dürfen ab sofort auch Schiedsrichter bei Liga-Spielen kleine Werbeaufnäher auf der Hose tragen.
Ein lukrativer Nebenverdienst für die Unparteiischen wird das. Und natürlich sind bereits weitere Serviceleistungen in Planung: In kurzen Spielpausen können die Spieler künftig bei den Schiedsrichtern kleine Snacks und kühle Erfrischungsgetränke erwerben. Und auch die Schiedsrichter-Assistenten verdienen sich was dazu: Die Trainer treffen sich nun zu Kaffee und Kuchen an der Mittellinie, "wo Sie das freundliche Linienrichter-Team gerne erwartet".
Rumänen werden elitär: La Ola in Ploiesti
Ob es nun 2150 oder 3820 Zuschauer waren, die sich am Donnerstag das
Champions-League-Spiel zwischen Juventus Turin und Bayer Leverkusen im
Stadio delle Alpi zu Gemüte führten, ist wohl nicht mehr festzustellen. Klar
ist jedoch: Die Rekordmarke wurde wieder mal verfehlt. Da macht den Rumänen
nämlich niemand etwas vor. Ein Beweis? Letztes Wochenende wohnten stolze
sieben Zuschauer dem Spiel zwischen den Erstligisten Astra Ploiesti und
Gloria Bistrita bei. Ein Spiel, das Fragen aufwirft: War der Gästeblock gut
gefüllt? Gab es das übliche Gedrängel im VIP-Raum? Brandete La Ola durchs
Rund? Und vor allem: Waren die Herren mit den Fahnen "Air Bäron" und "Menden/Sieg"
Auch anwesend? Es würde uns doch stark wundern, wenn nicht.
Die Kronjuwelen: Treffer versenkt
Sevillas José Antonio Reyes hatte nach eigenem Bekunden überhaupt nichts
gemerkt. Alle anderen hatten hingegen ganz genau hingesehen, denn Mitspieler
Francisco Gallardo hatte ihm nach einem Traumtor einen saftigen Schmatzer neben
die Kronjuwelen gesetzt. Empörte Reaktionen der sittenstrengen spanischen
Presse waren die Folge, denn der Zeitlupe zufolge hatte das Gemächte eher wenig
zum Tor beigetragen. Hier zu Lande wurde die sexuelle Symbolik hingegen
begeistert aufgegriffen. Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld verspricht uns
feurig einen "heißen Advent". Sind frische Brasilianerinnen eingetroffen? Und der
Tagesspiegel kündigt eine "Nagelprobe für Bayer" an. Müssen wir etwa die
Kinder schnell ins Bett schicken?
Kruzifix: Lejeune feiert Kindergeburtstag
Erinnert sich noch jemand an Erich Lejeune? Richtig, als die Spvgg
Unterhaching noch in der Bundesliga spielte, stand der kleine Mann mit polierter
Glatze immer auf der Haupttribüne und krakeelte, unterstützt von einer
Blaskapelle, "Haching, Haching" in die Fernsehkameras. Er tat das, weil er stolzer Hauptsponsor war. Nun steht Haching in der 2. Liga unten, und Lejeune ist deshalb übel gelaunt. Schuld an der Misere ist seiner Meinung nach das Management. "Unterhaching kann man nicht managen wie einen Kindergeburtstag", keifte er vor wenigen Tagen.
Eine Ansicht, die am Wochenende beim Heimspiel gegen Union Berlin widerlegt wurde. Denn vor dem Anpfiff verteilte ein Sponsor 2000 Spielzeugrasseln an die Zuschauer im Sportpark. Mit großem Erfolg, es wurde fleißig gerasselt und Haching siegte verdient. Beim nächsten Heimspiel ist nun Eierlaufen auf der Gegengerade angesagt. Drei Punkte garantiert.
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