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04.12.2001
 

"11 Freunde"-Kolumne

Holländer müssen draußen bleiben

Die wöchentliche Exklusiv-Kolumne von Deutschlands bestem Fußball-Fanzine. Heute: Vom Flusspferd, das Schalkes Holländer Youri Mulder versetzte, und der neuesten Variante des spanischen Kusses.

Und das Flusspferd, das hat Zähne und keine Lust auf Holländer
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DPA

Und das Flusspferd, das hat Zähne und keine Lust auf Holländer

Ein feuchter Termin für Schalkes altgedienten Holländer Youri Mulder: Im Zoo von Gelsenkirchen sollte ein noch namenloser Flußpferd-Jungbulle getauft werden und nach dem Schalker Offensivakteur auf den Namen "Youri" hören. Mulder stand also eines Morgens mit der örtlichen Prominenz am Zooteich und sah gespannt zu, wie die Wärter das Vieh mit kleinen Aufmerksamkeiten in eine taufgerechte Position lockten. Doch kaum hatte Mulder die Schöpfkelle mit Taufwasser erhoben, hüpfte der Jungbulle kommentarlos zurück ins Wasser und machte sich eilig davon. Wohin Freund Hippopotamus schwamm? Wahrscheinlich in die heimische Höhle, um dort die WM-Auslosung zu schauen. Und da hätte sich Youri Mulder ohnehin nur gelangweilt. Als Holländer.

Nebenverdienst: Snacks an der Mittellinie


Wenn wir in diesen Tagen durch die Innenstädte schlendern und uns Obdachlose demütig um ein Almosen bitten, schauen wir ganz genau hin. Könnten ja schließlich die Herren Strampe, Merk und Krug sein, die uns da ihre Hand entgegenstrecken, denn Schiedsrichter werden nach wie vor mit lausigen Aufwandsentschädigungen für den Wochenenddienst abgefunden. Doch mit der Hungerleiderei ist nun Schluss. Laut Fifa-Beschluss dürfen ab sofort auch Schiedsrichter bei Liga-Spielen kleine Werbeaufnäher auf der Hose tragen.

Ein lukrativer Nebenverdienst für die Unparteiischen wird das. Und natürlich sind bereits weitere Serviceleistungen in Planung: In kurzen Spielpausen können die Spieler künftig bei den Schiedsrichtern kleine Snacks und kühle Erfrischungsgetränke erwerben. Und auch die Schiedsrichter-Assistenten verdienen sich was dazu: Die Trainer treffen sich nun zu Kaffee und Kuchen an der Mittellinie, "wo Sie das freundliche Linienrichter-Team gerne erwartet".

Rumänen werden elitär: La Ola in Ploiesti


Ob es nun 2150 oder 3820 Zuschauer waren, die sich am Donnerstag das Champions-League-Spiel zwischen Juventus Turin und Bayer Leverkusen im Stadio delle Alpi zu Gemüte führten, ist wohl nicht mehr festzustellen. Klar ist jedoch: Die Rekordmarke wurde wieder mal verfehlt. Da macht den Rumänen nämlich niemand etwas vor. Ein Beweis? Letztes Wochenende wohnten stolze sieben Zuschauer dem Spiel zwischen den Erstligisten Astra Ploiesti und Gloria Bistrita bei. Ein Spiel, das Fragen aufwirft: War der Gästeblock gut gefüllt? Gab es das übliche Gedrängel im VIP-Raum? Brandete La Ola durchs Rund? Und vor allem: Waren die Herren mit den Fahnen "Air Bäron" und "Menden/Sieg" Auch anwesend? Es würde uns doch stark wundern, wenn nicht.

Die Kronjuwelen: Treffer versenkt


Sevillas José Antonio Reyes hatte nach eigenem Bekunden überhaupt nichts gemerkt. Alle anderen hatten hingegen ganz genau hingesehen, denn Mitspieler Francisco Gallardo hatte ihm nach einem Traumtor einen saftigen Schmatzer neben die Kronjuwelen gesetzt. Empörte Reaktionen der sittenstrengen spanischen Presse waren die Folge, denn der Zeitlupe zufolge hatte das Gemächte eher wenig zum Tor beigetragen. Hier zu Lande wurde die sexuelle Symbolik hingegen begeistert aufgegriffen. Bayern Münchens Trainer Ottmar Hitzfeld verspricht uns feurig einen "heißen Advent". Sind frische Brasilianerinnen eingetroffen? Und der Tagesspiegel kündigt eine "Nagelprobe für Bayer" an. Müssen wir etwa die Kinder schnell ins Bett schicken?

Kruzifix: Lejeune feiert Kindergeburtstag


Erinnert sich noch jemand an Erich Lejeune? Richtig, als die Spvgg Unterhaching noch in der Bundesliga spielte, stand der kleine Mann mit polierter Glatze immer auf der Haupttribüne und krakeelte, unterstützt von einer Blaskapelle, "Haching, Haching" in die Fernsehkameras. Er tat das, weil er stolzer Hauptsponsor war. Nun steht Haching in der 2. Liga unten, und Lejeune ist deshalb übel gelaunt. Schuld an der Misere ist seiner Meinung nach das Management. "Unterhaching kann man nicht managen wie einen Kindergeburtstag", keifte er vor wenigen Tagen.

Eine Ansicht, die am Wochenende beim Heimspiel gegen Union Berlin widerlegt wurde. Denn vor dem Anpfiff verteilte ein Sponsor 2000 Spielzeugrasseln an die Zuschauer im Sportpark. Mit großem Erfolg, es wurde fleißig gerasselt und Haching siegte verdient. Beim nächsten Heimspiel ist nun Eierlaufen auf der Gegengerade angesagt. Drei Punkte garantiert.

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