Rio de Janeiro - Carlos Alberto Parreira, 57, kehrt zur "Selecão" zurück. Der Trainer der brasilianischen Fußball-Weltmeister-Elf von 1994 wurde bis zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland verpflichtet. Neben Parreira wird Altmeister Mario Jorge Lobo Zagallo den Posten des technischen Direktors übernehmen, teilte der Präsident des Nationalverbandes CBF, Ricardo Teixeira, am Mittwoch in Rio de Janeiro mit. Das erfolgreiche Duo der WM 1994 wird den Angaben zufolge bereits beim ersten Spiel des fünffachen Weltmeisters im neuen Jahr am 12. Februar in China auf der Trainerbank sitzen.
"Ich hätte mir nie vorgestellt, dass wir beide zusammen ein solches Comeback feiern würden, aber Gott wollte es so", zeigte sich Zagallo erfreut. Er wolle nun Deutschland das Leben schwer machen. "Alle sagen, die Deutschen seien die Favoriten der nächsten WM, weil sie zu Hause spielen, aber wer hat schon so viele Möglichkeiten, so viele Spieler und so viel Technik wie wir?", sagte der Mann, der als Spieler (1958, 1962), Trainer (1970) und Koordinator (1994) als einziger bei den vier ersten WM-Triumphen Brasiliens dabei war.
Überredet von Zagallo
Parreira hielt sich wie üblich mit großspurigen Sprüche zurück. "Ich konnte doch zu so einem Vorschlag nicht Nein sagen", erklärte der Coach beschieden. Parreira hatte in den vergangenen Monaten mehrfach gesagt, dass er sich eine Rückkehr zum stressigen Job des Nationaltrainers nicht vorstellen könne. Er wollte lediglich einen Posten als Nationalelf-Koordinator akzeptieren. Als großer Favorit auf das Amt des Nationaltrainers galt monatelang der Trainer des FC São Paulo, Oswaldo de Oliveira, der im Jahr 2000 mit Corinthians die erste und bislang einzige Vereins-WM
gewonnen hatte. "Aber Zagallo, Teixeira und andere Freunde haben mich schließlich überredet", räumte Parreira ein. Er wolle nun auf das Team setzen, das bei der WM 2002 in Japan und Südkorea den Titel geholt habe, dabei aber die neuen Jungstars nicht vergessen.
Der neue Nationalcoach habe noch am Dienstag bei seinem Verein SC Corinthians São Paulo angerufen und seinen Vertrag gekündigt, hieß es. Parreira hatte Corinthians in der brasilianischen Landesmeisterschaft 2002 zur Vizemeisterschaft hinter dem Überraschungsteam des FC Santos geführt. Parreira gilt als Respektsperson und hat sich neben seinen sportlichen Erfolgen dadurch auszeichnen können, dass er bei den oftmals zerstrittenen Fußballverbänden von São Paulo und Rio de Janeiro nie zwischen die Fronten geriet.
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