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22.06.2004
 

Spuck-Affäre

Schweizer Verband soll Frei zum Lügen angestiftet haben

Der von der Uefa gesperrte Schweizer Alexander Frei wollte seine Spuckattacke im Spiel gegen England angeblich zunächst gestehen. Doch sein Verband soll den Stürmer gedrängt haben, den Vorfall zu leugnen.

 Der Fall: Alex Frei spuckt Steven Gerrard an
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AP

Der Fall: Alex Frei spuckt Steven Gerrard an

Lissabon - "Es ist bekannt, dass Alex Frei gegenüber den Verbandsverantwortlichen sein Vergehen zugegeben hat und dass sie nachher entschieden haben, dass man die Uefa anlügt, behauptet der Sportchef des Schweizer Fernsehsenders SF DRS, Urs Leutert. Es handele sich deshalb nicht um einen Fall Alex Frei, sondern um einen Fall Schweizerischer Fußballverband. "Es war nicht er, der lügen wollte", sagte Leutert dem Schweizer Radio 24.

Leuterts TV-Sender hatte mit Bildern vom EM-Spiel Schweiz gegen England, in der die Spuckattacke von Frei gegen seinen Gegenspieler Steven Gerrard zu sehen ist, für eine Wende in dem Fall gesorgt. Nachdem das Verfahren vor der Disziplinarkammer aus Mangel an Beweisen zunächst eingestellt wurde, führten die neuen Fernsehbilder zur Suspendierung des 24-Jährigen für 15 Tage bis zum EM-Ende. Da die Schweiz in der EM-Vorrunde ausgeschieden ist, wird die Berufungsverhandlung der Uefa erst im Juli in Nyon stattfinden.

"Meine Informationen sind, dass Alex Frei den Verantwortlichen gesagt hat: 'Ich habe gespuckt.' Und dass der Verband nachher anders entschieden hat", berichtete Leutert. Nach Ansicht der "Berner Zeitung" kann die Akte "EM in Portugal" für den Schweizer Fußballverband (SFV) angesichts dieser Anschuldigungen nicht geschlossen werden. "Ein Spieler, der lügt, ist ein Ärgernis. Aber ein Verband, der Spieler zur Lüge anstiftet und damit des sportlichen Erfolges wegen seinen guten Ruf aufs Spiel setzt, ist eine einzige Katastrophe", schrieb das Blatt.

Der Verband ging in die Offensive und kritisierte Leuterts Sender, weil ihm die TV-Bilder mit der Spuck-Szene nicht vor der Ausstrahlung gezeigt worden seien. "Wir - Spieler, Trainer und Delegation - sind enttäuscht darüber, dass ein Vertragspartner solche Bilder ohne Rücksprache veröffentlicht", sagte SFV-Präsident Ralph Zloczower. Spieler und Trainer reagierten mit einem Medienboykott und verweigerten nach der Frankreich-Partie am Montagabend dem Schweizer Fernsehen Interviews.

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