Es ist so gekommen, wir können nichts daran ändern. Wir haben unsere Arbeit gemacht, unser Bestes getan, alles gegeben, was wir hatten. Die Mannschaft hat die richtige Antwort gegeben, auf all das, was in den letzten Wochen passiert ist und geschrieben wurde. Vor allem für mich. Wir scheiden erhobenen Hauptes aus. Ich muss der Mannschaft meinen Dank und ein Kompliment aussprechen.
Wie schon bei der WM 2002 mit dem Achtelfinal-Aus gegen Südkorea ist das Team auch im zweiten großen Turnier unter Ihrer Leitung früh gescheitert. Haben Sie für den Misserfolg eine Erklärung?
Trapattoni: Ich weiß es auch nicht. Ich hatte mit allen meinen Vereinen großen Erfolg. Warum es mit der Nationalmannschaft nicht klappt, kann ich mir nicht wirklich erklären. Wobei solche Ergebnisse immer viele kleine Gründe haben. Das kann von Wechselfehlern des Trainers über Entscheidungen des Schiedsrichters bis zu Verletzungen und Sperren reichen.
In Italien wird heftig über Ihre Ablösung diskutiert. Angeblich soll bereits am Freitag der ehemalige Juve-Coach Marcello Lippi als Ihr Nachfolger präsentiert werden. Wie sehen Sie ihre Zukunft?
Trapattoni: Ich weiß es nicht, doch wie sagt man so schön: Kommt Zeit, kommt Rat. Alles, was ich sagen kann, ist dass ich einen Vertrag habe, der bis zum 15. Juli läuft, und ich habe ein gutes Verhältnis zum Verband. Ich werde mit dem Präsident ein Gespräch haben, danach wissen wir mehr. Auf jeden Fall hat dieses Team ein großes Potenzial und kann mit seinen vielen jungen Spielern in der Zukunft viel erreichen.
Schweden und Dänemark haben im Parallelspiel genau das 2:2 erzielt, das beiden schon im Voraus zum Weiterkommen gereicht hätte. Haben Sie einen Verdacht, dass bei diesem Spiel etwas abgesprochen wurde?
Trapattoni: Es gibt im Sport immer noch so etwas wie Ethik. Ob man nach diesem Spiel irgendwelche Verdächtigungen machen kann, müssen diejenigen sagen, die es gesehen haben. Ich persönlich habe absolut keinen Verdacht in dieser Hinsicht. Ich habe nie daran gezweifelt, dass sich Schweden und Dänemark fair verhalten.
Würden Sie denn auf Grund dieser Entwicklung unterstreichen, dass Ihr Team das Weiterkommen nicht gegen Bulgarien, sondern zuvor mit den beiden Unentschieden gegen die Skandinavier verspielt hat?
Trapattoni: Dass es im ersten Spiel Probleme gibt, ins Turnier zu finden, ist nicht nur bei uns so gewesen, das konnte man auch bei vielen anderen Teams erkennen. Und gegen Schweden hatten wir so viele Chancen, dass wir den Sieg eigentlich verdient gehabt hätten.
Was sagen Sie zu Spielern wie Francesco Totti, der das Team mit seiner Spuck-Attacke und der daraus resultierenden Sperre geschwächt hat, und dem formschwachen Christian Vieri?
Trapattoni: Sie waren der Schlüssel unseres Spiels. Insofern war es sehr enttäuschend, dass wir Totti nach der ersten Partie nicht mehr hatten und Vieri kein Tor gemacht hat. Aber als Trainer muss man mit so etwas leben, und eigentlich muss es innerhalb eines Kaders Alternativen geben, die so etwas auffangen.
Aufgezeichnet von Holger Schmidt, sid
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